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Andenes Norwegen 2014
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Reisebericht

Verspätung 26.7.2021

Aber ein schöner Ausklang

Auf der Seeumrundung

Wir fahren viel zu spät ab, das heisst, ich musste noch ausserplanmässig zum Zahnarzt. Besser jetzt noch nachschauen, was die Schmerzen verursacht, wie wenn es in den Ferien immer schlimmer kommt. Ich bekomme Vormittags noch einen Termin, so dass wir dann doch kurz nach dem Mittag Richtung Frankreich losfahren können.

Es geht über Zürich und Basel nach Frankreich. Am Grenzübertritt kein Mensch, niemand interessiert sich für unsere abgelaufenen Pässe oder unser Covid-Zertifikat. Also fahren wir über die Autobahnen via Besançon, Dole nach Beaune. Dann wird es uns irgendwie zu langweilig und wir verlassen die breiten Strassen und fahren auf der Karte an der kürzesten Linie Richtung Nantes entlang.

Sofort wird es interessanter, wir fahren durch endlose Rebberge und enge Ortschaften, bis die Gegend dann etwas hügeliger wird. Um 18 Uhr entscheiden wir, den nächsten Einkaufsladen aufzusuchen und unsere Vorräte zu füllen. Die machen wir in der Ortschaft Autun, die wir vorher noch nie gehört haben. Aber wir sehen einen kleinen See, zwei Wegweiser zu zwei verschiedenen «Parking camping-car», bevor wir die ersten Einkaufsmöglichkeit sehen. Dort parken wir und sind wie immer erstaunt, wie günstig hier die Lebensmittel verkauft werden können. Also decken wir uns mit dem nötigsten ein (das was wir vergessen hatten: WC-Papier und Shampoo) und entschliessen, einem dieser Wegweiser zu einem Wohnmobilstellplatz zu folgen. 

Sonnenuntergang

Und dann werden wir wieder überrascht. Links sehen wir ein grosses, römischen Amphitheater, links den Stellplatz mit direkter Aussicht zum See. Der Stellplatz ist schon ziemlich voll, wir finden aber noch ein schönes Plätzchen direkt vis-à-vis vom grossen und schönen Friedhof. Hier gefällt es uns!

Da der kleine See in der Abendsonne so schön aussieht, machen wir uns zu fuss auf den Weg und umrunden diese Oase der Stille und Schönheit. Der Weg um den See ist knapp 2,5km und wunderschön! Wir geniessen es und sind in unseren Ferien angekommen, auch wenn wir noch 600km vom Atlantik weg sind.

einfach nur schön

Wir lesen danach noch etwas über das Städtchen Autun, wo wir gelandet sind und sind begeistert. Sollen wir morgen in dieser römischen Stadt noch einen Aufenthalt einlege? Denn weder das Amphitheater noch die Altstadt, schon gar nicht das Kreuz der Freiheit oder die Pyramide von Couhard haben wir gesehen. Alles sicher sehenswert in der Stadt, die von den Römern gegründet wurde, als die letzten Gallier rund um Asterix endlich besiegt waren.

Wir wollten ja direkt an den Atlantik fahren, aber warum so durchrasen, wenn es so schöne Orte gibt.

Übernachtung

Autun - Amphitheater****
Stellplatz

Tolle Aussicht, Entsorgung ca. 2km auf der anderen Seeseite

Koordinaten: 46.95127,4.31140
letzter Besuch: 7.2021

Am Atlantik 27.7.2021

Wir haben es nach langer Reise geschafft

Wie immer in unserem Knutschi schlafen wir wie die Hergötter und wachen pünktlich kurz vor acht auf. Genau richtig, um das MTB-Bike-Rennen an Olympia mitzuverfolgen und den historischen 3-Fach-Triumpf der Frauen mitzuerleben. Wahnsinn! Herzliche Gratulation an alle drei!

Als die Medaillen verteilt sind, machen wir uns zu Fuss zum Amphitheater auf. Es sind wenige hundert Meter und es ist beeindruckend gross. Ist ja auch das grösste erhaltener in Gallien aus der Römerzeit. Schade nur, dass zwei Gemeindearbeiter das Gras mähen, bei ihrem Arbeitstempo werden sie mindesten heute den ganzen Tag haben und ihr roter Kastenwagen an bester Fotoposition sicher nicht wegfahren.

Es ist trotzdem sehr schön und so laufen wir dann die knapp 2km zur Pyramide de Couhard (Römisches Mausoleum aus dem 2. Jahrhundert). Der Fussweg geht ziemlich bergauf und wir kommen verschwitzt an. Aber auch hier hat es Arbeiter an dieser Felspyramide, die hinter den Abschrankungen am Arbeiten sind. Also auch hier keine Top-Fotos möglich, auch, weil der Himmel in einem eintönigen Grau ist und das Wetter gegenüber gestern schon etwas schlechter ist.

