Headbild
Kerry Irland 2019
Sie befinden sich: Blog \ Reisebericht

Fertig lustig

Wir haben heute eine Odyssee hinter uns

Es wird hier in Italien von Tag zu Tag härter durchgegriffen. Mit dem Womo wird man auf Campingplätze vertrieben und darf diese nicht mehr verlassen, beim Freistehen ist fertig mit vor dem Womo sitzen. Aber das wissen wir alles noch nicht, als wir morgens am Strand erwachen. Die Nacht war nicht ganz so ruhig, die 50m entfernte Strasse dem Meer entlang war ziemlich häufig befahren und kreierte so einen ziemlichen Lärm. Auch das gestrige Einkaufen im Supermarkt hinterlässt bei uns grössere Spuren, als wir noch gestern gedacht haben. Es gibt einem schon zu denken, wenn man als einzige ohne Mundmasken unterwegs ist. Darum diskutieren Anita und ich heute Morgen etwas länger, was wir heute machen sollen. Die Restaurants sind geschlossen, die Sehenswürdigkeiten sowiso. Eigentlich wollten wir Tindari besuchen mit einer tollen Aussicht übers Meer und die Liparischen Inseln, danach weiterfahren Richtung Cefalu und dieses schöne Städtchen besuchen. Tindari ist geschlossen, in Cefalu nix offen und alle laufen mit Mundmaske rum. Irgendwie auch nicht das, was wir gerade suchen. So entschliessen wir, die gesamte Nordostküste an Palermo vorbei zu fahren bis an den Spitz von San Vito lo Capo und dort am sehr schönen Freistehplatz das schöne Wetter geniessen und warten bis Samstag ist, bis wir dann auf die Fähre nach Hause können. Die gesamte Strecke ist aber fast 300km lang, aber dann geniessen wir eben die Fahrt.

Tindari

Auf der Autobahn ist nix, aber gar nix los, sehr selten mal ein Lastwagen. Die Gegend und die Meersicht ist wunderschön, wir müssen unbedingt mal hierher zurückkehren, wenn das Reisen wieder angenehmer ist. Rund um Palermo gibt es etwas mehr Automobile, aber vom sonstigen Chaos sind wir weit entfernt.

Und dann, um 16 Uhr kommen wir in der Baia Margarita an, 22 Grad, windstill, und direkt am Meer. Es ist wunderschön hier, wir nehmen unsere Stühle hervor, ziehen kurze Hosen an und beginnen, es so richtig zu geniessen. Die nächsten zwei Tage liesse sich so gut leben, wenn...

es wäre so schön gewesen

Etwa 10 Minuten später kommt ein anderer Schweizer Womofahrer zu Fuss zu uns und sagt uns, dass wir wohl besser die Stühle wieder einpacken. Auch hier übernachten liegt nicht mehr drin. Heute fuhr schon zweimal die Polizei vorbei und alle Stühle mussten Null-Komma-Nichts eingepackt werden, jeder Camper musste ein Formular ausfüllen, auf welchen Campingplatz er diese Nacht übernachte und wann die Fähre nach Hause ging. Bis zu diesem Zeitpunkt darf der angegebene Campingplatz nicht mehr verlassen werden. So viele Campingplätze haben im Moment hier gar nicht offen, als dass man sich einfach einen ganz schönen aussuchen könnte. Wir beraten mit dem Gast, was wir alles machen könnten, sie würden zurück nach Palermo fahren und dann eine Fähre nach Genua buchen. Ein Italiener wurde in seinem Wohnmobil fast verhaftet, da er nicht aus der Gegend ist und ein Reisverbot in Italien herrscht.

sogar die Schuhe passen zum Meer

Und wir haben keine Lust, dass wir von der Polizei registriert werden und es ist wohl klar, dass wenn sie heute schon zweimal da waren auch Abends ein drittes Mal kontrollieren werden. Aber anscheinend wird regional unterschiedlich kontrolliert, denn an unserem gestrigen Standplatz fuhr ein Polizeiauto ganz easy an uns vorbei, ohne irgendwelchen Klaumauk zu machen. Also entschliessen wir uns, von diesem schönen Platz weg zu sein, bevor die nächste Kontrolle kommt. 

Der erste anvisiert Campingplatz hat geschlossen, der zweite auch, der Stellplatz bei Castellamare del Golfo ist ziemlich voll, also was machen? Etwas weiter unten sehen wir einen grossen, leeren Parkplatz direkt am Sandstrand, es hat auch keine Verbotsschilder. Also parken wir unser Knutschi mit Sicht auf das Meer und hoffen, dass die Carabinieri von Castellamare del Golfo etwas weniger rigoros sind, wie die von San Capo lo Vito. Wo sollen wir denn sonst auf unsere Fähre warten?

Anita kocht und wir verhalten uns möglichst unauffällig, ohne irgendwelche Stühle oder Campingverhalten vor dem Womo.

Jetzt joggen grad noch zwei Einheimische mit Mundmasken am Strand entlang...

13.3.2020 - Bon Giorno, ich wundere mich etwas über eure Verwunderung, war das nicht schon lange vorher absehbar. Wieso macht man eine Reise in das Land, was von Anfang an am stärksten CoVid-2 in Europa betroffen war ???

- Tom


13.3.2020 - Hallo ihr Zwei...hoffe Ihr kommt doch noch zurück in die Schweiz. Habe soeben von unserem Sohn vernommen, dass die Skiferien im Brandnertal abgesagt sind und das Geld zurückerstattet wird. Also, gute Reise..... Greez

Thoberman


13.3.2020 - hoffentlich fährt eure fähre morgen und darf überhaupt noch im zielhafen anlegen. alternativ über messina und komplett hoch fahren? (auch die skifreizeit unserer kids am wildkogel ist gecancelt, schule noch offen ...) wir wünschen allen beste gesundheit

trudchen


13.3.2020 - Hallo ihr Zwei, ihre reise in Sizilien wird euch lang in Erinnerung bleiben...Letze Frühling war ich mit dem Motorrad auf die reise in Sizilien und werde ich euch empfehlen nach zu holen in eine bessere zeit. Für dieses Jahr ist im Moment nicht zu denken an einer Europa reise in womo leider, bleibt uns der Morteratsch bei Peter. Gruss Ermanno

Ermanno Spiccia


Diesen Artikel kommentieren oder Fragen dazu stellen