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Marokko 2017
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Marokkanisch im Urnerland

Wir landen auf dem Stellplatz Geisssticki

Schweren Herzens packen wir nach unserem Frühstück an der Sonne zusammen. Wir müssen leider diesen schönen Fleck verlassen, wollen wir doch weitere Gegenden erkunden. Zuerst noch den Abwasch, dann die Campingstühle wieder gut in der Garage verstauen, von den Keilen fahren und diese einräumen und dann sind wir startklar. Wir fahren gemächlich durch das Emmental ins Entlebuch, dort dann Richtung Luzern und Gotthard. Wir haben noch kein festes Ziel, wollen aber heute oder morgen auf den Oberalppass und dann runter Richtung Chur.

Auf der Gotthardautobahn lesen wir plötzlich das Schild Gurtnellen. Ruedi vom Stellplatz Geisssticki hat doch eine neue, öffentliche Entsorgungsstation erstellt, oder? Also setzen wir den Blinker und wollen uns diese noch anschauen und gleich auch ausprobieren. Unser Abwassertank ist ziemlich voll und Frischwasser haben wir auch nicht mehr viel.

Beim Abzweiger fällt uns die blaue Womotafel auch grad auf. Sieht top professionell aus und genau so, wie es sein müsste. Aber, diese Tafel gibt es doch in der Schweiz gar nicht und schon gar nicht an einer Kantonsstrasse. Aber das wissen ja nur wir, oder? Auf alle Fälle sieht der Stellplatz noch genau so einladend aus wie letztes Jahr und das Schild zur Entsorgungsstation sieht man auch schon von weitem.

Top gemacht und sehr zweckmässig. Nach dem Entsorgen fahren wir zur Frischwasserstation 50m weiter und überlegen uns, sollen wir gleich hier bleiben? Der Entschluss ist dann schnell gefasst, wir parkieren unser Knutschi direkt an der Reuss, füllen Wasser auf und Anita und ich wissen, dass wir das Womo heute keinen Meter mehr bewegen.

Und dann kommt auch Ruedi schon strahlend zu uns und schon sind wir in einem Erfahrungsaustausch. Der Stellplatz hier ist genauso alt wie Wohnmobilland Schweiz und wir haben uns gegenseitig immer mit Infos versorgt. Als dann endlich alle News ausgetauscht sind, machen Anita und ich uns auf einen kleinen Spaziergang entlang der Reuss. Oben am Stellplatz über die Brücke und dann alles an einem schönen Wanderweg entlang Tal abwärts. Bei der nächsten Brücke überqueren wir den Fluss nicht, sondern bleiben auf der linken Seite. Hier folgen wir dem alten Wanderweg zwischen Reuss und Eisenbahn-Gotthardlinie. Es ist ein richtig, wenig gegangener, alter Säumerpfad. Allerdings merken wir dann einen Kilometer später, warum er wenig begangen ist. Er hört nämlich auf. Nach einem Felssturz vor einigen Jahren wurde der Wanderweg auf die andere Seite der Reuss verlegt und dieser Weg geschlossen. Also drehen wir wieder um, ist aber nicht schlimm, denn wir geniessen den Weg auch so.

Wir sitzen nun vor dem Womo, direkt neben der Reuss. Das Flussrauschen ist ziemlich laut, aber allemal besser wie eine Autobahn oder Eisenbahnlinie.

Dann packen wir unsere Tajine aus und feuern das Stöffchen an. Während dem die Kohlen langsam heiss werden, wird die Tajine in Wasser eingelegt, danach mit etwas Olivenöl beträufelt und über die Kohlen gestellt. Anita füllt die Tajine mit Pouletfleisch, Zucchetti, Peperoni, Zwiebeln, legt darauf in streifen geschnittene Karotten und zuoberst die Tomaten. Das Ganze wird mit dem letzten Resten unserer marokkanischen Tajine Gewürz bestreut (wir müssen unbedingt Nachschub in Marokko besorgen) und dann zugedeckt. 

Nun haben wir eine Stunde Zeit, bis wir dann das Abendessen beginnen können. Natürlich wird noch mit anderen Wohnmobilisten geredet, es sind immerhin neun Womos hier.

Danach verputzen wir unser Essen bis auf den letzten Resten und sind rundum zufrieden. Wer hätte morgens im Emmental noch gedacht, dass wir abends im Urnerland marokkanisch essen?

Externe Links

Übernachtung

Gurtnellen - Geissticki***
Stellplatz

mit viel Herzblut und guter Infrastruktur direkt an der Reuss

Koordinaten: 46.730644,8.625110
letzter Besuch: 5.2022