So spazieren wir wieder zurück und entschieden, das Kreuz der Freiheit hoch über der Stadt nicht mehr zu besuchen, stattdessen den Weg Richtung Atlantik unter die Räder zu nehmen.

Das Navi zeit 9 Stunden, schlussendlich werden es 7:51 Std Fahrzeit und 622km. Zu Beginn keine Autobahnen, aber durch riesige Sonnenblumenfelder und unendliche Wälder. Irgendwann sind wir in Nevers, dann beginnen die Kilometer auf den Autobahnen, es regnet schätzungsweise 20x, 20x trocknen die Strassen auch wieder ab, aber Sonne sehen wir nirgends.

Erst als wir in den Abendverkehr von Nantes kommen, diese hinter uns lassen und die letzten 20km Richtung Atlantik fahren, sehen wir blaue Fetzen am Himmel. Je näher wir unserem Zielort kommen, desto schöner wird das Wetter. Jetzt ist nur noch nicht klar, ob wir Platz auf dem anvisierten Stellplatz haben. Wir halten unsere Karte an den elektronischen Zahlkaste und werden tatsächlich reingelassen. Wir füllen nun Wasser und suchen uns einen der zwei letzten Plätze aus. (Laut Webseite hat es noch 10 freie Plätze, na gut, dann muss man etwas näher zusammenrücken).

Wir haben schnell parkiert und dann sofort los die 200m bis zum Meer. Und dann liegt es vor uns: blau, wellig, salzig. Wir haben es geschafft!

Wir machen einen kleinen Spaziergang dem Meer entlang durch die kleinen Dünen und sind momentan einfach glücklich und zufrieden. Und auch etwas müde von der langen Fahrt. Heut werden wir nichts mehr machen, nicht mal mehr kochen. Aber wir sind endgültig in den Ferien angekommen.

Übernachtung

Fromentine - La Barre-de-Monts****
Stellplatz

200m 

Koordinaten: 46.88547906863454,-2.151794207127227
letzter Besuch: 7.2021

Le Passage du Gois 28.7.2021

wir haben etwas mehr erwartet.

Unser Stellplatz ist ziemlich in der Nähe der Passage du Gois, auf der Webseite wird dies angekündigt als «Eine weltweit einzigartige Strasse, die bei Flut überschwemmt wird.» Solche Dinge steigern natürlich den Erwartungsdruck und für uns ist es klar, dass wir diese Strasse besichtigen müssen.

Also satteln wir uns Stahlrösser und fahren pünktlich um 10:30 Uhr los. Schliesslich ist die Strasse nur bei Ebbe befahrbar und das wollen wir nicht verpassen.

Zuerst kämpfen wir uns die Brücke hoch, die uns auf die Insel Noirmoutier führt. Sie ist ziemlich hoch, bietet oben einen fantastischen Ausblick. Gut, fahren wir mit den Velos, denn so können wir oben auf dem höchsten Punkt stoppen und ein paar Fotos schiessen. Mit dem Wohnmobil müsste man durchfahren und hat keine Gelegenheit, zu halten.

hoch auf der Brücke

Hinunter geht es dann in einem Schuss, und schon bald sind wir auf den schönen Radwegen auf der Insel, die vielfach direkt dem Meer entlangführen. Eine Radtour auf der Insel ist wirklich zu empfehlen. Nach 10km sind wir dann an dieser Strasse, die durch das Meer führt. Allerdings viel zu früh, sie ist noch total überflutet. Also drehen wir noch eine Runde der Insel entlang. Es ist herrlich, schöner Rückenwind, ganz flach und keine Autos. In Le Matois essen wir in einem Camping-Restaurants noch zu Mittag (Covid-Zertifikat zeigen? Was ist das?) bevor wir wieder zur Strasse im Meer zurückkehren.

auf der wirklich schönen Insel

Dieses Mal ist die Strasse sichtbar, das Wasser ist zurückgegangen. Allerdings sehen wir auch sehr viele Autos und Verkehrsstau, beinahe schon Verkehrschaos. Fussgänger, Fahrradfahrer, Autos, Traktoren alles durcheinander. Romantisch und abenteuerlich ist anders. Wir fahren bis kurz vor der Mitte auf der Strasse und dann schütteln wir den Kopf. Bringt es wirklich, dass wir da rüber fahren?

