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Klippen beim Durdle Door England 2016
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Erice und Salzsalinen

Nicht alles läuft optimal, aber wir sind gut gelaunt

Salzmuseum, ausser dem Foto lohnte sich der Halt hier nicht

Nachts um 1 Uhr werden wir wach, in unserem Womo schüttelt es so richtig. Es dauert etwas, bis wir realisieren, dass es draussen so richtig stürmt und der Wind mit ungeheurer Kraft über das Meer peitscht. Zum Glück haben wir die Stühle und alles andere schon früh abends eingeräumt. Den ganzen Tag war es praktisch windstill, aber jetzt nachts muss alles aufgeholt werden. Um 2 Uhr hat es keinen Sinn mehr, wir haben kein Auge mehr zugemacht, also parkiere ich unser Womo um und stelle es mit der Schnauze in den Wind. Sofort wird es mit dem schaukeln besser und wir können weiter schlafen.

Als wir morgens erwachen, stürmt es nicht mehr, aber der Wind bläst doch noch kräftig. Uns hält nun nichts mehr an diesem schönen Platz, wir packen zusammen und fahren Richtung Erice.

Erice

Das Wetter ist bewölkt, manchmal etwas Sonne, manchmal dunkel. Dann beginnt die Strasse zu steigen und führt mit vielen Serpentinen auf 700m.ü. M. Blöd nur, dass die Wolkendecke etwa bei 600m beginnt. Im dicken Nebel fahren wir die letzten Kilometer nach Erice, parkieren dort auf einem markierten Wohnmobilparkplatz und haben Mühe, uns zu orientieren. Im Nebel warten wir etwa eine halbe Stunde, aber er verzieht sich nicht. Also laufen wir fast blind in das Städtchen. Wir sehen echt nichts, nicht mal die Spitze vom Kirchturm, oder ist es eine Burg? Es gibt auch keine anderen Menschen hier, irgendwie sind wir in dieser Stadt ganz alleine, richtig unheimlich. Plötzlich hören wir ein paar Stimmen, aber gar nicht so einfach, aus welcher Richtung sie kommen. Nach Gehör laufen wir dann in die ungefähre Richtung und landen so in einer Pasticceria, wo ein paar einheimische Frauen ihr Kaffeekränzchen abhalten. Wir bestellen uns heisse Getränke und etwas zu essen und beraten was wir hier noch tun sollen. Sehen tun wir nichts, Läden haben keine offen, Touristen sind wir die zwei einzigen, es macht irgendwie keinen Sinn, länger hier zu bleiben.

mehr sahen wir von diesem wahrscheinlich wundervollen Platz nicht

Also laufen wir durch den Nebel zu unserem Knutschi, machen es fahrbereit und fahren die Bergstrasse Richtung Trapani runter. Irgendwann gibt dann der Nebel die Sicht wieder frei und alles wirkt sofort freundlicher. Für Erice selber können wir keine Tipps abgeben, denn gesehen haben wir genau gar nix.

Trapani

Salinen von Trapani

Wir kommen dann problemlos durch Trapani durch und steuern das Salzmuseum der Salinen an. Auch hier, tot Hose, Restaurant macht erst am 8. März auf, das Museum selber finden wir irgendwie überhaupt nicht. Also laufen wir den ausgeschilderten, 1km langen Salzweg kostenlos ab. Das einzige positive ist die nun hervorkommende Sonne, ansonsten kann man sich diesen Ausflug zu diesem Salzmuseum sparen. Aber immerhin haben wir heute endlich mal ein paar gute Fotos im Kasten.

Saline della Laguna Marsala

Danach fahren wir wieder weiter bis zu der Saline della Laguna Marsala. Auch hier beginnt es nicht wirklich erfreulich, immerhin ist eine Empfangsdame da, die uns begrüsst aber im gleichen Atemzug sagt, dass sie wegen Bauarbeiten keine Elektrizität haben und darum keine Tickets ausstellen und keinen Film laufen lassen kann. Es dauere noch 10 Minuten, dann ginge alles wieder. Ich bin leicht angesäuert über den heutigen Tag und wers glaubt, dass es nur 10 Minuten gehen wird, wird seelig. Wir dürfen dann die Windmühle besichtigen und auf die Terrasse rauf und jetzt echt, wirklich nur 10 Minuten später war der Strom da. Wir genossen danach einen super Dokumentarfilm in deutsch über die Salzgewinnung in der Saline. Dazu weitere interaktive Filme über die gebrauchten Werkzeuge und die Tiere in der Saline. Es war echt gut und endlich wissen wir, wie das mit der Salzgewinnung in etwa geht. Nun müssen wir uns auch nicht mehr wundern, warum es überall Wasser hat und wir fast kein Salz sehen. Die Gewinnung beginnt im April und erreicht im Juli den Höhepunkt mit der Salzernte. Da müssen wir unbedingt im Hochsommer mal hin, das muss wahrlich ein Spektakel sein, wenn hier das schneeweisse Salz von Hand und mit Schubkarre eingesammelt wird. Dieser Besuch ist unbedingt zu empfehlen und darf nicht verpasst werden! Selbstverständlich lassen wir uns dann noch über die verschiedenen Salze beraten, degustieren und kaufen dann eines für die kalten Speisen. Man merkt zwischen den weissen Salzen tatsächlich einen Unterschied, das Salz für das Spagettiwasser ist nicht das gleiche, wie für den Salat…

Saline della Laguna Marsala

Höchst zufrieden fahren wir danach weiter durch Marsala hindurch nach Mazara, gehen einkaufen und suchen uns am Lungomare einen Platz zum Übernachten.

Der Platz an der Strasse ist nicht gerade top, aber wir stehen am Strand und 10m vom Meer weg. Im Sommer ist hier sicher etwas los aber jetzt ist der Strand nicht herausgeputzt, schliesslich ist noch Winter. Aber uns ist es egal, wir sehen und hören das Meer, haben Sand vor unserm Womo (in die andere Richtung zur Strasse müssen wir ja nicht schauen) und haben gute Laune. Heute gibt es dann einen selbstgemachten Tomaten-Mozarellasalat mit nur einheimischen Zutaten, sogar das Salz ist regional.


Übernachtung

Mazara del Vallo - Lungomare**
frei Koordinaten: 37.663563,12.553660
letzter Besuch: 3.2020