Headbild
Finnland Supru 2014
Sie befinden sich: Blog \ Reisebericht

Teufel und Schweden

Und müde Beine

Stellplatz Bastei, wo wir sind

Wir schlagen die Augen auf und blicken durch das Dachfenster in einen strahlend blauen Himmel. Aus dem Seitenfenster blendet uns der leuchtend gelbe Raps entgegen und wir beschliessen sofort, nochmals einen Tag hier zu verlängern. An der Stellplatzreception frage ich nach Ausflugstipps und werde sehr gut beraten. Die Glieder schmerzen zwar noch etwas von gestern aber wir beschliessen, heute zu wandern. Direkt weg vom Wohnmobil kommen wir nach 500m der asphaltierten Strasse entlang auf den gelb markierten Bruno-Bathel-Weg (einheimischer Mundartdichter). Es geht schön leicht bergab durch den Wald bis wir auf den Utterwalder Grund kommen, dort hat es wieder diese mit Moos überwachsene Sandsteintürme. Es sieht einmal mehr fantastisch aus und wir fotografieren Schluchten, Felstürme und uns, als wir durch das Felstor im Utterwalder Grunde schreiten. Etwas weiter beim Friedrich Märkel Denkmal (Naturforscher, der hier den Käfer Byrrhus ornathus entdeckt hat. Dieser Käfer ernährt sich von Moos, kein Wunder hat man ihn hier entdeckt, bei diesem reichhaltigen Fressangebot…) zweigen wir Richtung Teufelsgrund ab, ein sogenannter Geheimtipp. 

Felstor im Utterwalder Grunde

Wir durchschreiten die Teufelsschlucht und die Teufelskammer. Es ist schon ein irrer Wanderweg: in der Teufelsschlucht muss man durch ein Felstor kriechen und der Boden ist ziemlich matschig. Die Frau, die gerade aus diesem Loch kriecht, ist nicht so begeistert, denn ihre Hände und Knie sind ziemlich dreckig. Das ist ja auch nicht gerade das, was wir uns wünschen, und so entschliessen wir, dieses Hindernis nicht ganz offiziell zu überklettern statt zu unterkriechen. Es klappt ziemlich gut und ist gar nicht so schwer, wie es aussieht. Uns durch Felsspalten und Höhlen zu zwängen, haben wir noch mehr Gelegenheiten auf diesem Weg. Es ist wirklich ein lohnender Abstecher, mit Kindern absolut genial, da diese überall durchpassen. Wir grossen müssen uns schon manchmal etwas zwängen, aber es geht ziemlich gut und ist auch nicht gefährlich, aber sehr eindrücklich.

Zurück wieder auf dem breiteren Wanderweg kommen wir in der Stadt Wehlen an. Da wir schon 8km in den Beinen haben, entschliessen wir uns, einzukehren und etwas zu essen. Mit Blick auf die Elbe geniessen wir ein Schnitzel und sehen den Raddampfer anlegen und danach Flussaufwärts stampfen. Cool, wir nehmen das nächste Schiff, da es ganz genau in unsere geplante Richtung fährt. Allerdings sehen wir dann auf dem Fahrplan, dass dieses Schiff heute das letzte in diese Richtung ist. Wir könnten nun die Fähre über die Elbe nehmen, auf der anderen Seite auf die Eisenbahn warten, damit bis nach Rathen fahren und dann mit der nächsten Elbfähre wieder auf die richtige Seite wechseln. Aber da es nur 4km sind, entschliessen wir auch diesen Weg zu erwandern und stärken uns vorher noch mit einem feinen Eis. So läuft es sich bedeutend einfacher und wir kommen gut der Elbe entlang vorwärts.

In Rathen haben wir nun schon 12km in den Beinen, als wir zum Amselsee abzweigen. Es ist ein kleiner See, der künstlich und extra für die Touristen gestaut wurde. Er ist in die steilen Bergwände eingebettet und wir sehen den blauen Himmel und die Sonnenstrahlen nur auf der anderen Seeseite. Nach der Seepromenade näheren wir uns wieder den Felsen der Bastei, dieses Mal allerdings von unten.

Amselsee

Viele, viele ungleich hohe Treppenstufen geht es nun hoch durch die Schwedenlöcher (als im Dreißigjährigen Krieg das nördlich gelegene Dorf Rathewalde im August 1639 von schwedischen Soldaten zerstört wurde, flohen die Bauern der Gegend in die wilde Schlucht und brachten sich und ihr Hab und Gut dort in Sicherheit).

Es geht wieder zwischen steilen Sandsteinfelsen immer weiter hinauf. Der Aufstieg ist faszinierend und so kommen wir dann ganz oben an der Bastei an. Und da immer noch schönstes Wetter herrscht, machen wir dort den Rundgang auch nochmals, obwohl wir vorgestern ja schon alles besichtigt haben. Aber bei blauem Himmel ist alles noch etwas schöner.

Und dann, nach 18km und etwas schmerzenden Füssen schleppen wir uns mit allerletzter Kraft zum Bus, der zwischen Parkplatz und Bastei pendelt. Der Bus bringt uns in 5 Minuten direkt vor den Stellplatz. Was für eine Wohltat. Es ist schon cool, dass hier mit der Gästekarte Bus und Eisenbahn kostenlos benützt werden können. Das vereinfacht die Reise zwischen den Sehenswürdigkeiten schon sehr, auch wenn wir es meistens aus eigener Kraft geschafft haben.

Diese Gegend und auch der Stellplatz ist eine absolute Empfehlung, der Stellplatz perfekt gelegen, unserer Meinung nach etwas besser wie die Stellplätze direkt an der Elbe.

Aber jetzt haben wir genug Felsen, Schluchten und Steinformationen fotografiert, morgen geht es definitiv weiter.

Übernachtung

Rathewalde - Reisemobilpark Bastei****
Stellplatz

inklusivem allem Service

Koordinaten: 50.98512,14.056934
N 50° 59' 6.5"  E 14° 3' 25"
letzter Besuch: 5.2023

9.5.2023 - Liebe Anita, lieber Rolf - Wunderschöne Aufnahmen. Und euer Bericht weckt alte Erinnerungen an unseren dortigen Besuch vor einigen Jahren. Weiterhin gute Reise und viel Spass. Gruss -

- Michael


Diesen Artikel kommentieren oder Fragen dazu stellen