Wir drehen nach einem kurzen Halt konsterniert wieder. Dann streichen wir diese Strasse eben und haken sie ab, unter den Strassen, die wir noch nie ganz gefahren sind. Wir sind nicht mal traurig darüber, unsere Erwartungen war wohl zu hoch. Da fanden wir die Passage auf die Insel Mandö in Dänemark um einiges abenteuerlicher, spektakulärer und schöner. Aber wir sind ja bei den Franzosen, und für die ist ja alles sowiso viel schöner und grösser wie im Resten der Welt.

Flut und Ebbe rund um die Strasse

Ach ja, als ich später dann in Wikipedia lese, dass die Tour de France das erste Mal 1993 über die Passage du Gois fuhr, merke ich, dass ich sie anscheinend dazumal doch schon mit dem Fahrrad absolviert habe. Allerdings mag ich mich überhaupt nicht daran erinnern, also war es schon damals nicht spektakulär genug, um es in meinem Hirn einzubrennen.

Macht nichts, der Rest der Insel und der Velotour hat uns übrigens sehr gut gefallen. Immerhin fuhren wir 32km ohne Elektrounterstützung (wir Arme).

Noch ein paar Worte zur Situation hier: das Wetter ist nicht strahlend blau, immer wieder gibt es ein paar Wolken. Aber Regen hatten wir am Meer nicht, auch keine schwarzen Gewitterwolken. Die Temperaturen sind so zwischen 20 und 23 Grad, ohne Sonne fast etwas kühl nur mit dem T-Shirt, mit Sonne viel zu warm für eine dünne Jacke. Das Wasser fühlt sich bis zu den Knien ganz ordentlich an, aber darüber kam es bei mir noch nie. Abends ist es dann schon frisch, und eine Jacke ist angesagt.

Zu Corona. Merkt man hier eigentlich fast nichts, Maske in Restaurants und zum Einkaufen ist man sich ja nun gewohnt, aber mehr spürt man nicht.

Es sind viele Wohnmobilisten unterwegs, die Stellplätze fast voll, aber nur fast. Man findet also noch Platz. Was aber auffällt: fast keine kleinen Campingbusse, sondern nur «normale» Wohnmobile.

Abendspaziergang

Übernachtung

Fromentine - La Barre-de-Monts****
Stellplatz

200m 

Koordinaten: 46.88547906863454,-2.151794207127227
letzter Besuch: 7.2021

Stimmungsschwankungen 29.7.2021

Von säuerlich bis überglücklich

Auf dem Stellplatz ent- und versorgen wir, bevor wir dann um 10 Uhr abfahrbereit sind. Gestern habe ich unsere Route festgelegt und auf den ersten 30km dem Meer entlang Richtung Süden wollen wir noch drei Stell-/Parkplätze anschauen. Sie sehen sehr schön aus, perfekt gelegen, aber wir sind nicht sicher, ob man dort mit dem Wohnmobil stehen darf. Uns nimmt dies einfach wunder, weil die offiziellen Stellplätze irgendwie immer etwas vom Meer weg sind.

Also stelle ich das Navi ein, starte den Motor und fahren los. Anita drückt da noch etwas auf dem Navi rum, um eine andere Ansicht zu bekommen, klickt überall auf ok und sagt dann plötzlich. «Mist, ich habe glaub die Route gelöscht». Macht doch nichts, du musst nur das letzte Ziel ansteuern, sage ich zu ihr. Und statt die letzte Meldung zu lesen, einfach mal auf ok drücken und das letzte Ziel ist auch gelöscht. Typisch Frau, einfach drücken, statt zu lesen!

In meiner Souveränität gebe ich zu verstehen, dass das doch nichts macht, aber innerlich zerreisst es mich fast und ich bin ziemlich säuerlich. Habe ich doch gestern so lange gesucht und eingegeben, und nun alles weg. Mein Kunigunde merkt, dass ich nicht mehr der alte bin und gibt sich eine grosse Mühe, wenigstens unser letztes Ziel wieder zu finden. Na ja, sie schafft es, sogar das Navi ist wieder programmiert. So was hätte keine andere Frau geschafft, meine ist einfach die Beste. Aber zwei Ziel sind uns durch die Lappen, nicht so schlimm, auch wenn es tief in mir drinnen noch etwas rumort.

Aber dann erreichen wir nach 31km tatsächlich den anvisierten Parkplatz und dieser hat keine Höhenbeschränkung, aber eine Breitenbeschränkung. Wir kommen nicht durch, und auch wenn, es ist ein grosses Womo-Verbot. Jetzt kommt mein Unmut wieder gewaltig zurück, ich suche entnervt in der Umgebung einen Stellplatz, finde nichts passendes und habe innerlich die Atlantikküste schon abgeschrieben. Was sollen wir hier, wenn es keine weiteren schöne Plätze gibt? Also bleibt das Navi aus, ich starte den Motor, am ersten Kreisel rechts der Küste entlang und ich bin richtig, richtig säuerlich. Einfach alles ist in diesem Moment Scheisse. Beim nächsten Kreisel sehe ich plötzlich einen Wegweiser zum Strand mit einem Wohnmobilsignet drauf. Ich reisse das Steuer herum und folge dem Wegweiser, zu verlieren haben wir ja nix.

