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Die Kunden-Verarschung von Fiat

Bei der Rückrufaktion 6152 von Fiat mit Euro 6-Motor werden die Kunden im Regen stehen gelassen, wortwörtlich

Eine Rückrufaktion ist in der heutigen Zeit nichts mehr Aussergewöhnliches. Der Kosten- und Zeitdruck ist so gross, dass nicht mehr richtig ausgetestet und diese Tests den ersten Kunden überlassen wird. Nicht kundenfreundlich, aber allgegenwärtig. Was nun aber Fiat mit ihrem neuen Ducato veranstalten, ist so richtig mies. Zum Glück haben wir einen aus dem Jahr 2014…

Ende Oktober rief Fiat die Modelle 2017 (Bauzeitraum Februar 2016 bis Dezember 2017 mit dem 2.3 Mjet-Aggregat Euro 6) in die Garage zurück. Das Rohr für die Abgasrückführung kann in den betroffenen Fiat-Ducato-Modellen brechen. Kommt dieses Rohr dann mit der Lichtmaschine in Kontakt, gibt es einen Kurzen und aus die Maus. Diesen Motor des Ducatos hatte ich im Oktober vier Tage vor der Rückrufaktion noch gelobt, weil er immerhin eine Lichtmaschine hat, die die Batterien noch ganz lädt…Dieser Schuss ging aber nach hinten (zum Artikel).

Die Rückrufaktion ist ja jetzt nicht etwas ganz besonderes, aber wie Fiat mit den Kunden umgeht, schon.

Das Auto soll in die Garage und der Arbeitsaufwand beträgt rund 70 Minuten erklärte im Oktober Fiat. Also macht man einen Termin mit seiner Garage, fährt hin und erwartet sein Womo am selben Abend wieder zurück.

Nun ist das aber so: aus Sicherheitsgründen wird das Auto in der Garage sofort stillgelegt, man darf keinen Meter mehr fahren, bis der Defekt behoben ist. Leuchtet ein, das Problem ist nur, Fiat kann die Ersatzteile nicht liefern! Lieferfristen bis drei Monate! Drei Monate kein Wohnmobil! Nichts mit nach Hause nehmen, nichts mit geplanten Ferien, nichts mit Ersatzwomo oder Entschädigung. Man kauft im Sommer ein neues Wohnmobil und darf es kurze Zeit später drei Monat nicht brauchen!

Und was sagt Fiat: Für Kunden entstehen keine Kosten! Wäre ja die Frechheit, wenn wir noch etwas bezahlen müssten für den Nichtgebrauch des Womos.

Eine Entschädigung für den Ausfall liegt auch nicht drin, auch wenn man mit Anwalt droht oder gar einen nimmt. Der Käufer hat einen Vertrag mit dem Wohnmobilhändler, nicht mit Fiat. Und der Wohnmobilhändler kann da wirklich nichts dafür. Eine Entschädigung für Nichtgebrauch des Wohnmobils kann ebenfalls nicht eingefordert werden. Wohnmobile gelten als Luxus- oder Freizeitfahrzeuge und für diese kann man kein Entschädigung wegen Nichtgebrauchs einfordern. Und die Fiat Camper Assistance verspricht Vollmundig auf der Webseite: 1500 Werkstätten in ganz Europa - Mobilitätsgarantie und -sicherheit. Alles nur leere Versprechungen.

Im Oktober behauptete Fiat, dass rund 20‘000 Fahrzeuge in der CH und D betroffen sind, Ende Februar wurden die Zahlen auf über 35‘000 korrigiert. Auf der Webseite www.fiatcamper.com kann man rechts in der zweiten Sektion die Fahrgestellnummer eingeben und schauen, ob man selber betroffen ist. Es sind aber eben nur Euro6-Motoren betroffen.

Ach ja, ich wünsche allen Geschädigten etwas Gelassenheit in all diesem Ärger und geniesst die nächsten Fahrten erst recht. Und falls ihr beim nächsten Womo auf Renault, Mercedes oder Ford umsteigt, könnte ich das begreifen…


9.3.2018 - Klingt irgendwie sarkastisch ;-) Ob ich davon betroffen bin, muss ich erst noch checken. Bis dahin verdränge ich das Problem ganz gekonnt. hihi Mein Freund fährt übrigens ein WoMo auf Peugeot: bei 5000km den ersten und 3000km später den zweiten Motorschaden. Ford ist dafür seit Jahren bekannt. Ich werd dann wohl bei Fiat bleiben...

