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Marokko 2017
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Vom Viaduc de Millau nach Andorra

Es ist unser 27. Womoland

Nachdem Anita diese Nacht 12 Stunden lang schläft (Nachwehungen vom Caravan Salon in Bern) sind wir etwas nach 8 Uhr wach und machen uns mit Fotoapparaten bewaffnet auf Erkundungstour. Auf dem Rastplatz ist noch nichts los, das kleine Infozentrum zur Brücke öffnet erst um 10 Uhr. 

Von den Aussichtspunkten machen wir Fotos und passen bei sehr wechselhaften Lichtverhältnissen jeweils den besten Moment ab. Das Viaduc de Millau ist wirklich imposant und mit seinen 2460m die längste Schrägseilbrücke der Welt, mit 343m Höhe auch das höchste Bauwerk in Frankreich. Irgendwie können wir uns nicht richtig sattsehen, machen dann aber doch noch einen Rundgang im kleinen InfoCenter. Hier wird vor allem der Bau gezeigt, wie die Fahrbahn über die Pfeiler geschoben wurde, die Pylonen aufgestellt und befestigt wurden, etc. etc. 

Danach entsorgen wir auf der ziemlich dreckigen Entsorgungsstelle, machen unsere Dashcam an und fahren die knapp 3km über die Brücke. Da die Brücke eine leichte Kurve aufweist, wäre die Fahrt von Süden Richtung Norden etwas spektakulärer, wie die Richtung, die wir nun fahren.

Bei der nächsten Ausfahrt zweigen wir ab und fahren die D999 nach Albi. Diese Strecke ist einer der schöneren, die wir schon erleben durften. Berg hoch und runter, eine Kurve an der anderen, aber mit toller Weitsicht, vielem farbigen Mischwald, guter Ausbau und vielen kleineren Rastplätzen. Hierher müssen wir unbedingt mal zurückkehren, wenn wir in Frankreich sind. Wir könnten in jedem Dorf, auf jeder Kuppe stoppen und Fotos machen. Aber wir wollen nach Spanien und nicht Frankreich bereisen. Nur in Saint Affrique stoppen wir kurz und gehen einkaufen.

Einkauf

Danach fahren wir wieder auf der Autobahn an Toulouse vorbei, bis wir dann endgültig Richtung Andorra und die Pyrenäen abzweigen. Ab jetzt geht es kurvig den Tälern entlang, immer leicht steigend. Das Wetter ändert dauernd, nach geschätzte zehn Regengüsse und drei Regenbogen wird es steiler und kälter. Das Thermometer zeigt -1 Grad an, als wir auf 2000m den Zoll zu Andorra passieren. Da es nun auch wieder nieselt, nehmen wir für 12 €uro den Tunnel in Pas de la Casa und fahren nicht noch höher über den Pass. Da wir leider noch Sommerpneus montiert haben (ich weiss, unverantwortlich, aber wir hatten einfach keine Zeit mehr) wollen wir nicht riskieren, dass plötzlich weiter oben die Strassen schneebedeckt sind.

die Berge hoch auf 2000m

Nach dem Tunnel geht es wieder bergab, steil bergab. Irgendwie hatte ich von meiner Velokarriere Andorra nicht so bergig in Erinnerung, wie es nun wirklich aussieht. Macht aber nichts, in Encamp sehen wir links oben plötzlich ein paar Womos auf einem Parkplatz, also stellen wir den Blinker und fahren dort auf den Platz. Es gibt sogar eine Entsorgungsstation, allerdings ist das Parkieren ziemlich teuer, pro Stunde 3 €, bei 12 – 24 Stunden macht das insgesamt 36 Euros. Andorra hat ja nicht gerade viele ebene Flächen, und von daher ist der Preis gerechtfertigt. Morgen werden wir noch günstig tanken (1.18€) und dann endlich in Spanien ankommen und etwas weniger fahren müssen.

Wir sind in Andorra

Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob man Andorra gesehen haben muss, würde ich Nein sagen. Schon als Rennfahrer hat mir Andorra la Vella keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, und die Fahrt heute auch noch nicht wirklich. Die Schweizer Berge sind mit mehr Style verbaut als hier, wo einfach scheussliche Hotelkomplexe die Wintertouristen anlocken.

Vielleicht überrascht mich das kleine Land morgen noch, die heutige Chance hat es vertan.

Übernachtung

Encamp - Aparcamiento***
Stellplatz

Parkplatz mit Entsorgung, genug Platz, aber teuer

Koordinaten: 42.53259,1.578363
letzter Besuch: 11.2021