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Morschach Schweiz 2014
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Storchen- und andere Nester

Mit dem Womo ist Estland super, wir staunen nur immer wieder

Der Vogelnestturm

Gestern Abend gesellten sich noch andere Womofahrer zu uns auf diesen schönen Parkplatz, insgesamt übernachteten hier dann schlussendlich vier Womos. Es muss also ein ganz heisser Hot-Spot sein hier.

Wir erwachen relativ früh, packen unsere sieben Sachen zusammen und fahren genau 1,4km weit ins Dorfinnere Richtung Haapsalu zur Bischofsburg. Eine gut restaurierte Ruine einer imposanten Festung inklusive Kathedrale. Man hat viel Platz, die Mauern der Burg umschliessen ein ziemlich grosses Gebiet, ca. 200 x 200m und im Inneren hat es grosse Bäume, die Festungsanlage die zum Teil grad noch renoviert wird und viel Grün. Uns gefällt es auch hier sehr gut, aber ich will weiter.

Bischofsburg


Ich will endlich nach Tartu, der zweitgrössten Stadt Estlands. Dort auf dem Friedhof ist ein Freund von mir begraben, der während dem Training von einem alkoholisierten LKW-Lenker über den Haufen gefahren wurde. Ich habe sein Grab noch nie in echt gesehen und das lasse ich mir nun nicht entgehen. Ich weiss auf welchem Friedhof und ungefähr die Lage und das Aussehen des Grabes.

Der Friedhof ist riesig, aber echt stilvoll. Es scheint nicht alles so peinlichst geregelt zu sein, wie bei uns in der Schweiz. Alt und Jung , grosse und kleine Grabsteine, Familiengräber und solche von unbekannten Soldaten, alles durcheinander in einem Wald. Nach einem Weilchen Suchen und mit Hilfe von alten Fotos wo eine Kapelle im Hintergrund stand, finden wir das schöne Grab und halten ein paar Momente inne. Warum erwischt es immer genau die lieben, tollen Menschen so früh?

Grab von meinem Freund Lauri Aus


Eindruck macht mir auch, dass auf seinem Grabstein schon Platz reserviert wurde für die Namen seiner Kinder und seiner Frau. Das muss ich zuerst mal verdauen und ich merke, dass ich ziemlich selten auf Friedhöfen bin und gar keine Ahnung habe, was da so üblich ist.

Mit etwas gedrückter Stimmung fahren wir noch etwas weiter Richtung Süden. Die Landschaft ist ziemlich flach, sumpfiges Land, viele Wälder. Wir sehen Rehe und viele Störche, die in ihren Nestern hoch oben Junge füttern. Irgendwie auch eindrücklich und wir sehen auch Warnschilder von Elchen, aber keiner in lebendiger Form.

eines der vielen Storchennester

Schon früh kommen wir in Rôuge an, dort soll es seit 2016 in einem Erholungsgebiet ein 30m Aussichtsturm geben, der die Form von Vogelnestern hat. Wir finden die Stelle problemlos und sind schon von weitem schon wieder begeistert.

Auf der gesamte Anlage gibt es Blockhütten, Feuerstellen und beim Parkplatz sogar ein Infohaus, das aber erst ab Mai öffnet. Und wie in Estland üblich, auch öffentliches WLan. Estland ist in Sachen Internet der Vorreiter in Europa, per Gesetz muss da jeder Bürger Zugang zu gratis Internet haben und darum gibt es fast überall freie WLans. Wenn das nur überall in Europa so wäre.

zuoberst auf dem Turm beim Vogelei


Aber in den Bann zieht uns natürlich der Vogelnest-Turm! Er ist riesig und echt cool gemacht, so einen Turm habe ich wirklich noch nie gesehen! Selbstverständlich steigen wir sofort hoch in ein Nest und merken, dass er im Wind ganz oben ziemlich fest schwankt! Ein mulmiges Gefühl, die Aussicht auf unser Knutschi ist aber fantastisch. Wir spazieren herum, geniessen wieder den sonnigen Tag und dann hat Anita die Idee: Komm, wir leeren nun mal unser WC, wir haben ja Zeit!

Wir sind nun etwas mehr als einen Monat unterwegs, waren vor dieser Reise schon vier Tage im Engadin und haben den Feststoffbehälter unserer Trenntoilette noch nie geleert. Wenn das kein Luxusleben ist, sich nicht dauernd überlegen zu müssen, wo leere ich nun die Toilettenkassette?

Ich mach‘s jetzt kurz und über unsere erste Leerung gibt es dann einen Blogeintrag, wenn wir zu Hause sind. Aber jetzt nach 36 Tagen gebrauch riecht der Inhalt des Feststoffbehälters überhaupt nicht! Er ist nicht wirklich kompostiert, aber viel sieht man nun wirklich nicht mehr. Es ist einfach genial! Und es gibt etwa so viel Inhalt wie einen Wassereimer, nur trocken und nicht riechend. Wir leeren ihn in einen festen Abfallsack von zu Hause und schmeissen ihn gut verschlossen in einen Kehrichtcontainer. Das ging ja wirklich easy.

Heute Abend mache ich dann noch ein paar Nachtfotos vom Vogelnestturm…


Ach ja, heute ist definitiv klar geworden, dass wir nicht das letzte Mal in Estland sind. Wir finden es für Womofahrer einfach genial hier!

Externe Links

Übernachtung

Rôuge - Vaatetorn****
Parkplatz

vor dem Turm in einem Naherholungsgebiet, Campingplatz hätte es in der Nähe

Koordinaten: 57.728208,26.938898
letzter Besuch: 4.2018

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