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GFK polieren

Meine Erfahrungen

links poliert, rechts nur gereinigt

Ich gebe es zu, mein Wohnmobil wasche ich zwar hin und wieder, aber sonst pflegte ich die GFK-Oberfläche nicht wirklich. Auch beim Waschen nahm ich jeweils normales Spühlmittel und kein spezielles Shampoo. Grundsätzlich war ich ja ganz zufrieden, allerdings ist meine GFK mit den Jahren immer matter geworden, so matt, dass ich vor drei Jahren eine Poliermaschine gekauft habe, und zu polieren begann. Aber ich kam nicht zurecht, das GFK blieb matt, ich verlor die Freude und veräumte alles.

Letztes Jahr traf ich einen anderen Wohnmobilisten aus der Autobranche und der sagte so lapidar: mein Lack sei dann auch nicht gepflegt. Zuerst dachte ich: ist das ein Tubel! Aber nach einigen Tagen wusste ich, dass er eigentlich recht hatte. Seine Worte verliessen meinen Kopf nie, aber mit dem Misserfolg von früher wagte ich mich nie ans Polieren. Bis diesen Frühling. Ich begann im Internet zu lesen und schaute Videos, aber irgendwie bekam ich den Durchblick nie. Irgendwie wieder ein Misserfolg, also liess ich es wieder bleiben.

Und nun, als ich die Sat-Anlage entfernte und die neuen Solarmodule montierte, wäre der richtige Zeitpunkt, nochmals mit polieren zu versuchen. So fuhr ich letzthin nach Gurtnellen zu Hansruedi, und er zeigte mir in einer Viertelstunde, was mit polieren möglich wäre. Also schnell wieder nach Hause, und versuchen, es selber nun besser zu machen.

Zum einen holte ich meine Poliermaschine nicht aus dem Schrank, sondern meine Extenterschleifmaschine. Bei der Poliermaschine dreht sich der Teller und dadurch ist die Geschwindigkeit aussen am Teller viel schneller wie im Zentrum und dadurch die Gefahr da, dass es aussen auch viel wärmer wird. Und wenn der Polierteller zu warm wird, schadet dies der Oberfläche und man kann viel kaputt machen. Die Excenterschleifmaschine ist für Anfänger viel einfacher, da dieser eben nicht schnell dreht, sondern langsam und gleichzeitig noch «zittert», so gibt es aussen keine grosse Erhitzung und das Schleifbild wird regelmässiger und nicht nur Kreis.

Dann gibt es auf dem Schleifteller die verschiedenen Aufsätze, einmal den «Filzteller» für die gröbere Anwendung und zum anderen der «Schafswollteller» für das feinere.

Bei den Schleifpasten gibt es zwei unterschiedliche: die einen schleifen die Rillen des Untergrunds ab, bis er total plan ist, die anderen füllen die Rillen auf. Richtiges polieren ist das erste, das auch etwas länger hält. Aber es wird immer etwas Material des Grundes abgetragen. Bei GFK nicht wirklich ein Problem, den eine Gelcoatcschicht auf dem GFK ist ca. 0,5mm dick, beim Polieren wird im Mikrometerbereich abgetragen. Werden in der zweiten Methode die Rillen gefüllt und so der Glanz hergestellt, wird das meistens schneller wieder zum alten blassen Ursprung zurückkehren. Regen und andere Umwelteinflüsse entfernen die «Füllungen» langsam wieder.

Bei den abtragenden Polierpasten gibt es wieder unterschiedliche Systeme. Die meisten Hersteller haben verschiedene grobe Polierpasten. Man beginnt mit der gröbsten und dem Filzteller und endet mit der feinsten und dem Schafswollteller. Es gibt auch Polierpasten, die sich während des Polierens quasi verkleinern und dann als feine Paste gelten, aber da würde ich eher die Hände lassen.

Ich habe die Polierpasten vom Migros benutzt, als gröbere die Riwax RS 02 Compound Medium und als Feinpolierung die Riwax RS 06 Polish zur Feinpolierung. Ob das jetzt die besten sind, wahrscheinlich eher nicht, aber bei mir haben sie gut funktioniert.

  1. Schritt
    Verunreinigungen möglichst gut entfernen, sauber waschen
  2. Grobpolierung
    mit Filzteller und grober Polierpaste mit der Schleifmaschine die Oberfläche bearbeiten.
  3. Die übriggebliebene Polierpaste mit einem Baumwolltuch gut wegwischen
  4. Feinpolierung
    mit Schaffsfellteller und feiner Polierpaste die Oberfläche polieren
  5. Die übriggebliebene Polierpaste wieder mit einem sauberen Baumwolltuch wegwischen (polieren).

Der Unterschied am Ende zu der Ausgangsoberfläche ist extrem. Schon beim darüberfahren spürt man die viel feinere Struktur der Oberfläche, dadurch glänzt sie auch viel mehr und das Wasser perlt ganz schön ab, wie wenn es neu wäre.

Nun könnte man die Oberfläche weiter versiegeln, wachsen etc. damit der Glanz noch etwas länger hält.

Wichtig am ganzen Vorgang sind ganz bestimmt saubere Baumwolltücher, so dass man die liegengebliebene Polierpaste sehr sauber entfernen kann.

Meine Filzteller wurden nach einigen Anwendungen jeweils etwas dreckig und pappig von der Polierpaste. Ich habe also etwa fünf solche Filzteller und schmeisse sie jeweils nach Gebrauch in die Waschmaschine und wasche sie sie wieder sauber. Danach sind sie wie neu.

Ich habe nun mein ganzes Dach und die Dachhaube poliert. Und es sieht echt wieder toll aus, viel besser wie vorher. Ich werde nun auch den Resten am Fahrzeug so machen…

22.5.2022 - Interessant wäre noch ein Bild der GFK Haube und nicht nur vom Aluminiumdach

Molim


26.5.2022 - Du weisst schon, dass über dem Alu GFK ist?

Rolf


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