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Finnland 2018
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Von Planung und Glück

Nordlichter, Wale und vieles Andere

Wir sind schon Glückskinder, das darf man zweifellos sagen. Allerdings muss man auch sehen, dass ein ganz klein wenig auch Planung dazugehört. Beispiel diese Islandreise. Wir wussten dank Polarvorhersage-App schon etwa vier Tage zum Voraus, dass Samstag und Sonntag gute Chancen bestehen, intensive Polarlichter zu sichten. Das isländische Wetterapp versprach ab Sonntag auf unserer ungefähren Reise bestes Wetter, also mussten wir den Sonntagabend so planen, dass wir an einem möglichst dunklen Ort sein werden. Was bietet sich da besseres an, wie der Guldifoss? Keine Ortschaft in der Umgebung und ein Übernachtungsplatz fussläufig entfernt. Also mussten wir die letzten Tage unsere Kilometerzahl in ungefähr diesem Ziel anpassen.

Sonntag schönstes Wetter, noch viel Zeit bis abends, also suchen wir den Campingplazt am Myvatn-See so aus, dass wir mal zu Fuss zum Flugfeld laufen können, um abzuklären, was man von dort aus machen kann. Gemäss der Webseite des dortigen Reiseanbieters würde um 10 Uhr ein Flugzeug für einen Rundflug starten. Also müssen wir doch schon um 9 Uhr dort sein, um auch danach zu fragen…

Es ist also nicht ganz alles Zufall. Auch die Endlosdusche bei Krafla kann man sich ja denken, dass nachmittags da echt was los sein wird, also planen wir so, dass wir da um 9 Uhr und ganz alleine sind…

Aber für Spontanität muss immer Zeit bleiben. Als Dolores und Andreas uns zu Beginn der Reise von einem heissen Wasserfall vorgeschwärmt haben, konnten wir so umplanen, dass wir eben dort auch hinfahren. Und den Wasserfall konnten wir auch nur besuchen, weil wir unsere Bikes dabei hatten, obwohl alle Islandfahrer uns geraten haben, lasst die Velos zu Hause, die braucht ihr nicht. Den eigenen Kopf und eigene Ideen eben trotzdem verfolgen…

Zurück zu den Nordlichtern. Da reicht es eben auch nicht, nur schnell ein paar Handyfotos zu machen, denn wenn es dunkel ist, ist eine gute Fotoausrüstung eben Gold wert. Dabei ist wichtig, dass der Fotoapparat eben auch im dunkeln bedient werden kann und die richtigen Einstellungen betätigen kann. Ebenso braucht man ein stabiles Stativ, denn ohne ist es auch nicht möglich. Dazu standen wir mehr wie zwei Stunden in der nächtlichen, feuchten Kälte und warteten. Den Standort für die Fotos haben wir am Nachmittag schon auskundschaftet, denn ihn im Dunkeln zu suchen, nützt auch nichts mehr.

Darum, etwas vorausdenken gehört für uns zu einer tollen Reise eben auch dazu.

So haben wir heute auch wenige Kilometer zurückgelegt im Hintergrund, das schöne Wetter auszunützen. Denn um 13:30 Uhr würde ein Wal-Watching-Tour in Hauganes stattfinden. Also planen wir die heutige Strecke so, dass wir spätestens um 12:30 Uhr dort ankommen.

So und nun zum Blogeintrag.

Nachdem wir gestern bis 2 Uhr nachts draussen standen, Nordlichter bestaunten, fotografierten aber noch mehr dieses Naturphänomen bewunderten, sind wir glücklich, erschöpft und durchfroren in unsere warmen Betten gestiegen. Es war phänomal, zum Teil war der ganze Himmel grün, oder mindestens genau über unserem Womo. Stundelang waren sie am Himmel, so, dass wir irgendwann doch ins Womo sind…

Heute fuhren wir dann weiter Richtung Akureyri, der grössten Stadt im Norden. Leider verpassen wir den Abzweiger auf die Bergstrasse und finden uns im 7km langen Tunnel wieder. 7km keine Aussicht, völlig ungewohnt. Und danach fahren wir wieder völlig ungewohnt in eine Stadt! Häuser, Strassen und Verkehrsampeln! Die ersten, die wir auf Island sehen! Und das Rotlicht ist überall jeweils ein Herzchen! Wahrscheinlich weltweit die einzigen sympathischen Rotlichter!

