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Ganzjahresreifen oder Winterreifen

Die Versuchung ist verlockend, statt zweimal jährlich einen Reifenwechsel zu machen, Ganzjahresreifen aufzuziehen. Aktualisierter Artikel vom 16. Dez. 2016

Bild: Johann Jaritz wikimedia.org

Wir haben nun wieder Winterreifen montiert und darum jetzt noch ein paar Gedanken dazu.

Aber taugen die Ganzjahresreifen etwas und wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit aus? Ein Grund, diesem mal genauer auf die Spur zu gehen.

Zwischen Winter- und Sommerreifen gibt es wesentlich zwei Unterschiede: Die Gummimischung und die Profiltiefe. Die Mischung der Winterreifen verhärten bei Minustemperaturen viel weniger und bleiben geschmeidig. Da sie aber weicher sind, verschleissen sie bei hohen Temperaturen im Sommer viel stärker als die Mischung der Sommerreifen. Der Ganzjahresreifen ist eine Mischung aus den beiden, dementsprechend hält er nicht ganz so gut im Winter wie der Winterreifen und nützt sich im Sommer etwas mehr ab, wie der Sommerreifen. Der TCS der Schweiz hat dieses Jahr eine grossangelegten Testvergleich gemacht, mit dem Fazit: „Damit haben nur zwei Ganzjahresreifenmodelle dem gleichzeitigen Vergleich gegen Winter- und Sommerreifen einigermassen standgehalten. Die meisten Testprodukte scheitern aber beim Versuch, den so unterschiedlichen Anforderungen von Winter und Sommer gleichermassen gerecht zu werden. Zwar wären manche Modelle durchaus geeignet als Winter- oder als Sommerreifen, aber oftmals sind dann die Leistungen in der jeweils anderen Disziplin wenig oder nicht überzeugend.“

Das sind nun beileibe keine neuen Erkenntnisse, aber was ist jetzt für ein Wohnmobil entscheidend?

Was spricht für Ganzjahresreifen?

Ganzjahresreifen haben ein etwas tieferes Profil wie Sommerreifen, also schon mal nicht schlecht, wenn man im Sommer auf eine nasse Wiese fährt. Man kann hoffen, damit eher wieder rettenden Asphalt zu erreichen.

Was spricht gegen Ganzjahresreifen?

Der Geräuschpegel ist etwas höher als bei den spezialisierten Reifen. Bei Schneebedeckter Fahrbahn halten sie doch etwas schlechter. Ganzjahresreifen werden auch schneller abgenützt und müssen so schneller ersetzt werden.

Diese Reifen haben meist die Kennzeichnung „M + S“ und haben eine grössere Profiltiefe wie Sommerreifen, aber Achtung: Dieses Symbol bedeutet eigentlich, dass diese Reifen auch für das Gelände geeignet sind. Das heisst aber nicht, dass sie als Winterreifen durchkommen. Diese Reifen sind auf Schnee NICHT geeignet, dafür muss der Reifen mit einem Schneeflockensymbol (3-Peak-Mountain-Symbol) gekennzeichnet sein. Will man also wirklich Ganzjahresreifen, muss der Reifen das Schneeflockensymbol besitzen.

Wer also damit rechnet, irgendwann auf Schnee unterwegs zu sein, der muss Reifen mit dem Schneeflockensymbol haben. Ein Unfall auf winterlicher Fahrbahn und kein Schneeflockensymbol drauf, der guckt in die Röhre. Wer also mit Ganzjahresreifen „M+H“ unterwegs ist, muss im Winter bei Schnee warten, bis die Strassen wieder schneefrei sind.

Und nun?

Ganzjahresreifen machen Sinn, wenn jemand mit seinem Wohnmobil wenige Kilometer macht und selten im Winter unterwegs ist. Dann hält so ein Ganzjahresreifen die gesamte Lebensdauer von maximal etwa sieben Jahren.

