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Balderschwang Deutschland 2016
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Schottland empfängt uns mittelmässig

Der erste Tag in Schottland war etwas verknorzt

Empfang in Schottland

Angefangen hat es schon auf der Fähre. Aus total nicht logischen Gründen wurde unser Deck als letztes aus dem riesigen Bauch der Fähre in die Freiheit entlassen. Das hiess, etwa eine Stunde später als erwartet gingen wir an Land. Eigentlich nicht schlimm. Danach fanden wir uns im Linksverkehr gut zurecht, durch Newcastle hindurch auf die A68, eine kleine Hauptstrasse Richtung Schottland. Just in dem Moment als wir auf diese Strasse biegen, fährt 200m vor uns ein Schwertransport mit zwei Lastwagen und riesigen Anhänger. Eigentlich nicht schlimm. Die ganze Strasse wird gebraucht, der spärliche Gegenverkehr muss jeweils anhalten. Überholen unmöglich, also mit 35 km/h hinterhertuckern. Die erste Ausweichmöglichkeit nach rund 20km lässt die Fahrer da vorne kalt, die Kolonne hinten ist sicher schon auf 10km angewachsen. Als auch die zweite Ausweichmöglichkeit ausgelassen wird, bin ich mir sicher, dass die einfach unendlich lange so weiterfahren. Und die ganze Kolonne von Engländern in stoischer Ruhe hinten nach. Alternative Routen, Fehlanzeige. Ich koche innerlich lasse mir aber nichts anmerken, wir haben ja Urlaub. Ist ja nicht schlimm. Irgendwann wird es dann auch Anita zu bunt und sie konsultiert die Karte. In ein paar Kilometern gäbe es einen Umweg von etwa 12km, damit wir 6 Kilometer weiter vorne wieder auf diese Strasse kommen. Die Umwegstrassen sind aber alle ziemlich klein eingezeichnet. Zu verlieren haben wir ja nichts, also Blinker raus und als einzige der riesigen Kolonne fahren wir links. Ist das jetzt ein gutes oder schlechtes Zeichen?

Die nächsten 10km sind dann aber das Highlight des Tages. Fast alles geradeaus, zwischendurch ein 90 Grad Kurve, aber berghoch, bergrunter, eine Welle an der anderen, manche 20% steil, und oben über die Kuppe wie auf einer Achterbahn. Die Gegend ist aber fantastisch und egal, wie es auf der Hauptstrasse dann aussieht, dieser Umweg hat sich gelohnt. Als wir die Hauptstrasse erreichen, sehen wir, dass wir gerade 300m vor dem Schwertransporter sind. Die Stimmung ist natürlich gewaltig gut jetzt.

Nun fahren wir die letzten 10km zur Grenze nach Schottland ohne irgendwelchen Verkehr, denn alle anderen sind hinter diesem Transport blockiert. Aber es ist ja klar, gerade als wir auf dem Parkplatz beim Grenzstein zu Schottland ankommen, kommen von der Gegenseite zwei Cars und entladen haufenweise andere Touristen. Ist ja nicht schlimm. Immherin bekommen wir noch ein Foto vom dudelsackspielenden Schotten vor dem Grenzstein, als es beginnt, wie aus Kübeln zu giessen. Ist ja nicht schlimm, damit muss man rechnen. Schottland empfängt uns!

Allzulange Zeit haben wir ja sowieso nicht, wir müssen vor dem Schwertransporter wieder auf der Strasse sein. In Jedburg fotografieren wir die Abby und kaufen in einem kleinen Geschäft unsere Vorräte ein. Danach auf der Strasse geht es im Regen eher schleppend vorwärts, wir sind jetzt im Verkehr der Kolonne drin, denn der Transport hat anscheinend eine andere Route genommen. Macht ja nichts, in Edinburgh haben wir für ein paar Kilometer eine Autobahn. In die Einfahrt rein und nach 100m ist Schluss, 15 km Stau! Wir haben anscheinend nicht berechnet, dass auch in Schottland am Freitagabend hochbetrieb auf den Strassen ist. Eigentlich nicht schlimm.

Wir kämpfen uns weiter bis nach Falkirk zum Wheel, einer einzigartigen Schleuse. Es ist nicht mehr viel los hier, schliesslich ist es inzwischen schon nach 16 Uhr und es schüttet noch immer wie aus kübeln. Auf dem oberen Parkplatz mit Sicht auf die Schleuse darf man nach Anmeldung und Bezahlung von 15 Pfund im Visitorcenter übernachten. Das Angebot nehmen wir an, machen ein paar Fotos und einen Spaziergang im Regen und geniessen nun unser Knutschi und verarbeiten unseren ersten schottischen Tag.

Übernachtung

Falkirk - Falkirk Wheel***
Parkplatz

P4 beim Falkirk Wheel, Anmelden beim Visitorcenter, keine Entsorgung

Koordinaten: 55.999339,-3.839596
letzter Besuch: 9.2016

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