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Marokko 2018
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Endlich Snabbtvätt

(Self-Auto-Wasch-Boxen)

Bevor wir den Motor starten, stehen plötzlich Margrit und Thomas neben uns. Das ist nun bereits das dritte Mal, dass wir uns auf dieser Reise kreuzen. Natürlich folgt ein kurzer Schwatz mit den neusten Reiseinfos und so bekommt man immer wieder wichtige Inspirationen.

Als wir dann endlich in unserem dreckigen Knutschi sitzen, haben wir heute nur ein Ziel: unser Wohnmobil endlich waschen. Ich habe nach langem suchen im Internet in Mora (61.00836, 14.60986) eine Selbstwaschbox gefunden, wo unser Knutschi reinpasst. Hier in Skandinavien ist das nämlich so eine Sache: sehr viele Tankstellen bieten Autowaschmöglichkeiten an, aber da es im Winter sehr kalt wird und alles eingefriert, sind diese Waschmöglichkeiten indoor in einer Garage. Und diese Garagen sind dann leider zu niedrig für unser Knutschi. Draussen waschen, fast ein Ding der Unmöglichkeit. Und wenn wir eine gefunden hatten, musste man mit einem einheimischen App oder Bargeld bezahlen. Und wer hat hier schon genügend Münz im Sack?

Aber diese in Mora geht mit Kreditkarte, ist richtig hoch und funktioniert ungefähr so, wie wir uns das gewöhnt sind. Und Mora liegt sowiso auf unserer Strecke, also ist unser Navi zu dieser Waschbox programmiert.

Zuerst geht es lange der E45 entlang durch lichte Wälder, bis wir als Abkürzung die 296 nehmen. Wir sahen während dieser Reise schon ganz viel violetten Lupinen an den Strassenrändern, aber diese Strasse leuchtet förmlich violett und lila. Es sieht absolut toll aus, allerdings ist es etwas schwierig, diese zu fotografieren, so dass es auch den richtigen Eindruck macht. Ich versuchs zuerst mit der Drohne, aber das wird gar nix von oben. Dann halt wieder ganz normal, aber beide violetten Strassenränder bringe ich da nicht auf ein Foto.

Die Lupinen kommen ursprünglich aus Amerika und sind in Skandinavien invasiv. Es wird überlegt, wie man dieser Pflanze hier Herr werden kann, auch wenn sie für Skandinavien den Vorteil hat, dass sie den Boden verbessert und ein guter Erosionsschutz biete, was hier sehr wichtig ist. Aber sie verändert die einheimische Flora und hat darum nicht nur Vorteile.

Auf alle Fälle geniessen wir die Fahrt und während Anita am Steuer ist (wir haben das tägliche Wechseln beibehalten) wird das Wetter auch immer besser, von bewölkt bis strahlend schön.

In Mora fahren wir zuerst zur besagten Waschanlage und reinigen unser Knutschi in Ruhe von sehr viel Dreck und toten Insekten. Es sah scheusslich aus und jetzt glänzt alles wieder. Ich bin aber total verschwitzt, es ist wieder über 30 Grad und wie mal locker ein Womo reinigen kann, diesen Trick kenne ich noch nicht. Aber wir sind sehr zufrieden, keine dreckigen Hände mehr, wenn ich die Garagentüre öffne, keine schmutzigen Hosen, wenn ich mit den Knien beim Einsteigen das Fahrzeug streife.

Ich bin so richtig zufrieden und das weiss Anita auszunützen. «Schau mal, da gibt’s einen Biltema, komm wir gehen noch schauen, ob es dort Schweinwerfer hat.» Und so hat sie mich natürlich voll um den Finger gewickelt. Ich weiss ganz genau, dass sie in die Abteilung Wanderhosen will, aber das Argument mit den Scheinwerfern zählt eben schon.

Auf der Fahrt heute haben wir sinniert, wohin die nächste Reise gehen soll und wir wurden uns einig, dass es zwei Monate im Winter ans Nordkap sein soll. Mitte Januar bis Mitte März. Wir waren ja schon mal März/April und das war so toll, dass wir das nun steigern müssen. Aber wenn wir da im Dunkeln reisen wollen, brauchen wir doch solche skandinavischen Zusatzscheinwerfer, wie es im Norden fast jedes Auto hat. Dazu eine Elchstange vor dem Kühler und darauf 4 Schweinwerfer, oder besser sechs, oder noch besser acht. Mal schauen, was sie so in diesem Laden haben für unsere Zukunft… Ein Elchgitter haben wir nicht gefunden, aber alle möglichen Scheinwerfer. Kaufen wir vier oder gleich acht? Schlussendlich haben wir dann keine gekauft, aber was noch nicht ist, kann noch werden. Mit leeren Händen sind wir aber nicht aus dem Laden getreten und Anita auch nicht…

wieviele soll ich kaufen?

