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Griechenland 2017
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Muslime, Verschleierung und andere Gedanken

Ein paar persönliche Gedanken über die Kultur unseres Ferienlandes

Ich geben es zu, ich bin nun zum ersten Mal in einem wirklich muslimischen Land. Auf der Strasse, am Markt und überall gehören verschleierte Frauen zum Alltag. Einige tragen nur ein Kopftuch, bei andern sieht man nur die Augen. Wenn in unserem Dorf zu Hause eine solch ganzverschleierte Frau entgegenkommt, schiessen mir viele Gedanken durch den Kopf und dann eher negative. „Warum passt sich diese Frau nicht an in unserem Land?“ „Macht sie das freiwillig?“ „Sie sieht aber gefährlich aus!“ und ähnliches.

Und hier plötzlich ist alles anders. Ich freue mich richtig, wenn solche Frauen uns entgegenkommen, in farbigen Gewändern, lachend, tratschend und freundlich. Bei manchen sieht man nur die Brille, bei andern vermutet man eine ältere oder jüngere Frau unter den Gewändern. Und es sehen bei weitem nicht alle gleich aus! Einige haben einen tollen Gang, andere kunstvoll gewundene Kopftücher  oder leuchtende Augen, manche Figurbetont, andere eher in alten Bademänteln. Die einen gestresst schnell gehend, die anderen schlendernd, einige grüssen freundlich, andere gehen stumm vorüber. Aber keine einzige ist bedrohlich, gefährlich oder abweisend, und das, obwohl wir ja ganz anders gekleidet sind. Klar, es gibt auch Marokkanerinnen, die so gekleidet sind wie wir, vor allem die Jungen, aber ebenso viele Junge sieht man in den traditionellen Gewändern, alles bunt gemischt.

Ich glaube nicht, dass mir in solch einem Gewand wohl ist. Wir haben sogar so ein Gewand gekauft und obwohl fast alle so rumlaufen, getraue ich mich nicht, es zu tragen. Ich fühle mich einfach nicht wohl, bin nicht ich selber. Da fühle ich mich in Jeans und T-Shirt einfach sicherer, auch wenn alle anderen anders rumlaufen. Und warum soll das den verschleierten Frauen in der Schweiz anders ergehen? Wenn sie plötzlich in Blusen und Röcken auf die Strasse müssten, die würden sich ja so fühlen, wie wenn wir nackt die Zürcher Bahnhofstrasse hochlaufen müssten.

Ich nehme mir fest vor, die nächsten verschleierten Frauen in der Schweiz freundlich zu grüssen und nicht einfach nur negative Gedanken zu zulassen.

Und zum andern, obwohl man hier nicht mal die Gesichter ganz sieht, gibt es hübsche und weniger schöne Gestalten. Durch die Art, wie sie sich kleiden, gehen, bewegen und sprechen teile ich sie unbewusst in sympathisch oder nicht ein. Wäre das nicht viel schlauer auch bei uns? Bei uns ist doch unter den Frauen ein Kampf ausgebrochen, wer ist die hübscheste, wer gefällt am Besten. Und die Auswüchse mit vollschlanken Weibern in engen Leggins, Knochengerüsten in Miniröcken, blondgefärbten Haaren der 70jährigen, ist doch überhaupt keinen Fortschritt im fortschrittlichen Europa. Und warum darf bei uns denn eine 50jährige keine grauen Haare haben? Der Wettkampf um Aufmerksamkeit bei unseren Frauen nimmt doch extreme Auswüchse an, und wir Männer machen da voll mit.

Da bewundere ich hier die Sitten und Gebräuche, ohne dass eine Frau sich als Sexobjekt fühlt, kann sie sich doch mit verschiedenen Faktoren von der Mehrheit abheben, egal welche Figur und Aussehen sie hat. Manchmal ist das neue eben nicht besser.

6.11.2017 - Ja, Ihr Lieben. Da gibt es ja in nächster Zeit einiges an guten Botschaften in die Schweiz zu tragen. Ich will jetzt lieber nicht aufzählen zu was es alles Alternative Gedanken brauchen würde. Liebe Grüsse und Euch weiterhin eine schöne Reise. Wir stechen am 24.11. in "See" - wieder 4 Monate Portugal. Wir sind schon ganz gespannt. Ein Einblick in letzten Winter www.portugal.kzpt.eu ADOLF

- Adolf Stoll


7.11.2017 - Wir haben Tränen gelacht, im positiven Sinne...; Uns gefällt der Schreibstil, amüsant, ideenreich und unkonvetionell. Deine /eure Gedanken bzgl. Kultur und Voruteilen haben mich beeindruckt, ich denke wir sollten alle ein wenig dankbarer sein! Wünschen euch noch jede Menge Spass und herzliche Abenteuer! LG Richard

- Richard "Zirbl"


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