Keinen Kilometer später biegen wir in einen perfekten Stellplatz ein, sehr gross, nur zu einem viertel belegt, direkt hinter den Dünen. Einfach nur perfekt! Es gibt keinen Strom, aber eine neue Ver- und Entsorgungsstation, und die Tagespauschalte kostet wahnsinnige 6:50 € ! Wir hätten es nicht besser treffen können. Sogar das Meer hören wir rauschen, nur eine kleine Düne zwischen uns und dem Wasser. Dazu blauer Himmel, Sonne und schön warm.

Augenblicklich verliebe ich mich in den Ort und merke, dass ich Anita auch wahninnig liebe. Was für ein toller Ort und was für eine tolle Frau. Hier bleiben wir aber ganz sicher!

Sofort packen wir unser Strandtuch aus und liegen wenig später am Meer, alleine, weit und breit niemand. Etwa einen Kilometer entfernt sehen wir eine Ortschaft, dessen Häuser in der Sonne leuchte. Das Leben könnte nicht schöner sein.

Etwas später machen wir dann noch eine Radtour dem Meer entlang, über Saint-Hilaire-de-Riez fahren wir nach Saint-Gilles-Croix-de-Vie, natürlich fotografieren wir die fünf Felsen im Meer noch und bewundern danach den Hafen in der Ebbe.


Es ist einfach fantastisch am Atlantik.

Beim Rückweg verfransen wir uns mit den Velos aber noch so richtig, machen ein paar Extrakilometer, bis wir wieder an unserem tollen Stellplatz sind.

Jetzt sitzen wir nach dem feinen, selbstgemachten Nachtessen (Kartoffelsalat und gebratene Pouletbrüstchen) vor dem Womo und warten auf den Sonnenuntergang. 

Einfach nur herrlich!


Übernachtung

Saint-Hilaire-de-Riez - Strandparkplatz*****
Stellplatz

ohne Strom, man hört aber das Meer rauschen

Koordinaten: 46.72229,-1.98347
letzter Besuch: 7.2021

Es wurde spät 31.7.2021

Keine Zeit für den Blog

Viel haben wir gestern eigentlich nicht unternommen. Morgens sind wir dem Meer entlang 5km joggen, um unsere Körper stahlhart zu trainieren. Na gut, wir haben eigentlich mehr das Meer und die Aussicht genossen.

Zurück beim Knutschi berieten wir, was wir heute alles unternehmen sollen. Der Wetterbericht hatte noch schön warm und ab Samstag dann eher etwas schlechter. Also entschlossen wir, die sonne nicht während dem Fahren zu geniessen, sondern am Meer sitzend.

Es war eine gute Entscheidung, einfach wieder mal abschalten und nichts tun. Den Nachmittag verbrachten wir dann vor dem Womo, fanden neue Freunde, wo wir dann abends gemeinsam grillten und noch lange redeten. Es ist schon ein Unterschied, ob man nette Nachbarn hat, oder solche, worauf man verzichten könnte. Vorgestern Abend hatten wir Natalie, eine älter alleinlebende Französin, die mich vollquatschte und ich nach 30Minuten ihr ganzes Leben kannte. Mindestens dass, was ich bei ihrem schnellen reden überhaupt auf französisch alles verstehen könnte. Kaum nickte ich und holte etwas Luft, damit ich auch mal etwas sagen konnte, schwallen ihre Worte weitere 15 Minuten heraus. Und so ging es dann immer weiter, über die Flora, die Gegend, die Bretagne, ihre Kinder, das Einkaufen und ihr Buch, das sie geschrieben hat. Immerhin waren dann auch noch ein paar Besichtigungstipps dabei. Jetzt werden die sortiert und geschaut, wie es bei uns weitergeht.

Da war der Abend gestern schon viel erholsamer, wir konnten auf Schweizerdeutsch reden und kamen auch zu Wort. Danke Bea und Frank.

Nun sind wir am schauen, was wir heute alles machen und wohin wir fahren sollen. Das Wetter ist tatsächlich nun stark bewölkt, aber die Luft riecht so schön salzig, also immer noch Ferienstimmung puur.

Ach ja, jetzt fuhr jeden Morgen die Gendarmerie mal durch und schaute zum Rechten. Es gab tatsächlich Franzosen, die die 6.50€ nicht bezahlt haben... Einfach beschämend...

