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Griechenland 2017
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Blockiert

Ringstrasse wegen Hurrican geschlossen

Wir sitzen nun tatsächlich auf dem Campingplatz fest. Der Wind war nachts schon sehr stark, wir haben nämlich zweimal umparkiert, damit wir die Nase direkt Richtung Wind haben. So müssen wir keine Angst haben, dass es uns Dachfenster oder sonstiges wegwindet.

Allerdings war das noch gar nix, was dann heute tagsüber losging. Die Ringstrasse, die grösste und wichtigste Strasse Islands, ist zwischen dem Süden und Myvaten für den Verkehr gesperrt worden, und wir sitzen mitten drin. Das sind 500km, wo momentan gar nix mehr läuft, offizieller Grund: Hurricane. Sogar für die Einheimischen ist dies ungewöhnlich.

Unsere persönliche Sicherheitsvorkehrungen: Trittstufe eingefahren, denn uns windet es den Teppich von der Stufe und den Deckel der Aussensteckdose abmontiert, damit sich dieser nicht löst. Und drinnen rumpelt und bewegt sich alles, wie wenn wir auf einer Schotterpiste unterwegs sind.

Und jetzt kein Witz: neben uns steht oder stand ein Sunlight Alkoven, allerdings fast quer zum Wind, den hat es auf der Wiese durch einen Windstoss das Heck und die Hinterräder rund 30cm seitwärts verschoben !! Schleifspuren sind im Rasen deutlich zu sehen! Der kleine Van daneben hat sofort die Flucht ergriffen und ist auf einen anderen Platz gefahren. Der Alkoven hat nun auch den Standort gewechselt. Es ist allgemeines kuscheln angesagt, in jede noch so kleine Lücke drängen sich die Fahrzeuge, um wenigstens etwas geschützt zu sein.

Obwohl es den ganzen Tag nicht geregnet hat und praktisch blauer Himmel ist, ist es schon ein etwas ungewohntes Gefühl, den Wind als Naturgewalt so zu erleben.

Wir sitzen im Knutschi, sind froh, etwas Übergewicht zu haben, damit wir das Knutschi am Boden halten können und machen Haushalt, kochen uns etwas Feines und ich sortiere unsere 6000 Fotos und andere Dinge. Zwischendurch hatten wir mal einen Stromausfall, also ganz normal ist das Wetter für die Isländer auch nicht.

Zwischendurch kämpfen wir uns im Wind 500m in ein Einkaufszentrum, wo Anita noch etwas Wolle kauft. Es ist wirklich ein Kampf, um zu Fuss dorthin zu gelangen und danach machen wir den Fehler, einen kleinen Abstecher zum Meer ins Auge zu fassen. Die Gischt der Wellen wird ca. 100m ins Landesinnere geweht, ich verkrieche mich hinter einem Felsen und mache noch ein paar Fotos und Anita kann sich nicht mehr halten und wird 50m zurückgeweht, wo sie sich dann an einem Verkehrsschild halten kann. Andere Verkehrsschilder liegen übrigens flach am Boden, vom Wind umgelegt.

Irgendwann sollte der Sturm heute Abend fertig sein, momentan haben wir aber das Gefühl, dass er eher stärker wird. Und das gibt uns ein mulmiges Gefühl.

Wenigstens sind wir nicht alleine hier, denn alle anderen sind auch blockiert. Zum Glück sind wir gestern hierhergefahren, so sind wir in einer kleinen Stadt und hätten auch Feuerwehr und Polizei in der Nähe…

Übernachtung

Höfn - Campingplatz****
Camping

gross, sauber, freundlich

Koordinaten: 64.25874,-15.20409
N 64° 15' 31.5"  E -15° 12' 14.7"
letzter Besuch: 9.2022

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