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Fastnet Rock Irland 2019
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Rummel auf dem Festland

Aber wir besteigen auch den zweithöchsten Leuchtturm Europas

Auf der Fähre schlafen wir wiedereinmal sehr gut, das schwanken Abends liess in der Nacht deutlich nach, so dass wir am Morgen erholt aufstehen können. Nach dem opulenten Frühstück, das im Kabinenpreis inbegriffen ist, räumen wir noch die halbe Minibar leer und verstauen die Getränke in unserem Rucksack, danach müssen wir schon zu unserem Knutschi und machen uns abfahrbereit.

Auf die Minute pünkltich legt die Fähre in Cherbourg an und wir sind wieder auf europäischen Festland. Auf den Strassen nun wieder rechts fahren, aber auch diese Umstellung klappt eigentlich problemlos. Nur etwa 30km von Cherbourg weg steht der Phare de Gatteville, mit 75m Höhe der zweithöchste Leuchtturm Europas. Ist ja wohl klar, dass wir da den kleinen Umweg von 10km auch noch in Kauf nehmen.

Wir sind wiedermal beeindruckt, zahlen die 3 € Eintritt und klettern die 365 Treppenstufen im innern des Turms in die Höhe. Der Ausblick ist natürlich gewaltig, aber die Dicke der Mauern ist noch fast erstaunlicher, 2.60m massiver Stein... Wir geniessen den blauen Himmel und das warme Wetter. Hier auf dem Festland riecht die Luft irgendwie anders, sie fühlt sich auch anders an und irgendwie merken wir daran, dass wir wieder bald zu Hause sein werden.

sieht ja ganz klein aus

Während der Pause nach der Besichtigung haben wir die Idee, wenn wir jetzt schon im Herzen der Normandie sind, könnten wir ja gleich mal noch Omaha-Beach und den amerikanischen Soldatenfriedhof besuchen. Den haben wir nämlich bei unserem letzten Besuch hier in der Gegend nicht gesehen.

regt zum Nachdenken an

Allerdings erwischen wir dafür wohl einen ganz schlechten Tag: Auffahrt als ein Feiertag, wo nicht nur wir diese Idee haben und dazu ist in einer Woche anscheinend das 75 Jahre Jubiläum des D-Days. Und das wird wahrscheinlich für diese Region das grösste je dagewesene Fest. Schon jetzt Unmengen von Wohnmobilen, Militärfahrzeugen, Amerikaner und Kriegsveteranen, so einen Rummel sind wir einfach nicht mehr gewohnt.

Als wir dann auf dem Wohnmobilparkplatz parkiert haben und zum Soldatenfriedhof marschieren, laufen wir innerhalb Menschengruppen, Amerikaner mit T-Shirt-Beschriftungen von damaligen Einheiten, unmengen Schüler in bauchfreien Tenus und wild am Handy tippend und zwischendurch kommt uns eine Gruppe von deutschen Soldaten in ihren Uniformen entgegen. Dazu fliegen Militärhelikopter über das Gelände und überall Baustellen von Tribünenbauten, die noch nicht ganz fertig sind. Echt jetzt, das hat mit Einkehr in sich selbst, Gedenken an Gefallene Menschen und die Hoffnung, dass so etwas nie wieder passieren darf, rein gar nichts zu tun.

falscher Ort, falscher Zeitpunkt

Die 9387 weissen Kreuze vor den Gräbern und die Namen mit dem Todesdatum darauf, in all dem Rummel, lässt uns das nicht kalt.

Etwas bedrückt fahren wir dann weiter, einfach aus all diesem Rummel mit Vorankündigungen von Strassensperrungen für den 6. Juni, einfach raus gegen Westen. Irgendwie haben wir nun auch keine Lust mehr, weit zu fahren, wir müssen uns erst wieder etwas finden. Anita sucht auf Google Maps einen Stellplatz und lotst mich gekonnt dahin. Wir landen in Beuvron-en-Auge auf dem Stellplatz. Sehr schön gelegen und fast voll. Was ist denn hier wieder los? Wie es sich herausstellt, ist dieses Dorf ziemlich bekannt und zählt zu den schönsten Dörfern ganz Frankreich.

Beuvron-en-Auge

Ja, es sieht toll aus, aber auch hier viele Leute am heutigen Feiertag. Gegen Abend wird es dann aber besser, die meisten müssen ja wieder gehen, denn hier wohnen nur 191 Einwohner und nun auch noch 16 Wohnmobilbesatzungen. Nach einer, nein zwei, Crêpes sind wir satt und müssen den heutigen Tag etwas sacken lassen.

Morgen machen wir dann wieder mehr Kilometer


Übernachtung

Beuvron-en-Auge - Sosta Camper****
Stellplatz

schön und ideal gelegen

Koordinaten: 49.186527,-0.049640
letzter Besuch: 5.2019

30.5.2019 - Willkomma zrugg ufm Kontinent.

Anna-Töna und Mathias


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