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Nordlichter Finnland 2018
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Fantastisches Lappland, genialer Spark und neue Reiseidee

Wenn wir nicht schon lange Fan von Lappland wären, hätten wir es heute werden müssen.

Wir geniessen den Nachmittag

Schon um 6 Uhr weckt uns die Sonne bei allerschönstem Wetter aus unseren Träumen. Bei so einem herrlichen Wetter können wir einfach nicht unter unseren Decken bleiben. Also streune ich auf dem Platz herum und hoffe insgeheim, jemand anzutreffen, um ihn zu fragen, ob wir nicht heute eine Schneemobil-Tour machen könnten. Der Campingplatz schläft noch, oder besser gesagt, er ist verlassen, wir sind ja die einzigen Gäste und von der Besitzerfamilie ist auch niemand hier. Aber dann entdecke ich den Spark, ein einfach genialen Schlitten, den wir schon ganz viele Male in Skandinavien gesehen haben. Benützt von alten Leuten, Kindern, Müttern oder einfach von jedem. Manchmal gebraucht als Rollator, als Einkaufswagen, als Transportmittel oder als Sitzgelegenheit. Der Schlitten ist kurz und hat hinten erhöhte Griffe, aber seine Kufen reichen etwa einen Meter hinter den Schlitten mit der Möglichkeit, darauf zu stehen. Die Kufen sind ziemlich dünn und nur aus Stahl, so lassen sie sich seitlich verbiegen und man kann Kurven fahren. Ist ja klar, dass wir den sofort ausprobieren müssen.

Spark, der Superschlitten

Einfach genial das Ding, ich glaube, es ist das Beste Fortbewegungsmittel auf Schnee, dass es gibt. Am liebsten würde ich so einen grad einpacken und nach Hause nehmen.

Danach studieren wir die Karte, nehmen einen Kalender zur Hand und legen in ungefähr unsere Reiseroute für die nächsten Tage fest. Wir müssen ja auch schauen, dass wir nicht zu früh oder zu spät zu Hause sein werden. Wir waren am nördlichsten Punkt von Europa und sind nun ziemlich östlich. Wir könnten ja den östlichsten Punkt von Europa grad auch noch besuchen? Aber wo liegt der? Europa ginge ja bis zum Ural, aber Russland gehört meiner Meinung nach nicht dazu, ebenso wenig die Ukraine und Weissrussland. Das würde also heissen, dass der östlichste Zipfel von Finnland auch der östlichste Punkt Europas ist. Nach finnischer Strassenkarte und Google Maps ist der Punkt 62.747428, 31.404103 das östlichste, was man mit dem Womo erreichen kann (oder hat jemand einen anderen östlichsten Punkt?). Also werden wir diesen Punkt besuchen. Aber nicht mehr heute, heute geht es gemütlich weiter.

Als um 10 Uhr immer noch keine Menschenseele anzutreffen ist, packen wir zusammen und fahren los. Allerdings haben wir ein Luxusproblem: nach der Einreise nach Norwegen haben wir 2000 Kronen gewechselt und jetzt haben wir noch 2400 Kronen. Wir bekamen die Mehrwertsteuer von Anitas Stiefeln direkt im Laden bar ausbezahlt...  Die müssen wir ja irgendwie brauchen, man weiss ja nicht, wann wir wieder hier sein werden. Also tanken wir unser Knutschi trotz des teureren Diesels noch in Norwegen voll, kaufen einen weiteren Pølse und überqueren kurze Zeit später die Grenze nach Finnland.

Die Fahrt ist wieder einmal unvergesslich: weisse Landschaft, weisse Strasse, lichter Wald und nur ganz selten irgendein Auto. Die Schneehöhe unterschätzen wir immer noch ganz krass, wenn wir etwas in den Schnee weg von der Strasse wollen, um ein Foto zu schiessen. Wir können uns nur auf Wegen und Schneemobiltouren fortbewegen, brauchen also doch noch unbedingt Schneeschuhe.

viel mehr Schnee wie es aussieht (gut, Anita ist ja auch klein)

In Inari, der ersten grösseren Siedlung suchen wir aber Schneeschuhe vergeblich, aber wir besuchen dort Siida, eine Ausstellung und Museum der Sami. Wir sind echt begeistert, es ist toll gemacht und wir erfahren endlich alles über die acht Jahreszeiten der Lappen, ihre Geschichten und die Tiere des Nordens. Alles ist sogar auch auf Deutsch beschriftet und wirklich einen Besuch wert.

Siida, echt schön gemacht

Nach diesem Stopp schwenken wir auf die 955 Richtung Kittilä ab und durchfahren den Lemmenjoki-Nationalpark, den grössten in Finnland. Es ist einfach nur Traumhaft und wir saugen jeden Kilometer in uns auf und wir wollen da irgendwo übernachten. Aber wir müssen ganze 70km fahren, bis wir den ersten halbwegs geräumten Rastplatz antreffen. Alle anderen sind unter einem Meter Schnee begraben und auch andere Parkier Möglichkeiten gibt es keine. Wir müssen beim Rastplatz dann noch eine Bucht für unser Knutschi selber vom Neuschnee frei schaufeln, bis wir entgültig stehen können.

zuerst den Rastplatz freischaufeln

Wir sitzen in einer fantastischen Winterlandschaft, geniessen die Sonne, sitzen bei 3 Grad draussen, trinken Kaffee und geniessen die herrliche Ruhe. Wir sitzen etwa drei Stunden draussen, in dieser Zeit fuhren fünf Autos und drei Schneemobile vorbei. Wenn das nicht ein schöner Platz ist?

Jetzt warten wir auf den Sonnenuntergang und hoffen, vielleicht einen Elch zu sehen. Vielleicht fahren wir morgen ja auch um sechs Uhr weg, damit wir grössere Chancen haben. Die Elche benützen momentan die Strassen als Hauptverkehrswege ebenso, weil daneben einfach zu viel Schnee liegt.

Toivotamme sinulle hienon sunnuntain huomenna

Übernachtung

Repjoki - Rastplatz****
frei

Rastplatz an der selten befahrenen Strasse,

Koordinaten: 68.449780,25.954444
letzter Besuch: 4.2018

7.4.2018 - Der östlichste Punkt der EU liegt bei Hattuvaara auf einer kleinen Insel. Bis kurz davor kann man zumindest im Sommer bis an die finnischen Militärbaracken fahren. Koords N 62.9093833 E31.58.07000

arco1111


7.4.2018 - Hallo, für Elche müßt ihr noch früher aufstehen - Morgendämmerung ! Der östlichste Punkt Europas ist Kap Olenij mit etwa 76° 20′ 0″ N , 66° 58′ 0″ O im Norden der russischen Insel Nowaja Semlja, auf dem Festland erreicht das Uralgebirge in seinem nördlichen Teil den 67. östlichen Längengrad. Der östliche Punkt der EU liegt bei 62°54'30.8"N 31°35'12.7"E Suomen itäisin piste Viel Glück beim Hinfahren, Walter

Walter7149


7.4.2018 - Danke ihr Beiden. Jetzt sollte man sogar die Insel zu Fuss erreichen können. Wir werden es versuchen, ob wir mit dem Womo so weit kommen.

Rolf


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