Übernachtung

Saint-Hilaire-de-Riez - Strandparkplatz*****
Stellplatz

ohne Strom, man hört aber das Meer rauschen

Koordinaten: 46.72229,-1.98347
letzter Besuch: 7.2021

La Rochelle 31.7.2021

Wir landen in einer Stadt

Wir werweissen, was wir heute alles anstellen sollen. Irgendwie haben wir hier so schlechtes Internet, dass ein Platzwechsel nötig ist. Und da unsere Reiserichtung gegen Bordeaux hinunter verläuft, schauen wir, was es an der Küste alles zu sehen gibt. Dann erinnern wir uns an den Film «Das Boot» und an den U-Boot-Bunker in La Rochelle. Der müsste doch noch stehen, oder?

der U-Boot Bunker von weitem

Und als wir da so diskutieren, fragen uns unsere Nachbarn Frank und Beatrice, ob sie hinter uns herfahren dürften, denn das würde sie grad auch noch interessieren. Also fahren wir in einem kleinen Konvoi die 100km Richtung La Rochelle. Dort finden wir den Stellplatz mitten in der Stadt ohne Probleme, es hat auch noch ziemlich viele freie Plätze.

Der U-Bootbunker ist nur drei Kilometer vom Stellplatz entfernt, also fahren wir mit dem Velo dorthin, kreisen um das Gelände wie die Geier und finden einfach keinen Eingang. Irgendwann fragen wir dann einen Anwohner und der erklärt uns, dass das ganze Gelände den Amerikaner gehört und der Zutritt verboten ist. Also machen wir von weitem ein Foto. Aber es sieht schon echt bedrohlich und irgendwie total faszinierend. Schon schade, dass wir den nicht besichtigen können, aber ist nun nicht zu ändern.

Dafür fahren wir dann in die andere Richtung in die Altstadt und zum alten Hafen. Es hat riesige Menschenmassen, die unterwegs sind. Alles ist auf den Beinen, trotz Maskenpflicht auch im Freien. Wir sind uns gar nicht mehr an so vielen Menschen gewohnt. Aber es ist unheimlich schön. Die Altstadt beeindruckt uns echt und ist ein Besuch alleweil wert. Auch der Hafen mit der momentanen Ebbe sieht toll aus. Es ist alles so toll, dass wir uns noch einen Platz in einem Strassencaffee ergattern und uns eine Pizza bestellen.

Wir geniessen die Stimmung am Hafen, gehen danach noch etwas einkaufen und fahren mit dem Velo wieder auf den Stellplatz.

Als wir dann spät ins Bett gehen, müssen wir uns eingestehen, dass wir schon lieber am Meer stehen wie in einer Stadt. Also werden wir unseren nächsten Übernachtungsplatz wieder in der Nähe des Meeres suchen.

Übernachtung

La Rochelle - Port Neuf***
Stellplatz Koordinaten: 46.160730,-1.186095
letzter Besuch: 8.2021

Schulung 2.8.2021

Wir fahren Fähre und feiern 1. August.

Bevor wir den Motor starten und weiterfahren, wird bei unserem Knutschi noch ein Service gemacht. Frank, der jahrelang auf einer Motorenprüfstelle gearbeitet hat und mit seinem Womo neben uns steht, untersucht unser Wohnmobil, Fazit: hinten zu wenig Luft drin, Luftfilter muss gereinigt werden, Räder schlecht ausgewuchtet und Windschutzscheibe viel zu dreckig.

Und er erklärt mir dann noch, warum ich auf keinen Fall an der Billigtankstelle Diesel auffüllen soll und noch viele andere Dinge, auf die ich achten soll. Dann sollte der Motor ewig halten.

Kurz erklärt: nur dort tanken, wo die Gesellschaften eigene Tanklastwagen haben, dann bekommt man den Diesel, der am wenigsten verunreinigt ist. Schlechte Dieselqualität schadet dem Moto immer. Ich nehme es mir zu Herzen.

Nachdem Beatrice auch noch unsere Windschutzscheibe professionell gereinigt hat, sind wir startbereit.

Wir fahren von La Rochelle weiter Richtung Süden nach Royan und dort auf die Fähre über einen Meeresarm. Ich wähle diese Strecke bewusst, denn Frank und Beatrice fahren hinter uns her. Sie haben seit neustem ein Wohnmobil und haben in vielen Dingen noch keine Routine. So kann ich vom morgens gelernten etwas zurückgeben. Die beiden wären nämlich garantiert nicht auf eine Fähre gefahren und so werden sie von uns gezwungen... Und sie sehen nun, dass es überhaupt keine Sache ist, auch mit einem Womo übers Meer zu schippern. Allerdings erwischen wir eine ziemlich knifflige Fähre, die Rückspiegel müssen eingeklappt werden und auf die Markise muss besonders acht gegeben werden. Es klappt aber alles reibungslos und nach der kurzen Überfahrt fahren wir auf der anderen Seite auf den nächsten Stellplatz nur ganz wenige Kilometer vom Hafen weg.

