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Mayo-Irland 2019
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Das Wasser steht uns bis zum Hals

Warum es in der Schweiz nicht viele Wohnmobilstellplätze gibt.

Es wird schwierig in der Schweiz mehr Stellplätze zu erzwingen oder legal frei auf Parkplätzen übernachten zu können. Ein Grund mehr wird heute wieder geliefert.

Gestern Nachmittag kamen die Meldungen, dass wir im Rheintal eventuell mit Hochwasser rechnen müssten, es sind grossflächig sehr starke Regenfälle angesagt. Bäche könnten über die Ufer treten und beim Rhein den einen oder andern Damm überfluten. Wir waren also gewarnt, als es Abends aus vollen Kübeln zu regnen begann. Und es regnete und regnete bis heute Mittag. Der Rhein schwoll an, überflutete ein paar Wege und führt Hochwasser. Der Bodensee als Auffangbecken kann innerhalb eines Tagen rund einen halben Meter steigen. Für uns Einheimische nichts dramatisches und für Wohnmobilisten einfach schlechtes Wetter. Wenn…

Heute Morgen in der Presse die ersten Meldungen: in Splügen wurde ein kleiner Van mitgerissen und zwei Personen mussten mitten aus einem hochwasserführenden Bach gerettet werden. Erster Gedanke: wie kein ein Auto mit Personen drinnen vom Hochwasser überrascht werden? Zweiter Gedanke: es werden hoffentlich keine Wohnmobilisten sein, die im Womo wild übernachtet haben?

Und dann nach dem Mittag die Gewissheit: zwei Ausländer wurden schlafend im Van überrascht, als der Van vom Hochwasser mitgerissen wurde. Riesiges Glück für die zwei Männer, die schlussendlich nur einem Schock hatten. Laut Pressemeldungen sei noch nicht klar, warum diese Personen im Van übernachtet haben.

Ist in Splügen nicht Campingverbot? Splügen liegt im Kanton Graubünden, in den Bergen, und der Kanton ist nicht eben bekannt für Stellplätze und legales Frei stehen. Aber in Splügen gibt es einen grossen geöffneten Campingplatz. Ich kenne die Situation nicht genau, aber die zwei Touristen haben auf einem Parkplatz am Ufer eines Baches übernachtet. Bei diesen Hochwasserwarnungen und dem Regen wäre es wahrscheinlich einem Einheimischen nie in den Sinn gekommen, dort am Ufer zu schlafen. Man kann diesen zwei Ausländern ja nicht direkt einen Vorwurf machen, hätte vielen passieren können.

Aber nun folgen in den Alpen noch mehr Übernachtungsverbote, die Gemeinden müssen sich ja gegen solche Schadenfälle schützen. Auch auf den letzten ebenen Flächen müssen uns die Gemeinden uns vor uns selber als Wohnmobilist schützen, denn wir schlafen ja auch bei Hochwasserwarnungen an den Ufern der Flüsse. Wen wundert es, dass wir in der Schweiz Mühe haben, Stellplätze und Übernachtungsplätze zu generieren? Wenn es irgendwo ein Übernachtungsverbot gibt, hat das meistens handfeste Gründe, auch wenn sie uns vielfach nicht wirklich einleuchten.

In der Schweiz liegen übrigens einen Drittel der Campingplätze auch in Gefahrenzonen, aber die werden bei Warnungen dann geräumt. Darum sollte man mindestens in den Bergen vor der Wahl eines Übernachtungsplatzes das Hirn einschalten und im Zweifelsfall auch mal ein Campingplatz anfahren.


12.6.2019 - Hallo wir haben mal in Splügen gewohnt, dieses Hochwasser war extrem, da wo die zwei schliefen ist im Winter ein grosser Parkplatz, das Wasser hat den halben Platz mitgenommen, ich weiss nicht genau ob sie nicht sicherheitshalber sogar den Campingplatz evakuiert haben. lg

karin held


13.6.2019 - Hmmmm finde ich jetzt etwas weit hergeholt. Ist es nicht eher so, dass wir einerseits eine starke Campingplatz Lobby haben, aber keine Stellplatz Lobby? Vielerorts bei den Tourismusvereinen nicht erkannt wird das hier ein Klientel mit viel Potential ist? Ein schlechtes Image gegenüber Camper / Wohnmobil etc. herrscht, es da wohl viel Aufklärung bedarf? Das Image besteht ja im Übrigen durchaus leider teilweise zurecht. Aber da bist du jetzt ja beim SCCV an der Quelle ;) Was auch nicht zu unterschätzen ist, sind unserer Gesetze die zurecht die knappe Ressource Boden bei uns schützt, wobei sicherlich an vielen Orten Möglichkeiten bestünden, wenn man möchte.

- Mathias


13.6.2019 - Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Natürlich nicht in Gefahrenzonen. Da gäbe es schon da und dort Möglichkeiten für Stellplätze. Aber es müsste zuerst die Erkenntnis wachsen, dass wir Camper auch Geld bringen. Ich wohne auch in so einer Gemeinde (Wohlen bei Bern), wo das Übernachten im Camper grundsätzlich verboten ist. Wir werden wohl noch lange von einer Stellplatzdichte wie in Frankreich oder Deutschland träumen müssen. - Mit lieben Grüssen -

- Michael


14.6.2019 - Da bin ich auch eurer Meinung. Es gäbe bestimmt Möglichkeiten, in der Schweiz Stellplätze zu realisieren. Wir sind momentan im Piemont und Ligurien unterwegs. Da gibt es Parkplätze die zu guten Stellplätzen umfunktioniert werden, teilweise sogar gratis oder für wenig Geld, ehemalige Gärtnereien, die zu einfachen CP gemacht werden usw. Also , Luft nach oben. Dann würden nicht die meisten ausländischen Wohnmobilisten in der Schweiz nur durchfahren, sondern auch übernachten und etwas Geld da lassen. Ruth & This

Ruth & This


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