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Sveti Petar Kroatien 2015
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Stellplatz Gähwil und die Iddaburg

Wir sind fasziniert von diesem schönen Fleckchen Erde

Wir verbringen eine sehr ruhige Nacht auf dem Stellplatz und erwachen ausgeruht in der schönen Umgebung des Toggenburgs. Es ist einfach ein schöner und zweckmässiger Stellplatz, leider ohne Entsorgung. Mit Werner, einem der Betreiber, führen wir dann ein längeres Gespräch und erfahren viel Interessantes über die Entstehung dieses Platzes. Und wie an vielen Orten, sind die Behörden nicht gerade wirklich begeistert von den Wohnmobilisten, im Gegensatz zur hiesigen Bevölkerung. Anfangs noch etwas skeptisch, haben die Leute hier gefallen an den Wohnmobilisten gefunden. «Endlich laufe etwas im Dorf und endlich kommen auch wieder mal auswärtige zu uns» hört man die Einheimischen reden. Gähwil ist nicht gerade das Tourismusmekka in der Region… Diese Freundlichkeit der Bevölkerung erfahren wir kurze Zeit später im Dorfladan. Bei unserem Einkauf sind wir schnell im Gespräch mit der Kassiererin und sie schwärmt von den Wohnmobilisten. Sie seien freundlich und es sei einfach spannend, von woher sie immer kommen. Auch Werner erzählt zu beginn, dass jedes Wohnmobil, das hier landet, ihm sofort gemeldet wird und manche Einheimischen immer am Stellplatz vorbei marschieren, um zu schauen, ob wieder neue Womos hier sind und von woher die kommen. Diese Erzählungen freuen uns innerlich einfach, weil man einfach merkt, dass wir hier Willkommen sind und nicht mit Nasenrümpfen empfangen werden.

Aber eben, nur die Gemeinde hat es noch nicht gemerkt, denn die zwei Betreiber müssen alles aus den Einnahmen der günstigen Stellplatzgebühren bezahlen und gleichzeitig noch Platzmiete an die Gemeinde abliefern, obwohl der Parkplatz sonst überhaupt nicht genutzt wird. Es wäre hier eigentlich einfach, auch noch eine Entsorgungsstation einzurichten, da die Skiliftgebäude sogar Toiletten hätte. Wasser und Kanalisation sind also ganz in der Nähe vorhanden.

Hoffen wir jetzt einfach, dass dieser Stellplatz in diesem Sommer ein Erfolg wird und die Bevölkerung noch mehr Freude daran findet. Das wären dann die Grundlagen, dass eventuell an einer der nächsten Gemeindeversammlungen der Stellplatz vielleicht sogar mit Gemeindegeld etwas ausgebaut werden könnte.

unterwegs Richtung Iddaburg

Aber fertig nun mit der Politik, wir wollen den Weg zur Iddaburg unter die Füsse nehmen. Eine Stunde immer leicht den Berg hoch, über saftige Wiesen und grüne Wälder. Zwischendurch auf dem Elvis Pressley Boulvard bei einem Bauernhof entlang, dann wieder durch den Wald bis wir vor einer kleinen Felswand stehen. Fussgänger müssen auf der Talseite durch einen schmalen, faszinierenden Weg bis zur Grotte dem Weg entlang. Die Grotte ist eine kleine Kapelle, die so halb in den Fels gehauen, halb als Holzunterstand erstellt wurde. Diese Lourdes-Grotte geht auf den Wallfahrtspriester Jakob Tribelhorn (1885-1890) zurück. Er liess die Grotte im Gedenken der Erscheinung der Gottesmutter Maria an Bernadette Soubirous in Lourdes (1858) erbauen. Bischof Augustinus Egger weihte die Grotte am 9. September 1888 ein. Die Grotte der Iddaburg ist ein Ort der Stille. Pilger suchen den Ort auf, um die heilige Idda zu verehren. Die heilige Idda ist zwar von der römisch-katholischen Obrigkeit nicht als Heilige anerkannt, sie wird aber weit herum als Heilige vom Volk verehrt. Wenn es die Witterungsverhältnisse gestatten, nutzt Wallfahrtspriester Walter Strassmann die Grotte für kurze Andachten. Heute ist allerdings nichts los, und darum steigen wir die letzten Meter zur Iddaburg hoch.

Lourdes-Grotte

Die Wallfahrtskirche St. Iddaburg befindet sich dort, wo im Mittelalter die alte Toggenburg, die Stammburg der Grafen von Toggenburg stand. Hier lebte um die Mitte des 12. Jahrhunderts die aus dem weiteren Kreis der Habsburger stammende Idda.

zwischendurch faszinierend

Die Legende erzählt, dass ein Rabe Iddas kostbaren Hochzeitsring wegtrug, dieser von einem Jäger gefunden und an den Finger gesteckt wurde. Ein anderer Knecht erkannte ihn als den Ring der Gräfin und verdächtigte darauf beim Grafen den Jäger des Ehebruchs mit der Gräfin. Im Jähzorn liess der Graf den Jäger zu Tode schleifen und die unschuldige Idda stürzte er über die Burgzinne in die tiefe Schlucht. Mit Gottes Hilfe überstand sie den Absturz unversehrt, entschloss sich, ihr Leben allein Gott zu widmen und lebte als Einsiedlerin in einer Höhle.

Aussicht

Nachdem Anita mich aber nun nicht des Ehebruchs bezichtigte und ich sie im Gegensatz nicht über die Burgzinne in den Abgrund stossen liess, marschierten wir wieder zum Womo zurück. Das Restaurant mit der tollen Aussicht aus der Gartenterasse hatte leider geschlossen (immer am Montag) und so sind wir zwei Stunden nach dem Start der sehr schönen Tour wieder beim Womo.

Es ist klar, wir werden noch weitere male hierher zurück kehren, für uns ist der Stellplatz die Entdeckung dieses Jahr.


Übernachtung

Gähwil - Iddaburg****
Stellplatz

grosszügige grosse Plätze, sehr schön gelegen, ruhig, in der Natur und trotzdem nahe im Dorf. Keile mitnehmen

Koordinaten: 47.395413,9.001849
letzter Besuch: 6.2020

23.6.2020 - Und wenn man nach der Iddaburg weiterfährt, kommt man auf die Hulftegg. Dort hat es ein bekanntes Ausflugsrestaurant mit schönen Wandermöglichkeiten. Schöne Grüsse...

Thoberman


23.6.2020 - Was für eine tolle Landschaft. - Interessanter Bericht. - Danke für den Tipp. Viel Spass weiterhin - Gruss

- Michael


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