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Doolin Irland 2019
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Bergen

Wasserfälle und Stadtbesichtigung

Die ganze Nacht schüttet es wie aus kübeln, also beschliessen wir, früher lozufahren und direkt nach Bergen. Aber pünktlich zu unserer Abfahrtszeit hört der Regen auf und die Sonne drückt. Wir haben auf der Fahrt 80km lang nasse Strassen, aber den ganzen Tag keinen einzigen Regentropfen mehr.

Kurz nach unserer Abfahrt ist ein Aussichtspunkt zum Låtefossen signalisiert, klar stoppen wir. Es ist ein gewaltiger Wasserfall der kurz vor der Strasse hinunter fällt und unter der Brücke verschwindet. Gewaltig, aber um Fotos zu machen, sind Regenhosen und Regenpellerine gefragt. Also kurz umziehen und Fotos schiessen. Wir sind echt beeindruckt, dieser Stopp lohnt sich.

Låtefossen

Unsere Laune ist ganz gut und wir geniessen jeden Kilometer Fahrt. Wir fahren durch Tunnels bis 11 km länge, insgesamt sind es heute mindestens 30km Tunnel. Wo können wir unser Geld zurückverlangen, weil wir da keine Landschaft gesehen haben?

Das Wetter wird immer besser, auch am Fähranleger in Jondal, wo wir die Fähre um 10 Minuten verpassen und 50 Minuten warten müssen, trocknen die Strassen das erste Mal ab. Wir nützen die Zeit und kaufen im kleinen Laden daneben ein.

Danach sind wir gespannt, als wir auf die Fähre fahren, wie das nun abgerechnet wird. Nach unseren Informationen geht das automatisch, wenn das Nummernschild ausgelesen wird, aber da wir nirgends eine automatische Nummernerfassung oder Kamera sehen, mache ich meine Kreditkarte bereit. Der Fährangestellte winkt uns auf’s Schiff, und macht mit seinem Handy ein Foto von unserem Nummernschild. Das war’s.

Abends sehen wir dann in der Abrechnung der Ferjekort, dass die Überfahrt regulär 168 NOK kosten würde und wir mit dieser Registration bei Autopassferje 50% gespart haben und nur CHF 7.25 für diese Fähre bezahlen mussten. Toll, oder? Unsere Mautgebühren bis jetzt betragen übrigens bisher nicht mal 4 Franken…

Weiter geht es nach der Überfahrt in tollstem Sonnenschein, bis wir das nächste Schild einer Sehenswürdigkeit sehen und auch hier den Blinker setzen. Es ist wieder ein Wasserfall, der Steinsdalsfossen. Hier gibt es sogar einen gut ausgebauten Weg hinter dem Wasserfall hindurch, ist ja klar, dass wir das machen. Es ist echt auch ein toller Wasserfall mit einem lohnenden Halt.

Steinsdalsfossen

Eigentlich dachten wir, dass diese Fahrt nach Bergen einfach so gemacht werden musste aber keinesfalls, dass diese wieder so schön ist und von daher ist unser Tag gerettet, egal was noch kommt.

Kurz vor Bergen leitet uns unser Navi durch enge Quartierstrassen, so dass wir wieder umdrehen und einen Umweg in Kauf nehmen. Den Stellplatz erreichen wir aber trotzdem und meine Befürchtungen wurden leider bestätigt. Der Platz ist voll, kein Womo geht mehr hin. Was machen? Ist er wirklich voll? In Norwegen muss es aus Feuerpolizeilicher Vorschrift zwischen zwei Womos immer mindestens 4m Abstand geben. Schade, denn ohne diese vier Meter hätten zwischen jedem der jetzt stehenden Womos nochmals eines Platz. Statt 24 Womos wären es dann 48. Aber auch 48 wären zu wenig, jede 5 Minuten fährt ein Womo vor und sucht nach einem Platz und muss wieder deprimiert abziehen. Und wir? Wir parken ganz vorne neben der ersten Sperrfläche, schön in der Reihe neben den andern Womos. Es fällt gar nicht auf, dass wir nicht auf einem Parkplatz stehen, sondern daneben. Aber wir stehen auch nicht im Parkverbot, das gleich neben uns beginnt. Also alles korrekt?! Na ja, so 100% legal ist das wohl nicht, aber wie sollen wir Bauernschweizer das wissen, dass man hier nicht parken darf? Vielleicht darf man ja? (Eine Parkbusse würde ca CHF 50.- machen). Wir riskieren es, denn eine Alternative bleibt uns nicht übrig.

