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Finnland 2014
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Knarren der Blattfedern behoben

Das Knarren der Hinterachse an unserem Ducato ist endlich weg

Was haben wir uns zum Teil geschämt, wenn wir mit unserem Wohnmobil über unebenes Gelände gefahren sind. Jedes Mal, wenn sich die Blattfedern der Hinterachse ein wenig einfederten, tönte und knorzte es, wie wenn unser Aufbau grad auseinanderfallen würde. Als wir am Schwingfest über die Wiese fuhren, drehten alle andern Camper die Köpfe und schauten uns nach, wie wenn wir eine uralte Knatterkiste fahren würden.

Dank unser Luftfederung konnte wir so ziemlich lange nur mit wenig knattern fahren, wir pusteten jeweils mit dem eingebauten Kompressor einfach mehr Luft in die Zusatzluftfedern so dass sie etwas härter wurden und die Blattfedern federten weniger ein und knattertern dadurch weniger. Auf asphaltierten normalen Strassen hatten wir fast Ruhe.

Zweimal kroch ich unter das Auto und versuchte mit verschiedensten im Internet empfohlenen Kriechfetten- und Ölen dieses knorzen abzustellen. Ohne Erfolg.

Das Problem ist ja bekannt und wir sind nicht die einzigen, die davon betroffen sind. Die Blattfedern sind hinten und vorne an einem Punkt aufgehängt. Und diese Aufhängung muss beweglich sein, weil eine eingefederte Blattfeder etwas länger ist wie die entlastete. Und genau bei diesem Längenausgleich ist der kritische Punkt. Dort gibt es jeweils ein eingebautes Lager, das aber nicht auf Kugeln dreht, sondern nur auf Plastik und Metall. Bei uns war das Metall auf einer Seite rostig und das Lager lief überhaupt nicht mehr. Und genau diese eine Seite machte diese Knarrgeräusche.

Nun haben wir auf unserem Knutschi wieder die Winterpneus montieren lassen und da habe ich unserer Garage gesagt, ob sie da nicht mal nachschauen könnten. Um diese Lager zu wechseln muss das Womo aufgebockt werden. Löst man diese Lager selber, entspannt sich die Blattfeder und das Womo sackt in die Knie, keine Chance, selber die Blattfedern wieder spannen zu können… Die Garage baute diese Lager also aus, sahen, dass eine Seite mit Rost versetzt war, feilten alles blitzeblank und mit einer grossen Portion Fett wurden beide Seiten wieder eingebaut. Es gab etwa eine Stunde Arbeit, dafür brauchte es keine Ersatzteile. Und wir haben nun wieder eine göttliche Ruhe beim Fahren.

Bei einigen Womofahrern half, wenn sie alle paar Monate unter das Auto krochen und diese Gelenke dick einfetteten oder Kriechöl hineinspritzten. Bei uns half nichts derartiges und es ist auch komisch, dass nur eine Seite angerostet war, die andere noch tiptop. Wahrscheinlich wurde da beim Bau im Fiatwerk an Fett gespart, dass sich nach etwa fünf Jahren mit einem Knarren bemerkbar machte. Ich las auch schon von andern Wohnmobilfahrern, wo das Problem schon nach einem halben Jahr auftrat, und das dann unter Garantie behoben wurde. 

Aber eben, Hände weg vom selber machen, wenn man das Wohnmobil nicht sicher aufbocken kann.

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