Sonntags in der Hochsaison in einem Touristen-Spot einen Womoplatz zu ergattern dürfte nicht einfach sein. Aber wir sind erstaunt: nicht mal die Hälfte der Plätze sind belegt trotz bester Lage und keine 200m vom Sandstrand entfernt.

Wir richten uns ein und machen danach einen Spaziergang ans Meer. Wir haben es wieder Mal sehr gut getroffen, auch wegen den Strandbeizchen, die uns magisch anziehen. Getränk auf dem Tisch, Füsse im Sand und der Blick aufs sonnige Meer.

Dann erfahren wir, dass 600m vom Platz am Sonntag noch ein Supermarkt geöffnet hat, also packen wir unsere Fahrräder und fahren in einem kleinen Umweg über einen Leuchtturm zum Einkaufen. Anita braucht dringend Kaffee, aber trotzdem sind wir danach voll beladen. Warum denn das, wir wollten doch nicht viel kaufen?

Abends wird dann gemeinsam mit Beatrice und Frank gegrillt und bis tief in der warmen Nacht 1. August gefeiert. Weit weg von zu Hause und doch nur 2m bis ins eigenen Bett. Das geht eben nur mit dem Wohnmobil.

Das Leben kann schön sein.

Übernachtung

Verdon sur mer - Aire de camping-car****
Stellplatz

sehr nahe am Meer, aber keine Meerischt

Koordinaten: 45.546096,-1.05436
letzter Besuch: 8.2021

Besucheransturm 3.8.2021

Und kein Parkplatz

Dune du Pilat

Das Wetter sieht heute morgen nicht so prickelnd aus, aber nachts hat es nur ganz kurz mal geregnet. Unsere Velofahrt zu den Bunkeranlagen verschieben wir, so haben wir beim nächsten Besuch hier auch noch ein Ziel, das wir nicht gesehen haben.

Also räumen wir langsam zusammen, ver-entsorgen und fahren dann weiter der Küste entlang. Unser Ziel heute ist die Dune du Pilat, mit über 100m die höchste Wanderdüne Europas. Allerdings werden wir auf dem Stellplatz gewarnt, dass es dort sehr viele Leute hat. Aber sooo schlimm kann das gar nicht sein, also fahren wir frohgemut los. Unterwegs gehen wir noch einkaufen und füllen unseren Dieseltank. Dann umfahren wir auf der Autobahn Bordeaux, natürlich nicht ohne durch einige Kilometer Rebberge zu fahren und nähern uns dieser Düne.

Der Verkehr nimmt zu, die letzten 6km fahren wir im Schritttempo. Es ist 16 Uhr und noch immer wollen so viele Leute auf diesen Sandhügel? Dann endlich der letzte Kreisel vor dem Parkplatz und als wir durch sind, trifft mich fast der Schock. Der Parkplatz ist rappelvoll, ein Chaos mit Autos, Wohnmobilen, Fussgänger und Kinderwagen. Auch die Leuchtanzeige zeigt «Complet» an, da müssen wir es gar nicht versuchen. Also fahren wir im Schritttempo weiter, dem Verkehr ziellos hinter. Die Stimmung ist noch gut, könnte aber irgendwie kippen. Nach einem Kilometer kommt Campingplatz Nummer 1, voll, auch Campingplatz Nr. 2 und Nr.3 Langsam macht sich eine ganz kleine Stimmungskrise bemerkbar, bis Anita sagt, dass es da vorne noch einen Camping-car-Park hat. Also schnell den Blinker raus (also, schnell muss es nicht sein, wir fahren ja nur Schritttempo in der Kolonne) und dann fahren wir Richtung Parkplatz in den Wald. Da sehen wir tatsächlich Wohnmobile im Wald stehen. Ein Extra Waldparkplatz für Womos. Wir kreisen etwas durch die Womos und finden tatsächlich wahrscheinlich der einzig ganz gerade Platz auf dem Waldboden.

Uns gefällt es hier super und vor allem, wir haben immer noch gute Stimmung. Von der Düne sind wir nur ca. 5km entfernt, man könnte also problemlos mit dem Velo hin. Allerdings die vielen Leute schrecken uns wirklich etwas ab.