die berühmten Holzhäuser am Hafen

Wir packen unseren Rucksack und laufen 150m zur nächsten Tramstation, lösen dort ein Trambilett für 24h und steigen ins nächste Tram Richtung (Bergen senter). Eine Viertelstunde später steigen wir aus, es war ganz einfach, das Zentrum ist beim Endbahnhof der Trams. Nun schlendern wir durch die Grossstadt, es hat viele Menschen, das meiste wohl Touristen. Selbstverständlich gehen wir zum Hafen und fotografieren die farbige Reihe der Holzhäuser, das Wahrzeichen der Stadt. Es sieht schon etwas touristisch aus, wohl sehr schön, haut uns aber nicht vom Hocker. Etwas später in einem Geschäft, finde ich dann genau eine Bergjacke für mich, farbig, warm, modisch und vor allem ohne fest angemachte Kapuze. Jede schöne Jacke in irgendwelchen Geschäften, die mir gefallen hätte, hatte eine fixe Kapuze. Das ist momentan wohl Mode. Aber wann braucht man diese schon? Sie ist nur im Weg beim Rucksack tragen, beim Fotoapparat umhängen und bei allem anderen auch. Aber diese Jacke hat keine Kapuze und darum ist sie nach wenigen Minuten auch gekauft. Schön blau, schön dreilagig, wasserabweisend, Wind undurchlässig und trotzdem Schweiss absorbernd und das Beste: nur CHF 85.- (Ich hätte locker das Doppelte bezahlt dafür…)

Meine Laune ist auf dem Höhepunkt und so sitzen wir in ein kleines Restaurant direkt am Hafen mit Sicht auf das Wasser und bestellen uns etwas zu essen. Was soll es denn sein? Jetzt sind wir zum 3. Mal in Norwegen und noch nie hatten wir Walfleisch gegessen. Heute werfen wir unsere Prinzipen über den Haufen und wählen Wal.

Das Walfleisch sieht Fisch überhaupt nicht ähnlich, es sieht eher aus wie Rindfleisch, schmeckt auch ein wenig so, ist aber viel zarter. Mit den drei kleinen Kartöffelchen dazu sind wir aber danach noch nicht richtig satt, macht ja nichts, wollten wir nicht mal ein paar Kilos leichter werden? Das Ganze kostet uns genau so viel wie meine Jacke, was mir die Freude an der Jacke vergrössert und die Freude am Walfleisch etwas mindert. Aber da ich für die Jacke ja sowiso das Doppelte bezahlt hätte, haben wir das nun auch.

endlich ein Elch

Wir schlendern danach weiter durch die Stadt, machen Fotos da und dort, schauen uns Häuser, Parks, Strassen und Leute an. Wir sind einfach nicht die Stadtmenschen, an einer schönen Landschaft haben wir einfach mehr Freude.

Also fahren wir mit dem Tram wieder zurück, das heisst, nur vier Stationen, dann steigen alle aus. Wir gezwungenermassen auch und laufen mit allen andern Tramgästen zwei Stationen zu Fuss. Überall steht Polizei rum, kein Auto auf der Strasse und kein Tram. Was ist denn hier los? Egal, wir finden es nicht heraus, aber ein nächstes Tram kommt, wo wir einsteigen und beim Stellplatz tatsächlich noch ankommen.

Eine Parkbusse haben wir noch nicht an der Windschutzscheibe, aber es fahren immer noch Womos hierher, die einen Platz suchen. Wahrscheinlich könnte es Platz für 100 Womos haben und alles voll sein.

Wir studieren noch kurz, ob wir weiterfahren oder doch hier übernachten sollen. So wahnsinnig schön ist es nicht, und ruhig auch nicht. Aber wir bleiben jetzt trotzdem, denn in Bergen ist man ja nicht immer, aber in den Bergen gefällt es uns besser.

Sonnenaufgang: 4:27 Uhr
Sonnenuntergang: 22:45 Uhr
bewölkt bis leicht bewölkt, 8 - 18 Grad

Durchschnittsverbrauch 9.0 Liter
Durchschnittsgeschw. 53 km/h
Fahrzeit 3:10 Std.
169km

Übernachtung

Bergen - Bergenshallen***
Stellplatz Koordinaten: 60.35442,5.3586653
N 60° 21' 15.9"  E 5° 21' 31.2"
letzter Besuch: 5.2024

30.5.2024 - Guten Morgen, Rolf, Danke für den guten Tipp mit Bergen, ich hatte es gestern im Blog noch gelesen. Gute Besserung für eure Blessuren...Fred ist gestern über die Picknickbank hier am Wanderparkplatz gefallen und hat jetzt ein bisschen Knie...Wir werden halt nicht jünger... Mal sehen, ob wir was kriegen, ich werde berichten. Gute Weiterfahrt, wir sind auf eurer Spur :-) liebe Grüße Katrin und Fred

- Katrin


30.5.2024 - Hmmm, also bei dem Elch aus Bergen stand aber schon vor 10 Jahren, please don't touch, habe ein identisches Föteli von mir.

Michèle


30.5.2024 - Ps. Habe mich noch gar nicht vorgestellt. Verfolge euren Blog und eure Aktivitäten schon seit Jahren. Konnte von manchen Tipps profitieren und eure Reiseberichte finde ich einfach Klasse? Sind zurzeit auch unterwegs, aktuell in Südschweden. Wünschen euch viel Spass auf eurem Trip. Liebe Grüsse

Michèle


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