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Nordlichter Finnland 2018
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Kraftwerk Noor und ein idyllischer Campingplatz

Wir fahren am weltweit grössten Solarkraftwerk vorbei und dürfen nicht mal fotografieren.

Unsere Aussicht aus dem Womofenster

Die Nacht auf dem Pass verbringen wir im schön kuscheligen Womo, währendessen draussen das Thermometer auf unter Null Grad sinkt. Die Nacht ist aber extrem ruhig, kein einziges Fahrzeug hat die Passhöhe passiert und bis um 11 Uhr, wo wir endlich Richtung Tal hinunterfahren waren gerade mal 5 Fahrzeuge hier oben.

Die Abfahrt ist nun nicht mehr so löchtig wie gestern, die Gegend und die Berge wunderschön, nur die grossen Stromleitungen über den Atlas stören das Bild etwas. Aber es ist auch nicht verwunderlich, im Tal unten bei Ouarzazate steht das grösste Solarbetriebene Kraftwerk weltweit.

immer Stromleitungen im Weg

Noor 1 ist ein Parabolrinnenkraftwerk, das auf einer Fläche von 450 ha errichtet wurde. Die Parabolrinnen erwärmen einen zirkulierenden Wärmeträger dabei von 297C auf 393C. Die Anlage hat einen thermischen Speicher, der die volle Leistung für drei Stunden bereitstellen kann. So kann der Strom nicht nur tagsüber, sondern auch noch bis zu drei Stunden nach Sonnenuntergang erzeugt werden, dann ist der Stromverbrauch in Marokko am höchsten.

Und da wir an diesem Kraftwerk vorbeifahren (die Solarpanels sind auf einer Fläche von 2 x 1.5km aufgestellt) wäre eine Besichtigung doch gerade recht. Von der Hauptstrasse führt die schönste und breiteste Strasse direkt zum Kraftwerk, allerdings steht da ein grosses Schild, dass diese Strasse nur für Berechtigte ist. Sind wir nun berechtigt oder nicht? Wir spielen die Unwissenden und fahren die drei Kilometer frech bis vor das Tor. Dort frage ich, ob es eine Möglichkeit gibt, dieses Kraftwerk zu besichtigen. Ein Beamter schüttelt den Kopf und gibt freundlich zu erkennen, dass für die gesamte Zone der Zutritt verboten ist. Mist, aber ich habe es mir schon gedacht, hier in Marokko hat die Sicherheit irgendwie eine andere Bedeutung wie bei uns. Der Beamte sagt dann aber von sich aus, wenn ich ein Foto machen wolle, könne ich es von hier aus tun. Dankbar nehme ich den Fotoapparat in die Hand und trete vor das Tor. Aber da beginnt ein anderer Beamte im Wachhäuschen wild mit den Armen zu fuchteln und gibt zu verstehen, auch fotografieren ist verboten. Der erste Beamte entschuldigt sich und sagt, der Sicherheitschef habe eben zu verstehen gegeben, dass ich nicht fotografieren dürfe.

Kraftwerk Noor aus der Ferne

Schade, nicht mal ein Foto gibt es. Dabei wäre das doch eines der Vorzeigeprojekte von Marokko. Das Kraftwerk soll im Endausbau 580 MW Leistung mit der Sonnenkraft bringen (AKW Beznau 1 : 380 MW).

Dann fahren wir halt weiter über nun schöne, breite und ohne Schlaglöcher-Strassen, bis wir in Agzd sind. Dort hat uns Abdou einen Campingplatz empfohlen, der von einem seiner Freunde geführt wird.. Selbstverständlich hören wir auf seinen Tipp, der auch hier goldrichtig ist.

unterwegs

Irgendwo im Niemandsland ein wunderschöne, grüne Oase, mit wunderschönen Feldern und Dattelpalmen. Und wir stehen nun mit dem Womo mittendrin. Said macht uns eine Führung im Gebäude, dass sie nun grad vollständig renovieren. Er kann vier Gästezimmer anbieten, Restaurant, Küche und echt ganz tolle Sanitärräume mit Duschen, funktionierenden Wc’s, und alles ganz lieblich gemacht. Alles schön aufgeräumt und nirgends auch nur eine Pet-Flasche Abfall, gar nicht Marokko üblich…

Wir geniessen den Aufenthalt im Grünen, machen mit unseren «Berg»-Adiletten noch einen kleinen Spaziergang und beginnen dann wieder einmal eine feine Tajine zu kochen.

Anita mit den Wanderadiletten und Whyskas vom Campingplatz

Dazwischen kommt dann noch die Frau von Said und wie es sich herausstellt, eine geborene Französin. Und sie freut sich riesig, dass wir merken, dass hier alles sauber ist. Das sei nämlich ihre Aufgabe und sie versuche den Marokkanern schon lange beizubringen, dass man Abfall nicht einfach wegwirft, sondern richtig entsorgt. Das sei aber ein schwieriges Unterfangen, hier im Dorf hätten sie es nun langsam geschnallt. Bei der ersten Putzaktion in und ums Dorf (10 Wohnhäuser) habe die Bewohner schlussendlich ganze 12 Lastwagenladungen Abfall abgeführt… Und jetzt dürfen diese Leute hier auf der Anlage die 10 Hektaren zusammen mit Said bewirtschaften, Weizen, Dattelpalmen, Melonen, Tierfutter und noch andere Gemüse, das ich leider nicht verstanden habe. Said stelle Wasser, Strom und die Werkzeuge zur Verfügung, die Dorfleute dürfen hier alles bewirtschaften und bei der Ernte gehöre eine Hälfte Said und die andere Hälfte der Bevölkerung. Alle seien so glücklich und sie, die Frau, müsse nicht auf dem Feld arbeiten und könne sich um den Camping und das Haus kümmern.


Übernachtung

Agdz - Tansifte****
Camping

im grünen, schöne Sanitärräume

Koordinaten: 30.683507,-6.472400
letzter Besuch: 11.2018

17.11.2018 - Vielen Dank für Euren täglichen Reisebericht. Ich warte immer schon mit großer Spannung darauf. Herzliche Grüße aus Freiburg im Breisgau. Joe

- Josef Haag


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