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Endlich, Rettungsgasse und Reissverschluss

Der Bundesrat gibt die Gesetzesänderungen auf den 1.1.2021 durch

Endlich kommt das, was schon lange überfällig war: die Rettungsgasse wird endlich Pflicht! Das ASTRA gibt wörtlich bekannt:

Bei einem Stau müssen die Automobilisten zwischen der linken und der rechten Spur – bei dreispurigen Strassen zwischen der linken und den beiden rechten Spuren – genügend Platz für Rettungsfahrzeuge freilassen, ohne den Pannenstreifen zu belegen. Das Nichtbeachten der Rettungsgasse wird mit einer Ordnungsbusse geahndet.

Aber noch ganz andere Dinge sind beschlossen worden. Was man kaum glaubt und in den letzten 30 Jahren regelmässig Ärger gab (bei uns im Cockpit), der Reissverschluss wird auch Pflicht! Keine Langweiler mehr, die viel zu früh die Spur wechseln und vor mich hindrängeln, so dass meine Spur garantiert die langsamste wurde. Jetzt wird erst vor der Baustelle / Verengung eingeschwenkt, wer sich nicht daran hält, Büsse. Wieder wörtlich:

Wenn auf einer Autobahn eine Spur abgebaut werden muss, gilt neu das Reissverschlussprinzip. Die Automobilisten müssen die Fahrzeuge auf der abgebauten Spur einschwenken lassen. Damit soll verhindert werden, dass bei Spurabbauten zu früh auf die verbleibende Spur gewechselt wird, wie es heute oft geschieht. So kann der Verkehr besser fliessen. Das Nichtbeachten des Reissverschlussprinzips wird mit einer Ordnungsbusse geahndet.

Aber es kommt noch besser: das Rechtsvorbeifahren wird auch erlaubt.

Während das Rechtsvorbeifahren an Fahrzeugen auf Autobahnen bisher nur im parallelen Kolonnenverkehr erlaubt war, wird dies künftig auch zulässig sein, wenn sich nur auf dem linken oder bei dreispurigen Autobahnen mittleren Fahrstreifen eine Kolonne gebildet hat. Damit kann der Verkehr länger auf beiden Spuren fliessen. Rechtsüberholen (Ausschwenken auf den rechten Fahrstreifen und dann unmittelbares Wiedereinschwenken) bleibt verboten. Es wird mit einer Ordnungsbusse geahndet.

Und es ist noch nicht fertig, die Wohnwagen und Anhänger dürfen nächstes Jahr mit 100km/h gezogen werden.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von leichten Motorfahrzeugen mit Anhängern bis 3,5 Tonnen wird von 80 km/h auf 100 km/h erhöht, sofern Anhänger und Zugfahrzeug für diese Geschwindigkeit zugelassen sind.

Noch selten in einem vorherigen Jahr wurden so viele nützliche Dinge neu aufgenommen. Irgendwie scheint doch, dass langsam die Vernunft auch bei den Politikern und Beamten Einzug hält. Hoffentlich verschwindet diese Einsicht nicht ganz so schnell wieder.


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