Fährt man aber ziemlich viel, so dass z.B. Winterreifen nach sechs Wintern und Sommerreifen nach vier Saisons durchgefahren sind, lohnt sich ein Ganzjahresreifen nicht. Diese muss man dann z.B. nach drei Jahren ersetzt werden. Man spart zwar einige Male Reifenwechsel, aber das Sicherheitsrisiko im Winter ist doch höher und kommt man einmal etwas in Rutschen und trifft die Strasse nicht 100% ist der Schaden weitaus grösser, wie das gesparte Reifenwechselgeld. Und als Zugabe hat man das gesamte Jahr eine grössere Geräuschkulisse von den Reifen. Auch nicht unterschätzen darf man, dass bei einem Reifenwechsel die Pneus meisten gut kontrolliert werden und sie so doch mindestens jedes halbe Jahr kontrolliert sind. Wie das aussieht, wenn ich die Reifen nicht wechsle, kontrolliere ich sie dann auch regelmässig?

Ein weiterer Aspekt ist das Auswuchten der Räder, bei einem Wohnmobil merkt man einen unruhigen Lauf der Räder nicht sofort, da die Geschwindigkeiten tiefer als bei einem PW sind. Bei nicht richtig ausgewuchteten Räder ist der Pneuverschleiss aber nochmals erheblich grösser.

Ich persönlich finde, dass sich Sommer- und Winterreifen immer bezahlt machen und Ganzjahresreifen nur dann Sinn machen, wer selten im Winter unterwegs ist und pro Jahr höchsten 15‘000km fährt.

17.12.2016 - Kommt auch darauf an, WO man fährt. Bei uns in Norddeutschland haben wir eben auch andere Winterverhältnisse als in den Alpen.

Dirk


21.12.2016 - Hallo Rolf, ich fahre auf dem Womo noch eine ganz andere Variante : ausschließlich mit WR von NOKIAN 215/75 R16 CR Cargo - - 1Satz neue Winterreifen(Neuprofiltiefe 9 mm) im Winter bis zur Profiltiefe von 5 mm, ca. zwei Wintersaisons - 1Satz ältere Winterreifen mit 5 mm Profiltiefe im Sommer, werden dann abgefahren bis zur gesetzlichen Verschleißgrenze von 1,6 mm Bei den älteren WR, die im Sommer gefahren werden, ist der Reifenverschleiß nicht mehr so hoch, weil die Gummimischung durch Alterung aus aushärtet. Habe also immer gute neue WR für das Fahren im Winter, denn ab < 5mm Profil in Norwegen nicht mehr als WR anerkannt. Gruß Walter

Walter7149


2.12.2017 - Die Profiltiefe ist ein Argument und in Norwegen konsewuent umgesetzt. 8mm auf Ganzjahresreifen werden schon nicht schlechter sein, als zugelassene 3mm auf Winterreifen in Gebieten, wo das so zulässig ist. Dazu kommt noch,, dass beim Verschleiß nicht die Achsen unterschieden werden. Auf Antriebsseite, meist vorne, mag der Verschleiß mit ein Kostenfaktor sein, aber 8 Reifen sind immer noch teurer als 4. Auf der Hinterachse bei Frontabtrieb, ist von der Verschleißgrenze her eher das zulässige Alter (10 Jahre) ein Punkt, als das runterfahren. Bei den hinteren Trommelbremsen verhält es sich ähnlich. Bis die gewechselt werden müssen, sind die eher weggerostet. Die max Reifengröße ist bei meine Ducatö-Wohnmobil so schwierig durch den engen Radkasten zu bewerkstelligen, dass ich in der Werkstatt für dn Wechsel von allen 4 Rädern gleich mal 50 € den Besitzer wechseln. 8-fach Breifung ist nach mmM ein Industrie- und Umsatzargument in gemässigten winterlichen Regionen und für 4 Wochen richtigen Winterurlaub werden die WoMo selten genutzt, bzw. sind Leihketten von Automobilclubs günstiger. Meine Lösung momentan Winerreifen vorne, Ganzjahresreifen mit Schneeflockensymbol hinten. Sommerreifen für die Antriebsachse, Ganzjahresreifen mit Schneeflockensymbol hinten. Den Verschleiß von den Sommerreifen auf der Antriebsachse kann man mit gebrauchten/neuen Sommerreifen gut kompensieren. Viele WoMo-Besitzer rüsten nach Kauf des neuen WoMo direkt auf Ganzjahresreifen um. Beim Verkauf sind die oft fast ungefahren oder vor dem ersten Winer ausgetauscht.

Philipp


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