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Finnland 2018
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Roadtripp

und Wunsch-Übernachtungsplatz

hier schlafen wir

Durch Bergen stecken wir noch kurz im Verkehr fest, bevor es auf unserer heutigen 200km langen Strecke beginnt, richtig zu rollen. Schlussendlich werden es dann wegen einer Strassensperrung ein Stück mehr, aber das wissen wir da noch nicht. Unser Interesse gilt unserem erster Zwischenstopp nach 30 km. Es gibt dort eine Wollfabrik mit Fabrikladen und da man seiner Frau auch mal etwas gönnen mag, haben wir dort einen Halt eingeplant. Und die ganze Reiseplanung war darauf ausgelegt, nicht an einem Sonntag hier durchzukommen…

Anita in der Hillesvåg Ullvarefabrikk

Wir stoppen vor der Fabrik direkt am Meer und betreten den Laden. Vom ersten Blick an sind wir überwältigt. Sogar mir gefällt es ausserordentlich gut und Anita ist im 7. Himmel. Erst recht, wo sie «ihre» Strickbücher findet, allerdings auf norwegisch. Wie gut, können wir in einem dieser Bücher nachschauen, welchen Norwegenpulli ich bekomme (obwohl mein Island-Pulli nicht mal fertig ist) und Anita verhandelt dann mit der Ladenbesitzerin, welche Wolle in welchen Mengen und Farben sie nun braucht. Es ist einen rechten Haufen, dünkt mich, vor allem muss ich ja das Ganze bezahlen. Anita nimmt auch noch ein Fixfertig-Pack inkl. Wolle und Strickanleitung für warme Reisesocken, die sie bis ans Nordkapp dann hoffentlich fertig hat.

Hillesvåg Ullvarefabrikk AS ca. 30 km nördlich von Bergen bekommt von uns glatte 5 Sterne! Auch die gefilzten Trolle, die überall im Laden ausgestellt sind, sind ein Wunderwerk. Auch ich bekomme von meinem Schatz fünf Sterne, wenn ich auch manchmal ein Troll bin, einfach nicht so herzig wie die im Laden.

Danach geht es weiter und wir tanken noch schnell, man weiss ja nie, wann die nächste kommt, denn wir wollen heute nicht einfach die normale «Touristenroute» nach Norden nehmen, sondern etwas die kleineren Wege. Es läuft gut durch wunderschöne Landschaften, stoppen wir doch wieder viel mehr, als vorgenommen. Statt die Fähre nach Lavrik nehmen wir die kleinere von Rutledal nach Leirvik und wir haben Glück. Gerade als wir an das kleine Fährterminal hinfahren, läuft die Fähre ein. Alle Fahrzeuge, die von Losnegard auf der Fähre hierherfahren, müssen von der Fähre runterfahren, eine 180 Grad Kurve machen und wieder auf die Fähre hochfahren. Und als alle diese Fahrzeuge wieder oben sind, kommen wir an die Reihe. Es geht tipptopp, der Ticketmann macht wieder ein Foto von unserer Autonummer, schickt es an sein System und schon haben wir bezahlt und 50% Rabatt bekommen.

Nach den 20 Minuten auf der Fähre sind wir danach auf der kurvigen und bergigen E57 bis nach Dale. Dort gibt es zwei Stellplätze, aber weil wir von der Gegend euphorisiert sind, beschliessen wir nach einem kurzen Besuch bei der Kirche, weiter zu fahren, es ist noch zu früh für den Tagesstopp. Wir fahren durch einen Tunnel indem es einen farbig blauen Kreisel gibt, zweigen die erste rechts ab und stehen 8km weiter vor einer Schranke. Strasse gesperrt! Wir haben Mühe, das Schild zu entziffern, glauben aber zu lesen, dass wir bis 15 Uhr zwei Stunden warten müssten, bis die Strasse wieder für eine Stunde geöffnet wird. Zu lange für uns. Also Rückwärtsgang rein, umdrehen, wieder beim farbigen Kreisel im Tunnel vorbei und die nächste Strasse über die Hängebrücke ausprobieren und den 35km langen Umweg in Kauf nehmen.

Koordinaten 61.37277, 5.404843

Auf der Karte sieht diese Strasse ziemlich eng aus. Wie lange brauchen wir für diesen Umweg? Eine Stunde? Wir wissen es nicht, darum fahren wir einfach los. Falls es zu eng wird, können wir immer noch umdrehen. Aber es ist schlussendlich breiter wie erwartet und der Umweg lohnt sich auf jeden Fall, solange man gerne Bergstrassen fährt!