Also laufen wir 200m zum Strand und dann dem Strand entlang Richtung Düne. Nach einem Fussmarsch von 20 Minuten bis zu den zwei Bunkern, sehen wir die Düne fast vom Meer her. Es sieht super aus, aber noch immer um 18 Uhr hat es ganz oben viele, kleine schwarzen Punkte. Also immer noch sehr viele Leute da oben. Da haben wir und für einmal schon etwas verschätzt mit dem Besucheraufmarsch. Aber der Fussmarsch entlang des Meeres gefällt uns auch so.

Jetzt sind wir wieder im Womo, müssen unsere sandige Füssen abduschen und rätseln was wir zu Abendessen sollen. Favorit heute: Risotto.

Falls ich morgen um 5 Uhr zum Bett raus komme, werde ich dann die Düne besteigen und hoffentlich ohne Leute.

Übernachtung

Arcachon - Petite Nice***
Stellplatz

Im Wald ohne Strom und ohne Entsorgung

Koordinaten: 44.55758,-1.237941
letzter Besuch: 8.2021

Puy du Dome 4.8.2021

und alte Vulkane

Alles Vulkane

Morgens studiere ich die Karte und Google Maps spuckt mir aus, dass es von unserem Standort bis nach Hause 1158km sind. Eine ziemliche Strecke. Da Anita am Samstag wieder arbeiten muss, haben wir noch drei Tage, um nach Hause zu fahren, das würde pro Tag rund 400km machen. Was sollen wir tun? Nach einer kurzen Besprechung entschliessen wir uns wirklich die Strecke nach Hause zu beginnen und dazwischen gibt es sicher noch Sehenswürdigkeiten zum Anschauen.

Wenn ich jetzt die ersten 400km abmesse, landen wir in der Gegend von Clermont-Ferrand. Diese Stadt tauchte in meiner Radsportkarriere immer wieder als Etappenort der Tour de France auf und ich bin sicher, dass ich dort auch schon die Ziellinie überquert habe. Also schaue ich mir die Gegend rundherum besser an, sehe den Puy du Dôme, ebenfalls eine magische Etappenankunft der Tour. Und dann merke ich, dass die Berge in der Umgebung alles alte, erloschene Vulkane sind. Das weckt natürlich mein Interesse. Auf rund 60km sind 80 alte Vulkane wie auf einer Perlenkette aufgelistet. Da ist klar, dass wir da hin fahren und einen Parkplatz suchen, der möglichst nahe an so einem alten Vulkan mit Krater liegt.

Da wir nun die Richtung wissen, verabschieden wir uns von Beatrice und Frank, die uns in den letzten Tagen begleitet haben. Sie werden noch weiter das Meer geniessen, während dem wir zu den Vulkanen fahren.

Allerdings wissen wir, dass wir irgendwann im Winter an den Atlantik zurückkehren werden. Viele Stellplätze, super Meer und dann keine Touristen mehr. Dieses Ziel werden wir uns merken.

Wir kommen gut voran, nur um Bordeaux haben wir etwas Stau, macht aber nichts. Dann holen wir eine Gewitterfront ein und überholen sie, oder besser, unterfahren wir sie, bis wir vorne wieder schönes Wetter haben. Bei einem Zwischenstopp holt sie uns wieder ein und dann berechnen wir, dass diese Front ca. mit 60km/h ostwärts vorankommt, wir mit 100km/h fahren und so jede Stunde 40km Vorsprung bekommen.

Foto und Lizenz: CC-BY-ND, Pierre Soissons

Als wir dann gegen 17 Uhr auf dem anvisierten Parkplatz ganz nahe am Vulkan Puy de Pariou ankommen, ist dieser Parkplatz immer noch total belegt und ein Übernachtungsverbot prangt an dessen Eingang. Also fahren wir drei Kilometer zurück, denn dort sahen wir auch viele Wohnmobile stehen. Wir merken, dass dies der Parkplatz vom Erlebnispark Vulcania ist, der uns und anderen dieser Landstrich etwas näher vorstellen möchte. Dafür haben wir nun keine Zeit, wir schnallen unsere Räder aus und fahren Richtung Vulkan. Allerdings sehen wir noch im Parkplatz, dass auch hier Übernachtungsverbot besteht, aber 200m weiter sehen wir einen Wegweiser zum Stellplatz des Erlebnisparkes. Sehr gut, aber keine Zeit, wir wollen zum Vulkan.

Nach einem Kilometer auf dem Fahrrad und einen Blick zurück, sehen wir, dass wir doch nicht genug Vorsprung von der Gewitterfront herausgefahren haben. Es wird wohl schlauer sein, wenn wir nun doch wieder zurück fahren, bevor wir ganz nass sind.

Wieder beim Womo dislozieren wir gerade noch auf den Stellplatz, bevor der Regen so richtig losschüttet. Zum Glück haben wir uns richtig entschieden.