Danach fahren wir durch Mora, am Vasaloppet-Museum vorbei. Der Vasalauf ist wohl das berühmteste Skilanglaufrennen der Welt und das Ziel ist jeweils hier im Ort. Anfang März geht es über 90km klassische Technik. Mein Papi hat auch schon daran teilgenommen und mir als Kind ist die Startnummer vom Vasalauf immer noch ein Begriff. Kompliment, ich würde diese Strecke nicht schaffen… Übrigens, den Vasalauf hat schon ein Schweizer gewonnen, nicht wie bei den Skifahrern in Levi…

Wir fahren bei Wärme und blauem Himmel weiter und unser Navi meldet 700km bis Trelleborg. Das ist der Moment, wo wir uns vorgenommen haben, einen Übernachtungsplatz zu finden. Also fahren wir rechts ran und schauen auf Google Maps, ob wir etwas finden können. Mir fällt da der Name Djuprämmen ins Auge, das gerade neben einem See auf der Karte aufploppt. Entweder eine Sehenswürdigkeit oder ein Parkplatz, meistens kann bei solchen Punkten gut übernachtet werden. Ich staune aber, als ich sehe, dass dies ein Badestrand ist wo man doch tatsächlich mit dem Womo übernachten kann. Wenn das nicht interessant tönt?

Also fahren wir 17km weiter bis wir nach einer 400m langen Fahrt über einen Waldweg bei einem grossen, naturbelassenen Parkplatz direkt am See ankommen. Wow, was für ein Ausblick, was für ein Ort! Wir sind zwar nicht alleine hier, es stehen schon etwa 6 Womos hier, (etwas später sehen wir nochmals ein paar etwas versteckter) aber wir haben problemlos Platz und direkte Sicht auf den See.

unser Geniesserort

Man kann es fast nicht glauben: wir sitzen hier bei perfekten 28 Grad, strahlenden Sonnenschein, direkt am Wasser und keine einzige, nicht mal die kleinste Mücke!

Wir geniessen den Aufenthalt hier so wie selten zuvor Übernachtungsplätze. Wir sind einfach schon wieder Glückskinder.

Sonnenaufgang: 2:58 Uhr
Sonnenunergang: 22:31 Uhr

377km
5:25 h Fahrzeit
69 km/h
8.6 l/100km

Übernachtung

Lesjöfors - Djuprämmen*****
frei

keine Mücken

Koordinaten: 60.08025,14.150956
N 60° 4' 48.9"  E 14° 9' 3.4"
letzter Besuch: 6.2024

26.6.2024 - Hallo Anita&Rolf Obwohl ihr auf eurer Reise viel Wasser gesehen habt, hier noch ein wässriger Tipp in Trollhättan, wo ihr demnächst wohl vorbeikommt. Dort werden Schleusetore (bei einem Kraftwerk) geöffnet und auf einen Guss rauschen wohl tausende Kubikmeter Wasser über Felsen in den Götakanal hinunter, ein sehr eindrückliches Spektakel. Aber vielleicht habt ihr das bereits auf einer früheren Reise gesehen. So oder so, weiterhin gute Reise südwärts und lieben Gruss.

Andreas&Pirkko

26.6.2024 - Danke für den Tipp, kannten wir bisher nicht. Leider werden die Schleussen dieses Jahr "Aufgrund der angespannten Energiesituation" nicht geöffnet... Schade, das hätten wir uns angesehen.
Rolf


27.6.2024 - Liebe Anita, Lieber Rolf Könnt ihr nicht noch etwa drei Wochen in Schweden bleiben, dann könnten wir uns in Trollhättan treffen. Noch stehen wir aber beim dänischen Wattenmeer. Gerne verfolgen wir täglich eure immer sehr interessanten Berichte - Mit herzlichen Grüssen, auch von Renate -

- Michael


27.6.2024 - Fast hätten wir euch persönlich kennengelernt! Wir fahren heute nach Mora mit dem gleichen Ziel. Sind zurzeit in Vitsand, Camping Fristad (Topempfehlung) und bewegen uns ganz langsam nordwärts. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege auf eurer nächsten Reise. Wir wollen den ganzen Winter über dem Polarkreis verbringen und hej, Scheinwerfer sind schon dran :). Grüessli Michèle

Michèle


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