Nach einer kleinen Ewigkeit um die ganze Halbinsel herum kommen wir dann in Førde wieder auf die ursprüngliche Hauptstrasse. Dort geht es zügig weiter Richtung Florø, bis wir rechts abzweigen Richtung Norden.

Auf dieser Strecke habe ich im Vorfeld einige Freistehplätze herausgeschrieben, die gemäss Google Maps für eine Übernachtung infrage kämen. Insbesondere der Wanderparkplatz vor dem Magnhildskartunnel wäre super geeignet (61.66521, 5.194337), aber ich habe noch einen anderen als Favoriten abgespeichert. Falls jener dann nichts ist, können wir immer noch zum Wanderparkplatz zurückkehren.

Unten am Berg also links 4km einer Singleroad dem Meer entlang. Wir sind gespannt, ob der Platz wirklich etwas ist.

Und er ist top!

Das sehen wir schon von der Strasse aus, also stellen wir unser Knutschi in einer Waldlichtung 5m vom Meer entfernt in die Einsamkeit. Wow, was für ein Platz. Wir sind nicht die ersten hier, aber alleine, und lesen zuerst mal noch zwei kleinere Stücke Müll auf. Man soll so ein Platz immer sauberer verlassen, wie man ihn antrifft.

Dann machen wir ein paar Fotos und geniessen es einfach nur. Solche Plätze findet man normalerweise höchsten auf Prospekten von Wohnmobilhändlern, aber sicher nie selber, wenn man unterwegs ist. Aber zum Glück gibt es Ausnahmen!

Anita kocht die gestern eingekauften Hamburger und macht Risotto dazu, ich schreibe den Blog und geniesse die fantastische Aussicht aufs Meer ganz alleine in der Natur und höre dem lauten Vogelgezwitscher zu. Auf dem Meer springt ein Wal und aus dem Wald trottet ein Elch (na ja, das ist jetzt Wunschdenken)

Bei 20 Grad draussen, darf man das. Und übrigens eine Mücke in Skandinavien haben wir noch immer nicht gesichtet…

Während dem schreiben geht übrigens ein kurzer Regenschauer über unser Knutschi hinweg, bringt der Natur eine Abkühlung, nicht aber unserer Stimmung!

Sonnenaufgang: 4:26 Uhr
Sonnenuntergang: 23:02 Uhr
leicht bis bewölkt, zwischendurch Regen, 15 - 23 Grad

Durchschnittsverbrauch: 9,2 Liter
Durchschnittsgeschwindigkeit 54 km/h
Fahrzeit: 5:57 Std
324km

Externe Links

Übernachtung

Myklebust - Vindspollen*****
frei

direkt am Meer, wunderschön

Koordinaten: 61.70197,5.1627861
N 61° 42' 7.1"  E 5° 9' 46"
letzter Besuch: 5.2024

31.5.2024 - Liebe Anita, stricke fleissig, es kommen noch mehr Wollläden auf eurer Strecke bis Kirkenes. Lieber Rolf, gut ist eure Garage nicht mit Fahrräder belegt. So habt ihr Platz für all die wollenen Sachen, Rohmaterial, Halbfabrikate oder fertig Gestricktes. Bei uns kam auf unseren langen Nordlandreisen von allen drei Zuständen immer viel zusammen. Die Ware ist aber langlebig, so wie die Erinnerung an die tollen Landschaften. Weiter so, das gefällt! Gruss Pirkko&Andreas

Andreas


1.6.2024 - Liebe Anita, lieber Rolf, - wir haben gerade euren Blog nachgelesen. Toll, was ihr alles erlebt. Den Tunnel mit dem blau beleuchteten Kreisel haben wir auch noch gut in Erinnerung. Viel Spass weiterhin und hebbet Sorg. - Gruss -

- Michael


4.6.2024 - Vielen Dank fürs Mitnehmen auf eure Reise in den Norden! Ich bin eigentlich eine stille Lesende eures Blogs, aber der Wollladen hat mich zum Schreiben animiert. Ich würde da auch einen Halt "erzwingen", und mein Mann müsste sich laaange gedulden. Weiterhin gute Fahrt!

Esther


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