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Finnland 2014
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Gräber in der Ruine und ein perfekter Stellplatz

Ein Wow-Tag mit irischen Wetter und einigen Überraschungen

Ardemore Motorhome Park

Ich liebe solche Tage, ich liebe irisches Wetter und wenn man immer etwas sieht, womit man nicht gerechnet hat. Wir hatten heute fünf Mal Regen, fünf Mal Sonnenschein und dazwischen alle andern möglichen Wetterstimmungen, von schwarzen Wolken bis lieblich blauen Himmel. Wir hatten einfach alles!

Wir fahren das letzte Stück des Wild Atlantic Way. Noch ein letztes Mal einem braunem Wegweiser mit der weissen Wellenlinie zum Drombeg Stone Circle folgen. Der kleine Parkplatz hat zwar eine Höhenbeschränkung aber 200m vorher kann man mit dem Womo an der Strasse sehr gut stehen.

Der Steinkreis sieht echt super aus, steht schon wieder über 2000 Jahre hier und macht Eindruck. Eindruck macht auch, dass wir wieder ganz alleine da sind und die Ruhe geniessen können. Wir haben die Wahl zwischen Fotos mit Sonne und blauem Himmel, oder Fotos mit schwarzen dunkeln Wolken. Wie ich Irland wegen diesem Wetter liebe!

Drombeg Stone Circle

Nach rund einer Stunde fahren wir dann doch noch weiter und dann in Timoleague, müssen wir schon wieder stoppen. Wir sehen die Ruinen der Abbey direkt am Meer und da müssen wir einfach auch noch hin. In der Ruine ist nun der Friedhof, alte Gräber in der noch älteren Abbey. Das nenn ich mal Doppelnutzung. Und irgendwie ist es schon etwas mulmig, man muss ständig aufpassen, dass man die alten Gräber nicht betritt, was nicht immer zu verhindern ist, wenn man die Abbey besichtigen will. In jedem ursprünglichen Raum haben wieder ein paar Menschen ihr Grab gefunden, entweder sind Steinkreuze mit Inschriften oder einfache, vermooste Grabsteine verstreut. Die Namen und Inschriften alle noch lesbar. So etwas haben wir bisher noch nie gesehen.

Gräber in der Abbey

So fahren wir etwas in Gedanken versunken Richtung Kinsale, dort durch den belebten Hafen und das alte Städtchen und dann haben wir es geschafft! Hier endet der 2500km lange Wild Atlantic Way, nach den Iren die längste und schönste Küstenstrasse der Welt. Von dem, was wir gesehen haben, sind wir da völlig einer Meinung: eine schönere Strasse kann es gar nicht geben! Wir sind dermassen begeistert, dass wir garantiert wieder zurück kehren werden.

Unsere Reise ist aber noch nicht zu Ende, wir müssen ja weiter. Durch Cork fahren wir dann in Irland das erste Mal auf einer Autobahn, wieder zweispurig, mit etwas mehr Verkehr. Wir wollen weiter nach Ardmore, dort habe ich auf einem Blog einen Stellplatz gefunden, wie ich es liebe: eine grosse Wiese direkt am Meer, man könne sich hinstellen wo man will, einfach einen Platz aussuchen, nicht parzelliert, nichts beschriftet. Leider weiss ich diesen Blog nicht mehr, der mir diesen Tipp gab, ich habe so viele gelesen…

Und der Platz ist wirklich so, einfach genial. Beim Eingang 10€ in einen Briefkasten werfen und auf der Fussballplatzgrossen Wiese irgendwo hin stellen, natürlich direkt an den Strand, ist ja klar, und die Aussicht, die Freiheit und das Wetter geniessen. Insgesamt sind auf diesem Feld drei Womos hier und bestimmt keine Kuschelcamper. Sich weiter entfernt voneinander aufstellen, geht gar nicht…

MV Samson

Anita geht es übrigens schon wieder viel besser von der gestrigen Schiffsfahrt, auch wenn noch nicht 100% fit. Dagegen hilft jetzt ein langer Spaziergang, zuerst dem Strand entlang, dann den Cliff Walk von Ardmore, wo wir an einem alten Schiffswrack vorbeikommen. Am 12. Dezember 1987 strandete in den Klippen die MV Samson, ein Kranschiff von 56m länge und seit da, also nun schon 32 Jahre, rostet der übriggebliebene Kran unten an der Klippe vor sich hin.

Gerade oberhalb des Wracks steht ein alter Beobachtungsturm mitten im grünen Feld. Ist ja klar, dass wir diesen auch besichtigen, auch wenn er namenlos ist und keine Infos über diesen Turm zu finden sind. Er sieht trotzdem toll aus und liegt an einer speziellen Lage mit guter Aussicht.

namenloser Turm

Danach müssen wir uns bei einer Quelle schnell 5 Minuten in Sicherheit bringen, weil wiedermal ein Platzregen die Landschaft wäscht, bevor wir beim Ardmore Round Tower plus einer alten Abbey mit Gräbern innen vorbeikommen. Es sieht wieder genau gleich gruselig aus wie am Morgen in Timoleague. Danach sind wir nach zwei Stunden wieder beim Womo und dem Strand zurück.

Und jetzt haben wir ein kleines Problem: wir müssen endlich wiedermal selber kochen, denn in zwei Tagen sind wir auf dem Schiff und dann wird im Kühlschrank alles warm, weil wir da das Gas abstellen müssen. Wir müssen jetzt also unseren Kühlschrank noch leer essen… Keine Fish & Chips heute und morgen…

Übernachtung

Ardmore - Motorhome Park*****
Stellplatz

riesige Wiese direkt am Meer ohne Parzellierung und ohne Strom

Koordinaten: 51.956998,-7.721300
letzter Besuch: 5.2019