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Orkney Inseln 2016
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Es kommt alles gut

Auch heute wieder

Am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. Genau so verlief der heutige Tag. Irgendwie bin ich mit dem falschen Bein aufgestanden. Die 33 Grad auf dem Stellplatz liess ich mir ja noch ordentlich gefallen, aber der Entdeckerdrang, um nochmals die Altstadt zu besuchen und in die Kathedrale zu gehen, liess sich heute vermissen. Und nicht nur bei mir, auch Anita hatte keine Lust.

Also packen wir gemütlich zusammen und entschliessen über den kürzeren (100km) Weg über die Landstrassen nach Albinia ans Meer zu fahren. Wir umkurven Orvieto und haben von hinten einen tollen Blick auf die Stadt. Ein Foto wäre jetzt unbedingt ein Muss, aber nirgends auch nur eine kleine Ausweichstelle, um zu stoppen. Mit jeder Kurve entschwindet die Stadt ein bisschen mehr, bis wir sie nicht mehr sehen und kein tolles Foto haben. Es folgt Kurve um Kurve, holprige Strassen mit Löchern durchsetzt, Berg hoch und Berg runter und dann wieder Kurven mit Schlaglöchern. Nach 50km bin ich nicht mehr so begeistert von der Strecke, nach 60km beginnt sie leicht zu nerven, nach 70km werde ich säuerlich und nach 80 km kommt endlich eine gut ausgebaute Strasse. Und genau beim letzten Kreisel fährt mir ein italienisches Wohnmobil vor die Schnauze und tuckert mit 55 km/h auf der 90iger-Strecke vor mir her. Muss dass denn noch sein? Dann endlich, 4km vor dem Ziel schwenkt es ab und endlich, endlich kann ich etwas Gas geben.

wir sind nicht ganz glücklich mit der Situation

Aber schon sind wir auf dem Stellplatz, müssen ID registrieren und der Platzwart weist uns in die Zone ohne Hunde ein. Er erklärt uns genau, wohin wir uns stellen müssen und in welche Richtung. Warum müssen wir genau neben ein anderes Womo parken, so dass wir nur eine weisse Wand sehen? Der Platz ist nicht mal zu 20% belegt und es hätte noch viel freie Flächen. Aber dem Chef widersprechen wir nicht und grummeln vor uns hin. Und dann merken wir, dass dies der gleiche Platz ist, wo wir vor vielen Jahren unseren Kuschelcamper hatten! War der gar kein Kuschelcamper, sondern wurde ihm der Platz auch zugewiesen?

Unsere Laune ist dadurch nicht viel besser geworden, aber immerhin machen wir einen ausgedehnten Strandspaziergang. Das Meer ist erstaunlich warm, nur die Sonne vermissen wir, es ist gewitterig. Der Strand macht nicht gerade einen gepflegten Eindruck, viel Schwemmholz und Seegras auf dem Sand. Irgendwie hatten wir es schöner in Erinnerung. Nur die Preise der Sonnenschirme und Liegen sind noch hoch, das wussten wir noch. 24€ für zwei Liegen und einen Sonnenschirm pro Tag, der Stellplatz kostet übrigens 1.20€ pro Stunde macht für 24 Std also 28.80 €. Dafür dass wir so eng an unserem Nachbar angelehnt sind und keine Meer- oder Strandsicht haben, sind wir irgendwie nicht glücklich.

keine einfache Radtour

Auf Google Maps sehen wir 8km gegen Norden zwei Stellplätze direkt am Strand, allerdings mit schlechten Google-Bewertungen. Aber weil es uns dann etwas langweilig wird, satteln wir unsere Fahrräder und wollen diese Stellplätze besichtigen. Nach 5km ist dann der Radweg ohne Vorwarnung zu Ende und wir müssten auf die Via Aurelia ausweichen, einer vierspurigen Schnellstrasse ohne Pannenstreifen. Nicht gerade prickelnd mit dem Velo. Also drei Kilometer zurück und nach Google Maps bei einer Ausfahrt auf den Umfahrungsradweg. Allerdings ist dies eher ein festgetrampter Pfad der über ein abgemähtes Kornfeld führt. Egal, wir haben MTB’s, also weiter. Wieder nach vier Kilometern alles fertig, einzige Alternative (echt jetzt, wir haben alles andere ausprobiert) bleibt nur diese Via Aurelia. So fahren wir 2km auf der Schnellstrasse, Lkw’s donnern wenige cm neben uns durch, während sie von andern Autos überholt werden. Ich schwitze Blut, bis wir dann endlich wieder von dieser Strasse runter können. Ab da wird es dann wieder schön und wir erreichen den anvisierten Stellplatz. In der ersten Reihe am Meer ist alles besetzt, reserviert oder abgesperrt. Es sieht aber irgendwie nicht ganz so gepflegt aus, also drehen wir wieder und fahren einen Kilometer bis zum nächsten Platz. 

warten im Strandkaffee, bis ich das Womo geholt haben

Hier ist es Liebe auf den ersten Blick, ein kleines Strandcaffee, der theoretische Wohnmobilplatz ist direkt am Strand mit toller Sicht auf das Meer. Die Bedienung ist freundlich und wir fragen, ob man da wirklich mit dem Wohnmobil stehen darf. Selbstverständlich dürfen wir, für 15€ pro 24 Std. Schnell ist klar, dass wir hierher umziehen. Ich spendiere Anita einen Aperol Spritz und ich rase mit dem Velo die 10km zurück, bezahle den Stellplatz für 3 Stunden, packe zusammen und fahre mit dem Womo zum neuen Ziel.

Es ist herrlich hier, wir sind nun ganz alleine, kein anderes Womo, auch das Kaffee ist nun verweist. Es fühlt sich an, wie wenn wir irgendwo am Meer frei stehen.

Es ist alles gut

Allerdings raschelt es immer wieder etwas den Hügel hinauf, wahrscheinlich zwei Wildschweine, die sich Futter suchen. Es ist schon etwas unheimlich. Es ist auch unheimlich, weil auf dem Meer ein gewaltiges Gewitter vorbeizieht, es donnert, blitzt und rumort weit draussen, bei uns fällt aber kein Tropfen regen. Und dann lässt sich plötzlich auch noch die Sonne blicken und ein gewaltiger Regenbogen zweigt sich über unserem Knutschi.

Das Ende kommt erst, wenn alles gut ist!

Übernachtung

Fonteblanda - Spiaggia della Puntata****
Stellplatz

Wie frei stehen, mit kleiner Strandbar, direkt am Meer

Koordinaten: 42.56022,11.158775
N 42° 33' 36.8"  E 11° 9' 31.6"
letzter Besuch: 6.2023

17.7.2023 - Das Ende kommt erst, wenn alles gut ist! Wie oft ist mit der Übernachtung schon irgend etwas schief gelaufen und wir mussten umplanen. Praktisch immer standen wir am Schluss viel besser als geplant. Für diese Momente liebe ich unser WoMo. Liebe grüsse Erwin

Erwin


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