- Janine


9.3.2018 - Immerhin gibt es ein Rückrufaktion! Für die Funkschlüssel die offen immer den selben Code übertragen und man für ein paar wenige Franken offensichtlich Geräte im Internet findet, mit denen der Code übertragen werden kann, gibt es keine Lösung von Fiat, ausser der Empfehlung den Funkschlüssel nicht zu nutzen.

- Mathias


14.3.2018 - Hallo Rolf, eine ziemliche Breitseite, die du da gegen Fiat abfeuerst. Ich finde auch nicht gut, wie die Rückrufaktion abläuft, würde mich aber davor hüten, in einem Blog so über Fiat herzuziehen, noch dazu, wo du gar nicht betroffen bist. Vielleicht brauche ich mal deren Wohlwollen, wenn es um eine Kulanzangelegenheit geht. Aber das ist nun mal meine ganz persönliche Ansicht. Gruß Alwin

Alwin


14.3.2018 - Hallo Alwin, ich finde, Fiat hat eine Breitseite verdient, da sie die Kunden der neuen Fahrzeuge wirklich sehr schlecht informiert und im Regen stehen lässt und in Sachen Kulanz geht da gar nix. Das hat nichts mit meinem eigenen Fahrzeug zu tun, denn ich bin sehr zufrieden damit. Aber wenn etwas schlecht läuft, darf man das auch ansprechen. Wenn es niemand tut, dann läuft es bei der nächsten Rückrufaktion genau gleich. Fiat hatte jetzt seit letzten Oktober Zeit, diese Rückrufaktion in die richtige Richtung zu lenken aber von seiten von Fiat passiert nix. Die gelakmierten sind die Käufer vom letzten Jahr. Solange ich unabhängig bin mit meinem Blog, werde ich kritisieren oder auch loben, ob ich jetzt selber betroffen bin oder nicht ;-)

Rolf


19.3.2018 - Hallo, scheinbar wird hierbei unterschiedlich bei den Werkstätten vorgegangen. Ich erhielt vom KBA, wie vermutlich alle davon Betroffenen, die Info über die Rückrufaktion und beim Vereinbaren des Termins sagte man mir, ich könne das Fahrzeug weiter nutzen. Wäre eh nicht anders möglich gewesen, da ich zu dem Zeitpunkt in Süditalien war, was ich der netten Dame in der Werkstatt natürlich erklärte. Somit fuhr ich noch knapp 2000 KM und im Dezember wurde dann alles zufriedenstellend erledigt. Für den Tag in der Werkstatt erhielt ich einen kostenlosen Wagen. Bei mir hat es somit vollumfänglich bestens funktioniert! Gruß Bernd

Bernd


28.3.2018 - Hallo Rolf Aufgrund deines Artikels wegen der Probleme mit der Rückrufaktion waren wir ganz gespannt, wie es bei unserem neuen Wohnmobil auf Fiat Ducato 2.3 Euro 6 aussieht. Im Dezember 2017 hatte ich mich noch telefonisch bei meiner Hausgarage gemeldet, wo man mir aber versicherte, dass es keine akuten Probleme gebe und ich ruhigen Gewissens mit meiner Gattin noch die Fahrt nach Apulien antreten könne. Der Schaden sei nicht gravierend und es sei auch keine Eile angesagt. Ich solle mich doch einfach im März 2018, kurz vor unserem Griechenland Urlaub nochmals melden, dann werde das problematische Teil ausgetauscht. Inzwischen kam die Hiobsbotschaft von dir mit der langen Wartezeit und unser bevorstehender Urlaub begann in weite Ferne zu rücken. Also wie abgemacht Mitte März ein Telefon mit der Garage und eine Woche später Womo vorbeigebracht. Nach einem Tag war alles fertig. Natürlich alles auf Garantie mit den besten Wünschen für den Urlaub. So eine Garage wünscht man sich. Da ich die Quellen von deinem Beitrag nicht kenne, hoffe ich, dass die schlechten Nachrichten nur Einzelfälle waren. Bei mir klappte es wie schon erwähnt vorbildlich. Allen eine gute Reise! Martin

Martin


29.3.2018 - Hallo Rolf, danke für die Information. Mein VIN-Eintrag hat ebenfalls eine aktuelle Rückrufaktion ergeben. Auskunft der Garage: Angeschrieben werden nicht alle gleichzeitig, da sonst die Lieferung von Ersatzteilen Probleme ergäben. Bei unserem Fahrzeug ist ca. eine Stunde eingeplant. Teile bereits eingetroffen und Termin gemacht. Gemacht ist gemacht.

Fehr Martin


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