Währenddem der Regen auf unser Womo prasselt, essen wir nun schön gemütlich ein heisses Fondue. Schliesslich sind wir ja fast wieder in den Bergen und nicht mehr am Meer, da darf man das, auch wenn wir in Frankreich sind…

Jetzt müssen wir schauen, ob wir morgen irgend einen dieser alten Vulkane besteigen können…

Übernachtung

Saint-Ours - Vulcania****
Stellplatz

grosse Felder, mit Entsorgung

Koordinaten: 45.813124,2.948480
letzter Besuch: 8.2021

Puy de Pariou 5.8.2021

Ein erloschener Vulkan

im alten Vulkankrater

Früh ist heute Tagwache, um 7 Uhr klingelt mein Wecker. Warmes Wasser einschalten, anziehen, aufräumen, für meine Holde einen heissen Kaffee machen und dann erledige ich den Abwasch. Um 8 Uhr sind wir abfahrbereit und wir fahren die drei Kilometer zum Parkplatz «Des Goules», der gestern voll war. Jetzt am Morgen ist er noch leer. Wir ziehen die Wanderschuhe an, packen Regenjacke, Getränke und Fotoapparat in den Rucksack und marschieren Richtung Spitze des Puy de Pariou. Dieser Vulkan erlosch vor 8500 Jahren und ragt nun 250m von seiner Umgebung empor.

im Aufstieg

Wir marschieren alles durch dichte Wälder immer höher empor, sehen tun wir ausser Bäumen und Pflanzen nicht viel. Das Wetter macht immer mehr zu und natürlich genau, als wir oben ankommen, regnet es und wir sitzen mitten in der Wolke. Trotzdem nehmen wir den schönen Weg 90m in den alten Krater hinab, aber auch hier sehen wir nicht viel mehr. Es schifft immer mehr und mich wundert es nicht, dass dieser Vulkan bei diesem Wetter hier erloschen ist.

Blick in den Krater bei Regen und Nebel

Bei Sonnenschein muss es hier fantastisch aussehen, aber bei Nebel und horizontalem Regen ist es nicht wirklich faszinierend. Also machen wir uns wieder auf den Abstieg. Und ab der Mitte spüren wir, was es heisst, hier während der Hochsaison zu sein. Es ist eine riesige Völkerwanderung auf den Gipfel, dauernd sind wir am Ausweichen und Kreuzen ganze Familien. Wenn ich jetzt denke, dass wir den ganzen Krater allein hatten, war das schlechte Wetter gar nicht so schlecht.

Nach knapp zwei Stunden sind wir wieder auf dem Parkplatz, der nun auch wieder überfüllt ist. Es hat so viele Menschen und Fahrzeuge hier, dass wir froh sind, wieder loszufahren. 

Im Womo drinnen ist es schön ruhig und mit zwei Köpfen voll besetzt…

Wir fahren durch Clermond-Ferrand und danach auf die Autobahn Richtung Heimat. Je länger wir fahren, desto schöner wird das Wetter und als wir Lyon passieren, entschliessen wir, doch noch eine Übernachtung einzulegen. Wir könnten jetzt nämlich durchfahren und wären nach Navi um 20 Uhr zu Hause.

Seyssel

Anita sucht während dem Fahren einen Stellplatz, den sie direkt an der Rhone in Seyssel findet. Also Blinker und von der Autobahn, 13km bergrunter zur Rhone und schon parkieren wir auf dem Platz. Es ist ein Platz der Gruppe Camping-car-Park, von da haben wir den kleinen Plastikbatch, den man übers Internet aufladen kann. Beim Stellplatz angekommen, muss man nur die Karte über die Tastatur halten und schon öffnet sich die Schranke. Und da man nur mit dieser Karte reinkommt (man kann sie jeweils auch am Automat beziehen) weiss das System immer, wie viele Wohnmobile auf dem Platz sind. So wird es auch im Internet auf der Webseite angezeigt, wie der Platz aktuell belegt ist. Ein wirklich gutes System…

Naherholungsgebiet

Wir sitzen jetzt direkt neben der Rhone, aber wegen den Bäumen beim Stellplatz sieht man das Wasser nur zwischen den Blättern hindurch. Der Spaziergang dem Fluss entlang ist aber wunderschön, auf einer Seite hin zu einem Schwimmbereich und Naherholung, auf die andere Seite unter der Brücke hindurch Richtung Dorf.

Wir haben es richtig gemacht, dass wir hier noch gestoppt haben. Die Sonne scheint, wir sitzen vor dem Womo und geniessen unsere letzten Ferienstunden.

Übernachtung

Seyssel - Camping-car park****
Stellplatz Koordinaten: 45.95131,5.83353
letzter Besuch: 8.2021

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