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Andanens Norwegen 2014
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Charilaos-Trikoupis-Brücke

Die Griechen sind seit 3000 Jahren wahre Baukünstler

die Brücke während dem Sonnenuntergang

Gegen Mittag verlassen wir unseren Platz, nicht ohne vorher noch einige (ziemlich viele) andere Wohnmobilbesatzungen zu verabschieden. Das dauert dann eben, und von allen mehrjährig Griechenlanderfahrenen kriegen wir noch Tipps auf unseren weiteren Weg.

Schnell sind wir auf der Hauptstrasse Richtung Patras und wir haben nun nur noch zwei kleine Problemchen: WC-Kassette voll und kein Geld mehr! Auf der Hauptstrasse kommt man wohl sehr gut vorwärts, aber ausser an Tankstellen und Kreuzungen ist fast nichts am Strassenrand. Also biegen wir irgendwann von der Hauptstrasse weg und fahren dem Meer entlang durch die Dörfer. Der erste Geldautomat den wir sehen, spuckt kein Geld mehr aus und bis zum nächsten sind es dann schon wieder einige Kilometer. Aber als wir einen erspähen machen wir es wie die Griechen, rechts ranfahren und Warnblinker einschalten. Dieser Automat spukt sogar Geld aus und wir haben Problem Nummer 1 gelöst.

Für unser Problem Nummer zwei folgen wir einem Schild "Campingplatz" und wollen dort fragen, ob wir gegen eine Gebühr entsorgen dürfen. Wir sind einfach nicht die Typen, die die WC Kassette in der Pampa oder in einem geschaufelten Loch entleeren. Der Natur würde es wahrscheinlich nichts schaden, aber wenn wir uns vorstellen, dass würden andere Womofahrer haufenweise auf unserem Grundstück machen, wären wir auch nicht erfreut. Und dann denken wir immer, wenn uns nur ein einziger Einheimischer sehen würde, auch wenn es der Umwelt nicht schaden würde, der denkt bestimmt, was sind die Wohnmobilisten für Schweine und er hätte in Zukunft alle Argumente, um gegen Wohnmobilisten zu sein. So steuern wir den beschriebenen Campingplatz an, der leider schon geschlossen hat. Mist, aber bis jetzt fanden wir immer eine akzeptable Lösung, also fahren wir doch guten Mutes weiter.

Auf der Autobahn geht es dann um Patras rum der Brücke zu. Kurz vor der Brücke fahren wir dem Wegweiser "Ferry" nach, denn wir wollen eigentlich mit der Fähre übersetzten, damit wir von der Brücke bessere Fotos machen können.

Es gibt dort jeweils zwei Anlegestellen, westlich und östlich der Brücke. Je nach Wind und Wellengang wird dann eine angefahren. Wir sehen aber schon von weitem dass heute die östliche in Betrieb ist. Nicht ideal für uns, denn so müssten wir die Brücke gegen das Sonnenlicht fotografieren, was heisst, dunkle Brücke, keine Farben, weisser Himmel. Also fahren wir mal die 300m zur westlichen Anlegestelle, alles ganz leer, viel Platz und mittendrin ein WC-Häuschen. Einfach perfekt, so entleeren wir dort unsere Kassette, Problem Nr. 2 gelöst, und machen grad noch Fotos von der „richtigen“ Seite der Brücke.

Es ist schon ein imposanten Bauwerk, die zweitlängste Schrägseilbrücke weltweit mit 2883m Länge und das gebaut in einem Erdbebengebiet, mit einer tektonischen Verschiebung der Erdplatten von 2m während der Lebensdauer der Brücke von 120 Jahren. Die Pfeiler sind nicht fest mit dem Meeresboden verbunden, sondern „rollen“ auf einer Betonplatte auf dem Meeresgrund.

Die Brücke sieht schon gewaltig und sehr imposant aus. Bauen können sie, die Griechen, seit 3000 Jahren… Nachdem wir uns satt gesehen haben, beschliessen wir doch mit dem Womo über die Brücke zu fahren, müsse noch etwas die Auffahrt in die Richtige Richtung suchen und schon schnurren wir in gemächlichem Tempo 52m über dem Meeresspiegel von Pfeiler zu Pfeiler. Da die Brücke sehr teuer ist, fahren fast keine Autos darüber, die meisten benutzen noch immer die Fähre. Allerdings, die 13.60€ für unser Womo finden wir jetzt nicht überrissen. Der gleiche Preis übrigens wie ein PKW. Nach der Zahlstelle auf der anderen Seite der Brücke verlassen wir die Schnellstrasse so schnell wie möglich und fahren durch die Ortschaft zurück zur Festung beim Brückenende, von dort sollten gute Fotos machbar sein. Die Festung ist aber schon um 15 Uhr griechische Zeit geschlossen (14 Uhr unserer Zeit) und nix mehr zu machen. Also suchen wir uns mal noch einen Parkplatz, das sich hier als sehr einfach erweist, nix los, viele geteerten Flächen und so stehen wir fast unter der Brücke.

Ganz selten zwischendurch kommt auch endlich mal die Sonne hervor, so dass wir unser schönes Foto schiessen können.

Und jetzt warten wir hier bis es dunkel ist, damit wir auch noch Fotos der beleuchteten Brücke machen können. Die Zeit vertrödeln wir mit einem Spaziergang, einen Bar besuch und mit schreiben…

Nachtrag: Die Brücke ist nur an Feiertagen oder bei besonderen Anlässen beleuchtet. Tja, leider sind wir nicht allwissend und haben die ganze Nacht gewartet....

Übernachtung

Antirrio - Hafen***
frei

guter Punkt, um die Brücke zu fotografieren

Koordinaten: 38.328917,21.766520
letzter Besuch: 10.2017

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