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Toskana Italien 2017
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Gorges Dadés und die Vernunft siegt doch

Wir sind gespannt, ob wir die Strecke heute mit unserem Womo schaffen oder umkehren müssen. Einfach nicht steckenbleiben!

Dadés Schlucht mit dem Womo

Nach einer sehr ruhigen Nacht beim See machen wir uns auf eine ungewisse Etappe. Wir wollen die Schlucht Gorges Dadés besichtigen und danach auf der kleinen Strasse immer weiter ins Tal fahren. Dort soll es eine Abkürzung in das Tal der anderen Schlucht Gorges Toudra geben. Es soll aber nichts asphaltiert sein und eine Strecke, die die 4x4-Touristen häufig fahren. Falls das nicht geht, ist auf einer Karte der Weg geradeaus nach Agoudal eingezeichnet, das soll aber auch nicht durchgehend asphaltiert sein. Wirkliche hilfreiche Infos im Netzt finde ich aber auch nicht, also fahren wir ziemlich ins Ungewisse.

Zuerst auf gut ausgebauter Strasse 80km über die Hochebene und dann kommt 20km eine Ortschaft an der anderen, praktisch immer Häuser. Total ungewohnt. Die Abzweigung in das Dadés-Tal ist nicht zu übersehen und schon sind wir fast alleine. Die Landschaft wird wieder sehr bergig, die Strasse schmaler und schlechter. Noch geht aber alles gut.

ging alles noch problemlos

Bei der ersten Engstelle der Schlucht geht die Strasse spektakulär zwischen den Felsen durch. Sieht wirklich gut aus. Danach kommt das erste Fragezeichen von Heute: es solle eine steile Passstrasse sein, die die Busse nicht hochkommen und auch die grossen Taxis sollen hier nicht mehr weiterfahren. Es geht aber ziemlich easy mit unserem grossen Womo von 7.50m Länge, also kein Problem, die erste Hürde ist geschafft und bei weitem nicht so schlimm, wie auf dem Web überall beschrieben.

das Pässchen im Dadés-Tal meistert ein Womo ohne Probleme

Jetzt fahren wir in einer fantastischen Landschaft immer weiter in das Tal hinein. Schnell fahren können wir nicht, die Strasse ist schmal und holprig, aber asphaltiert. Als wir ca. 60km im Tal sind, kommt die Ortschaft M’semrir und dort soll die asphaltierte Strasse fertig sein.

Ist sie nicht, also fahren wir die nächsten drei Kilometer weiter bis zur Abkürzung über die Berge. Der Abzweiger ist nur mit weisser Farbe auf der Strasse markiert und die Piste sieht schon etwas mitgenommen aus. Wir inspizieren sie genau und müssen dann schweren Herzens sagen, das schafft unser Fiat Ducato mit Vorderradantrieb nicht. Und der höchste Punkt der Strecke ist auf 2800m, also wird es noch arg berghoch gehen. Die Vernunft siegt vor dem Abenteuergeist und wir entscheiden, der asphaltierten Strasse im Tal weiter zu folgen.

unser Abzweiger, und darum haben wir es nicht gewagt

3km später fragen wir einen LKW-Fahrer, wie die Strasse weiter im Tal nach Agoudal geht. Er mustert unser Wohnmobil und sagt dann, dass wir das auch nicht schaffen, es sei eine 4x4 Piste. Aber er kennt doch unser treues Knutschi nicht! Aber es ist vielleicht auch besser, wenn wir drehen statt noch satte 60km über Rüttelpiste zu fahren und mit unsicherem Ausgang, ob wir das überhaupt schaffen.

Eine Flussschlaufe des Dadés

Also drehen wir und fahren die inzwischen fast 70km im Tal zurück. Wir geniessen dafür nochmals die herrliche Landschaft und rasen dann wieder auf einer gut ausgebauten Strasse nach Tinghier. Dort schwenken wir zum erst besten angeschriebenen Camping ab und landen auf einem schön angelegten Stellplatz eines Hotels.

Wir sind ziemlich kaputt heute, fuhren lange und sehnen uns nach einem Ruhetag. Wir haben in den letzten Wochen so viel Neues gesehen, jeden Tag entweder auf einem Ausflug oder mit dem Knutschi herumgereist, so dass wir nun die Karte studieren und entschliessen, morgen nach Merzouga zu fahren und dann dort am Rande der Sandwüste Nummer zwei mindestens zwei Tage zu bleiben. Das morgen schaffen wir noch locker…

Irgendwie juckt es mich aber ein bisschen, dass wir diese Strecken nicht doch probiert haben! Hat das schon jemand gemacht, M’semrir – Gorges Toudra oder M’semrir – Agoudal? Wie sind die Strassen dort wirklich?

