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Norwegen 2018
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Zwei Däppen unterwegs

trotzt Regen haben wir es lustig

Manchmal ist es besser, wenn man sich nicht zu ernst nimmt, das Leben ist einfacher. So wie heute. Die Berge sind verhangen, es macht ums Regnen herum und das soll den ganzen Tag so bleiben. Also fahren wir weiter. Zuerst wird entsorgt, das heisst, unser Urintank geleert. Theoretisch, den praktisch hat er sich schon mal teilentleert, als ich das WC öffne. Wir zwei Däpps haben nicht kontrolliert, wann er voll ist und nun ist er total überlaufen. Die letzte, die aufs WC ging, war wahrscheinlich meine Holde Kunigunde, aber gemerkt hat sie nichts. Dabei ist sie unter anderem zuständig, die Füllmenge des Urintanks zu überwachen. Wir haben klare Aufgabenteilung in unserem Womo und Anita wäre zuständig für kochen, abwaschen abtrocknen, Kleider waschen, Kleider trocknen, Dekoration, Einkaufen, Vorräte auffüllen, gute Laune machen, warme Sachen stricken, Innenreinigung, Urintank überwachen, WC-reinigen, nachts alles verdunkeln, Blog auf Fehler überprüfen, Schlafenszeit einhalten, Übernachtungsplatz finden, Wärme im Womo regulieren, Wärme während dem Fahren regulieren, schauen dass ich saubere Kleidung anziehe, Finanzen überwachen, saubere Sonnenbrillen, saubere Fenster, bereite Fotoapparate und aufgeladene Handys. Ich bin zuständig für Planung und fahren.

Und da der Urintank ganz klar in ihr Ressort gehört und sie von ihrem Pflegeberuf viel mehr Erfahrung hat im Urin sauber zusammenwischen, muss gar nicht diskutiert werden, wer nun an der Reihe ist.

Gas tanken

Etwas später sind wir dann abfahrbereit, allerdings ändern wir noch unser Route. Die geplante Fährüberfahrt von Andenes nach Gryllefjord findet heute nur morgens und abends statt. Für morgens sind wir zu spät, bis abends dauert es uns zu lange. (An den Appenzeller Kaffeeröster und seine sympatische Frau: die Fähre fährt auch morgen Mittwoch nur morgens und abends, erst am Donnerstag zusätzlich mittags. Wir haben nicht mal nach euren Namen gefragt… Das App «Vegvesen trafikk» ist offiziell und immer auf dem neusten Stand). So improvisieren wir und fahren halb aussen rum. Halb, weil wir nicht ganz aussen rum fahren auf der E6, was schneller wäre, sondern zwischendurch mit weiteren Fähren, also über Vik – Harstad – Hamnvik. Unsere Route kann man übrigens live mitverfolgen, alle 30 Minuten wird die Position unseres Knutschis aktualisiert auf unserer Webseite.

Wir fahren also los und in Sortland füllen wir unser Gas, nicht dass wir irgendwann noch frieren müssen. Wir haben es gerne kuschelig. Danach geht es einkaufen, dieses Mal probieren wir den Rema 1000. Bei Coop, Spar, Extra und Biltema waren wir schon.

warten auf die Fähre

Es kommen noch ein paar Kokobollen (Mohrenköpfe) und andere Kleinigkeiten mit, bis wir uns endlich auf den Weg machen können. Beim Einkaufen war dann plötzlich die Bezahlung mit Visa-Card nicht mehr möglich und dann brach im Laden fast das Chaos los. Alle bezahlen hier mit Kreditkarten, Bargeld hat fast niemand mehr. Aber nein, wir zwei Chaoten haben alles richtig gemacht und sogar noch norwegische Kronen im Portemonnai. «Pardon, lasst uns durch, wir können zahlen!»

Kurze Zeit später fahren wir in Flesnes auf die Fähre und der Kontrolleur hat Mühe, unser Nummernschild einzulesen, d.h. es geht gar nicht. Er ist kurz vor dem Verzweifeln, als ich das Fenster runterkurble und ihm «Sveits» zurufe. Er nickt dankbar und dann geht das Einlesen problemlos. Wir Schweizer haben vorne auf dem Fahrzeugschild nämlich keine Landeskennzeichnung und manchmal werde wir darum vorne mit Einheimischen verwechselt. Wir haben die gleiche Typenaufbau wie die alten Norwegernummern. ZH -> Tromsö, LU -> Vestfjord, SZ -> Bergen, SH -> Rogaland etc. aber SG gibt es in Norwegen nicht und darum werden wir jeweils nicht gefunden, wenn sie nicht manuell Schweiz oder Sveits eingeben. (Wahrscheinlich bekommen Zürcher, Luzerner Schaffhauser etc. viel weniger Mautgebühren nach Hause zugeschickt, weil die irgend einem Norweger belastet werden).

Mjøsundbrua (35 m hoch)

Egal, wir fahren im Regen weiter und stellen die super tolle Landschaft einfach so vor, wie wenn es schön wäre. «Wow, sieh mal, wie sich die Berge im See spiegeln» sagen wir häufig zueinander, auch wenn wir den See kaum sehen. Und jedes Mal, wenn die Sonne etwas durchdrückt, sofort stoppen und ein paar coole Fotos machen. Egal wo man hier ist, man kann immer super schöne Fotos machen.

Wir kommen nicht vom Fleck, können selten mal wirklich 80km/h fahren, denn mit den Kurven und den engeren Strassen liegt vielfach höchstens knapp 50 drin. Dazu halten wir Ausschau nach Elchen in Wäldern und Walen im Meer. Allerdings nix, denen ist es auch zu nass.

Und gegen Abend tut es dann schon etwas auf und wir suchen nach einem Übernachtungsplatz. Schlussendlich sind wir nicht so weit gekommen, wie wir wollten, aber der Platz am kleinen Hafen ist schnuckelig schön, das Wetter stimmt auch und Anita erfüllt ihre Pflicht mit einem sehr feinen Znacht im Knutschi. Jetzt muss sie dann nur noch abwaschen und abtrocknen und die anderen Dinge auf der Liste erledigen…

260 km
8.4 Liter Diesleverbrauch
4:55 Std Fahrzeit

Übernachtung

Lysnes - Småbåthavn***
Stellplatz Koordinaten: 69.44547,17.992849
N 69° 26' 43.7"  E 17° 59' 34.3"
letzter Besuch: 6.2024

11.6.2024 - Wir haben bei den Fähren jeweils ein Blatt hingehalten mit der Aufschritt "Schweiz", damit es dem Fährpersonal ersichtlich war, in welchem Land unser MoWo registriert ist.

Gabi

12.6.2024 - Gute Idee, die aufgabenliste im Wohnmobile schriftlich festzuhalten…. Sonst entstehen immer wieder Missverständnisse ☺️
Richard Walther


12.6.2024 - Hallo Anita und Rolf. Erstmals, danke für eure Reiseberichte die mir immer wieder nützen. Gut geschrieben und interessant gestaltet. Betreffend den Mautgebühren im Norden: Vor 2 Jahren machte ich mit meiner Frau eine ähnliche Route wie ihr, nur hatten wir wesentlich mehr Zeit. Am Fahrzeug habe ich ein SZ Nummer Schild und tatsächlich habe ich bis jetzt noch keine Rechnung erhalten für die Strassen, Tunnels und Fähren. Okay, ich kann damit leben. Eine bescheidene Busse ist angekommen und diese habe ich selbstverständlich beglichen. Weiterhin viel Spass wünscht euch beiden Jörg Meier

Jörg Meier


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