Bei einem grossen Einkaufszentrum stoppen wir auf dem Parkplatz und wollen einkaufen. Es ist 9:30 Uhr und alle Läden sind noch geschlossen. Perfekt um nach dem Rundflug viel Geld zu sparen, Anita kann nämlich nichts kaufen…  Also warten wir und kaufen Lebensmittel ein. Die Peperonis lassen wir aber sein, zwei kosten über 10 Stutz! Aber endlich finden wir Wasserflaschen mit Kohlensäure. Aber im Gestell haben sie nur 4 Einheiten, also kaufen wir die vier Flaschen, was anscheinend hier ziemlich aussergewöhnlich ist. Normales Wasser kauft man hier nicht, überall kann man Wasser aus den Leitungen trinken, aber Wasser mit Kohlensäure kauft man anscheinend auch nicht. Denn an der Kasse macht uns die Kassiererin noch extra darauf aufmerksam, dass dies dann Wasser mit Kohlensäure sei…

Danach fahren wir einige Kilometer dem Meer entlang nach Haugenens, parkieren dort auf dem Campingplatz mit Meersicht und marschieren zum Wahlwatching-Touranbieter. 10 Minuten später haben wir gebucht und müssen um 13 Uhr wieder dort sein.

Pünktlich sind wir zur Stelle, bekommen alte Sicherheitsanzüge der norwegischen Küstenwache, und dann warten wir mit diesen Mondanzügen vor dem Wahlfängerboot, sorry, Wahlbeobachtungsboot. Gut gefüllt legt es ab Richtung Meer, dachten wir. Haugenes liegt am gössten Fjord von Island und um die Wale zu beobachten, müssen wir keine 500m fahren, und schon schnauft der erste in der Nähe unseres Bootes. Wow, und schon habe ich die erste Schwanzflossenwalfoto, von dem ich seit Jahren träume, im Kasten! War das einfach!

Wir sind absolut begeistert, merken aber, dass es doch nicht ganz so einfach ist, nahe an die Wale zu kommen. Ihr verhalten ist aber einfach zu durchschauen, sie tauchen vier Mal alle ca. 30 Sekunden auf um Luft zu holen und beim fünften Mal machen sie den Tauchgang, wo dann eben die Schwanzflosse so in die Luft geht. Danach sind sie vier bis fünf Minuten auf Tauchgang, bevor sie wieder auftauchen und das Spiel von neuem beginnt.

Wir sehen in diesen zwei Stunden auf einem ruhigen Fjord sicher 10 verschiedene Wale, machen Fotos und geniessen so eine Schwanzflosse auch mal, ohne durch den Fotoapparat zu gucken. Einige sind mehrere hundert Meter weg, andere in rund 50m Entfernung. Eindrücklich und unbedingt ein Must! Am meisten Freude hat Anita, vor allem, weil man nicht wie befürchtet auf das offene Meer fahren muss sondern in sicheren, ruhigen Fjord bleibt. Noch ein Tipp zum Schluss: ganz vorne am Boot ist der beste Platz, weil man auf beide Seiten sieht. Die Wahlbeobachtungsboote fahren die Wale immer von hinten an, weil man dann die Schwanzflosse beim beginnenden Tauchgang am besten sieht…

Der Hafen liegt nur 100m vom Campingplatz entfernt, also sind wir schnell bei unserem Knutschi. Nach einem feinen Vesperplättli stürzen wir uns in unsere Bademäntel und machen die drei HotTube und das umfunktionierte Segelboot direkt am Meeresufer unsicher. Das Wasser ist mit 40 Grad herrlich warm und wir geniessen gleichzeitig den Ausblick aufs Meer. Wale sehen wir aber keine mehr.

Wir haben unsere Dusche im Womo noch nie so wenig gebraucht, wie auf dieser Reise. Aber man sollte sich den hiesigen Bräuchen anpassen und diese Badekultur verinnerlichen. Ich beneide die Isländer darum, auch wenn wir nun diese HotTube direkt am Meer für uns alleine hatten…

5.9.2022 - Hallo zäme Wow, was für eine spannende Reise. Es scheint wirklich so, dass ihr immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort seid. Knutschi & grüner Himmel, einfach toll ! Freuen uns täglich auf euren Blog. Macheds guet Ruth & yt Yt This

Ruth& This Tischhauser


5.9.2022 - Ihr Lieben und Glücklichen Was für Aufnahmen! - Was für ein Video! - Ganz grossen Kino. - Weiterhin gut Glück, und viel Planung! - Gruss, auch von Renate, -

- Michael


7.9.2022 - gute Berichte, schöne Aufnahmen und ein tolles Video von den Nordlichtern. Macht wirklich gerade "gluschtig" auf eine Reise nach Island... Geniesst weiterhin die Ferien.

Claudia von Tobel


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