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Magie der Wasserfälle

Seljalandsfoss, Gljúfrabúi, Skogafoss, Kvernufoss

Gljúfrabúi

Nach dem weder gestern noch heute Morgen der Vulkan ausgebrochen ist und keine glühende Lava spuckt, sind wir schon ein bisschen enttäuscht. Bisher hatten wir doch immer Glück…

Seljalandsfoss

So verlassen wir diese vulkanische Gegend und fahren weiter Richtung Süden. Wenn es keine heisse Lava gibt, schauen wir uns Wasserfälle an. Wir wissen auch, dass der Seljalandsfoss touristisch ist und es sicher viele Leute haben wird. Der Parkplatz ist um 10 Uhr wie erwartet schon fast voll, aber immerhin, die Zusatzparkplätze für die Hochsaison sind alle abgesperrt. Da wird im Sommer toll was los sein.

Wir ziehen uns regenfest an, Gummistiefel, Regenhosen und -Jacke, nicht weil es regnet, sondern wegen der Gischt der Wasserfälle. Und der Seljalandsfoss beeindruckt uns schon von der Ringstrasse aus, denn er ist 66m frei fallend. Und mit entsprechender Kleidung kann man hinter dem Wasserfall hindurchlaufen. Es ist echt eindrücklich und die Fotos werden toll. So viele Leute hat es gar nicht, wie wir im ersten Moment meinten. Noch toller wäre er in den Abendstunden, wenn die Sonne scheint und man sie von hinten durch den Wasserschleier sehen könnte. Aber heute ist graues Wetter angesagt, also nicht so schlimm, dass wir am Vormittag hier sind. Kurz: dieser Wasserfall muss man gesehen haben!

Seljalandsfoss von der Seite

Gljúfrabúi

Danach laufen wir mit den Gummistiefeln keine 10 Minuten zum Gljúfrabúi. Von Weitem sieht man nur den oberen Teil dieses Wasserfalles, denn er fällt in eine enge Schlucht, quasi eine Höhle, die oben offen ist. Hier hat es bedeutend weniger Leute, fast keine und das hat einen Grund: will man den Wasserfall in voller Pracht sehen, muss man 10m durch die Schlucht laufen, durch die das Wasser raus fliesst. Turnschuhe sind innerhalb kürzester Zeit durchnässt, Wanderschuhe, wenn man Glück hat, noch halbwegs trocken und die ganz Cleveren: Gummistiefel! Aber wer hat schon Gummistiefel im Gepäck, ausser jenen, die mit dem eigenen Womo in Island sind? Und darum sind wir bei unserem Besuch die einzigen, die trocken zum Wasserfall kommen und es ist der Hammer! Es verirrten sich nur etwa 5 Leute bis nach hinten und so können wir seelenruhig fotografieren und staunen! (siehe Titelbild).

Wer also in der Gegend ist, dieser Wasserfall muss man gesehen haben! Unbedingt Regenhosen und auch einen Regenschutz für den Fotoapparat mitnehmen, ebenso ein Tüchlein, um die Linse des Fotoapparates trocken zu wischen. Nach 10 Sekunden ist die Linse nass und vertropft…

Bis heute Morgen war der Dynandi unser Wasserfall Nr. 1, dann kam der Seljalandsfoss auf diese Position, der die Nr. 1 schon wieder an den Gljúfrabúi verliert. So schnell kann es gehen.

Wir sind absolut geflasht und können kaum glauben, was wir hier alles sehen.

Skogafoss

Später kommen wir trocken wieder bei unserem Knutschi an und fahren 30km weiter zu den nächsten Sehenswürdigkeiten. Auch hier am Skogafoss hat es viele Leute, und auch dieser ist sehr eindrücklich, 25m breit, 60m hoch und hinter dem Wasserfall soll noch immer ein Schatz vergraben liegen… Beim Skogafoss kann man praktisch unter den Wasserfall stehen, man kann wirklich sehr, sehr nahe ans fallende Wasser, wenn man dann die richtige Bekleidung hat (das Wasser ist sehr kalt, da es direkt vom Gletscher Eyjafjallajökull kommt).

Wir überlegen uns, ob wir hier auf dem rudimentären Camping bleiben sollen oder weiterfahren. Es hat ein bisschen viel Leute, romantisch wäre anders, so beschliessen wir noch auf den Parkplatz beim Kvernufoss zu fahren. Man könnte auch dorthin laufen, denn es sind nur 1,5km, wir hängen aber die Faulen raus. Man hätte auch noch die über 400 Stufen neben dem Skogafoss hinaufsteigen können und den Wasserfall von oben zu bestaunen. Und eine Wanderung dem Fluss oben entlang soll wunderschön sein. Aber eben, noch ist es eher grau und wandern macht doch nur Lust bei schönstem Wetter.

Kvernufoss

So laufen wir dann die 10 Minuten zum Kvernufoss und nach zwei Minuten, ohne dass wir den Wasserfall sehen, beginnen wir Fotos zu machen. Das kleine Tal ist magisch, man könnte Elfen, Trolle oder Hobbits hier vermuten, verwachsen mit Moos, blauer Bach, der es durchfliesst und tolle Felsformen. Es ist ein unglaublicher Spaziergang und mit jedem Meter wird es noch schöner und als dann der Wasserfall hinten auftaucht, bleibt uns die Spucke weg.

Wir fotografieren und laufen weiter, es hat noch wenige andere Leute hier, und alle machen ein Foto am anderen. Und ganz hinten am Wasserfall kann man ebenfalls hinten durch laufen. Ein absolutes Muss! Es ist sicher nicht der grösste Wasserfall, aber sicher einer der mystischen. Schon wieder eine Nr. 1? Wenn man die Gegend miteinbezieht, ja….

Als wir uns dann endlich wieder losreissen können, fotografieren wir auf dem Rückweg wahrscheinlich alle Felsen und Ansichten noch einmal, es ist einfach so schön!

Was sollen wir jetzt mache? Bei den Wasserfällen auf die Abendsonne warten? Wir entschliessen uns, direkt nach Vik auf den Campingplatz zu fahren, wir sind zu erledigt, als wir noch mehr Eindrücke aufnehmen könnten. Es sind wieder nur 30km und wenn das Wetter morgen wie vorausgesagt sonnig ist, sind wir ganz schnell nochmals bei all den Fosses und begehen diese eben nochmals!

23.9.2022 - Da bekommt man richtig Fernweh. Ganz tolle Bilder und Berichte. Habt weiter eine schöne Reise.

Fehr Martin


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