Ach ja, wir haben jetzt gerade das Essen hier im Hotel bestellt: Hähnchen-Gemüse Tajine für zwei Personen und der Stellplatz alles zusammen, 195Dh (knapp 20€).

Ach ja zum zweiten: Anita läuft mit einem pinken Turban, ich mit meinem blauen umher und der Chef hier sagte uns, dass in dieser Region weiss oder gelb angesagt ist. Wir müssen also noch wechseln, wenn wir zu den Einheimischen zählen wollen…

Übernachtung

Ait Senan - Hotel Camping du Solei****
Stellplatz

schöne Anlage 

Koordinaten: 31.547652,-5.589980
letzter Besuch: 11.2017

17.11.2017 - Sehr mutig, Respekt! Lg und alles Gute

Richard "Zirbl"


17.11.2017 - Hallo Anita und Rolf wir müssen schon mal schmunzeln über eure Erlebnisse in Marokko. Uns erging es auch nicht anders bei den ersten Reisen in Marokko. Unsere Berberteppiche liegen nun in einer Scheune da wir nur noch im Womo leben. Da ihrer nun nach Merzouga wollt hätten wir euch noch einen Tipp für den Stellplatz. Zwischen Hassilabied und Merzouge gibt es das Haven La Chance. Super Stellplatz direkt an den Dünen mit Pool zum "bädele" . Koordinaten: N31.080150 W04.011980 Müsst euch von einem Blaumann Namens Hassan nicht einwickeln lassen, sonst habt ihr ihn adoptiert. Wünschen euch noch weitere tolle Erlebnisse auf eurer Reise Liebe Grüße Alois und Yvonne

- Alois


17.11.2017 - Wieder vielen Dank für den tollen Bericht. Ihr habt alles richtig gemacht. Geniesst morgen den Ruhetag.

Ulli


18.11.2017 - Hallo Ulli. Derzeit sinkt die Aussentemperatur in den Morgenstunden auf rund 8 Grad C hinab.

Uwe


20.11.2017 - Wenn Euch Euer Womo lieb und wahrscheinlich auch teuer ist, dann laßt ab von dem Gedanken diese Abkürzung zu fahren. Da sind schon viele 4x4s schwer durchgeschüttelt worden und viele Bandscheiben haben geächzt. Das ist zumindest bis jetzt wirklich keine Womo-Strecke!

M.Hobl


1.12.2017 - Hallo Anita & Rolf Ich habe im Feb von Ait Hani kommend diese Bergpiste nach M’semrir befahren um von oben in die Dadés zu kommen. Für ‚normale‘ Womos ist das entweder ABSOLUTES NO GO oder ein Freibrief, stecken zu bleiben u/o das Fz kaputt zu machen. Solche Fz haben einfach zu wenig Bodenfreiheit und zu viel Überhang. Und ob es die Reifen mitmachen, ist noch eine weitere Frage. Ab der ‚Hauptstrasse‘ sind es etwa 40km, landschaftlich schön, aber nichts aussergewöhnliches i.V. zum Gebiet im allgemeinen. Ihr habt also nicht wirklich etwas verpasst, aber möglicherweise sehr viel Ärger vermieden. Wie ich Eurem Bericht entnehme, habt Ihr ein paar sehr schöne Strecken gefahren … bleibt dabei und geniesst es! Die R704 von M’semrir nach Agadoul bin ich nicht gefahren (leider, aber man kann ja nicht endlos Schlaufen drehen). Der Offizier auf dem Polizeiposten in M’semrir meinte aber, mit einem ordentlichen 4x4 sei sie problemlos (als ich ihm aber sagte, dass wir von Ait Hani gekommen sind, verdrehte er die Augen … ). Das deckte sich mit den Infos, welche ich aus anderer Quelle habe. Die Strecke führt aber über den Tizi-n-Ouano, da wird auf 2900m die Luft dünn … und anscheinend hat es vorher einen relativ kurzen, aber happigen Anstieg mit engen Kurven und Engstellen. Ob das mit einem normalen Womo machbar ist … ? ich weiss es nicht. Was machbar ist (Freunde von uns haben es mit einem normalen Womo auch gemacht), zumindest wenn man schwindelfrei ist, ist die Strecke von Imilchil auf der R317 nordwärts. Weiterhin viel Spass … aber bleibt wie Ihr seid: vernünftig 

Jürg


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