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Rasplatz Schweden 2014
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Im Süden und Osten der Orkney Inseln

Blau, blau blau, ist der Himmel und das Meer

Unser Standplatz Hoxa Strand

Den heutigen Sonnenaufgang beim Ring of Brodgar lasse ich sausen, ich habe nun schon genug Steinkreisfotos gemacht. Wir entscheiden, dass wir morgen früh die Katamaranfähre von St.Margareth‘s Hope zurück auf’s Festland nehmen. Zum Einen schaukelt diese Fähre hoffentlich weniger, zum anderen startet sie von dem Teil der Insel, den wir noch nicht kennen. So haben wir heute genüg Zeit, die kleinen Nebeninseln im Süden zu erkunden, die mit einer Strasse mit der Hauptinsel verbunden sind.

Das Wetter ist fantastisch, blauer Himmel, Sonne und noch ein blaueres Meer. Wir fahren über Houton und Orphier nach Kirkwall. Da wir in der Gegend keinen Campingplatz finden und unsere Toilette nun ziemlich voll ist, müssen wir an einem der vielen öffentlichen Parkplätzen mit WC stoppen und unsere Kassette dort entleeren. Während dreier Jahre Wohnmobil war das heute das erste Mal, dass wir in einem WC entleeren mussten. Aber wir haben es mindestens so sauber verlassen, wie wir es antrafen. Ach ja, ich wiederhole mich sicher, auch dieser Parkplatz war einmalig gelegen und hätte sich zum Übernachten geeignet. Diese Inseln sind der Traum für Freisteher!

Entlang der Küstenstrasse geniessen wir die kurzweilige Fahrt, bis wir einen Wegweiser zur Italien Chapelle sehen. Blinker raus, dem Wegweiser nach und die Kapelle besichtigen. Diese Kapelle wurde von italienischen Kriegsgefangen im damaligen Internierungslager in ihrer Freizeit gebaut. Sie ist wirklich schön anzuschauen und wir haben damit unsere neuzeitige Kulturbesichtigung auch erledigt.

Im Nordosten, in Skail machen wir an einem perfekten Platz den nächsten Halt. Die Infotafeln am Parkplatz zeigen eine schöne Wanderung über das Kap dem Meer entlang, so dass wir kurzerhand die Wanderschuhe schnüren und losmarschieren.

Es geht fantastisch der Küste entlang, zackige Felsen überwachsen mit Gras, fantastische Ausblicke, einfach herrlich. Allerdings merken wir nun, dass auf der Karte beim Parkplatz keine Zeitangabe und auch keine Distanz angegeben waren. Wie weit mag es wohl noch sein? Wir laufen über Heiden, das Meer immer im Blick bis wir fast rundherum sind. Aber irgendwo in dieser Richtung muss doch unser Wohnmobil irgendwo stehen? Kein Rucksack, nichts zu trinken, keine Karte, ich glaube, hier findet uns nie mehr jemand. Der einzige Orientierungspunkt ist der weisse Leuchtturm auf der Insel gegenüber, damit wir immer ungefähr mindestens die Richtung wissen. Dann endlich, nach fast drei Stunden taucht plötzlich unser Womo vor uns auf und damit auch wieder unsere Lebensgeister.

Es war ja extrem schön, extrem einsam, aber dieser Mull Head Footpath darf nicht unterschätzt werden und auch nicht mit den Turnschuhen gehen, ausser man will nasse Füsse. Ich weiss nicht, ob wir bei schlechten Wetter und dieser schlechten Vorbereitung je die Zivilisation wieder gefunden hätten.

Erschöpft essen und trinken wir nun etwas und machen uns auf den Weg nach Süden. Wieder an der italienischen Kapelle vorbei über viele Dämme, die diese Kriegsgefangen bauen mussten. In der grossen Bucht Scapa Flow war in den Kriegen jeweils die englische Marine stationiert und gegen die deutsche U-Boote wurden fast alle Zugänge mit solchen Dämmen abgeriegelt. Vorher wurden alte Kriegsschiffe versenkt, um diese Bucht zu schützen. Einige versenkte Wracks schauen noch heute aus dem Meer.

In St.Margareth’s Hope biegen wir in eine kleine Nebenstrasse ab, wo wiederum zwei Parkplätze signalisiert sind. Drei Kilometer später kommen wir zum ersten und hier müssen wir einfach stoppen! Direkt am Meer, Sandstrand, schöne Bucht und nur gerade vier Kilometer vom Fähranleger morgen früh entfernt. Was gibt es besseres?

Nach einer halben Stunden sattschauen am Meer, packt es mich doch, Badehosen anziehen und ab an den Strand. Es soll ja der Golfstrom hier vorbei strömen und darum ist das Klima auch jeweils sehr ausgeglichen. Ich muss aber sagen, vom warmen Golfstrom habe ich nichts gespürt, das Wasser war Knietief warm oder etwa 3cm kalt. Dabei blieb es dann auch und ich begnügte mich mit einer fantastischen Aussicht.

Morgen früh um 7:30 Uhr sind wir auf der Fähre um diese Insel zu verlassen und Schottland weiter zu bereisen. Nessie haben wir noch nicht gesehen, und da müssen wir mindestens noch hin.

Übernachtung

Hoxa - Hoxa Beach****
frei

Super Sicht aufs Meer, Badestrand, WC in der Nähe

Koordinaten: 58.826448,-3.001703
letzter Besuch: 9.2016

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