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Falun Schweden 2018
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Risikoreiche Abkürzung

Wir fahren eine Abkürzung und wissen nicht, wie lange das gut geht

einfach wieder traumhaft

Erst gegen Mittag kommen wir vom Campingplatz weg. Wir müssen noch etwas in der Stadt erledigen (mehr dann am Sonntag) und sind so erst nach dem Mittag abfahrbereit. Wasser füllen und WC entsorgen geht reibungslos. Nur unser Knutschi und wir sind staubig, aber das macht ja nichts.

Vor der Abfahrt fragen wir den Campingplatzchef und einen Womomechaniker, ob wir die Abkürzung von Azgour nach Tichgach mit dem Wohnmobil fahren können. Denn wir würden fast 50km sparen, als wenn wir den Schlenker über Igherm machen müssen. Allerdings ist diese Abkürzung auf der Karte als weisse Strasse eingezeichnet und solche sind wir bis anhin noch nicht gefahren. Wenn ich an gestern denke, als wir quasi auf der Hauptstrasse (gelb eingezeichnet) 14km durch ein Flussbett fahren mussten…

Aber beide versicherten mir, dass das nicht geht, dort habe es keine durchgehende Strasse. Mist, müssen wir also den Umweg fahren, damit wir in Tata ankommen.

Wir fahren los, die Gegend ist einmalig und die dunkelgelb eingezeichnete Hauptstrasse ist wohl asphaltiert, aber höchsten 3m breit, dafür hat es links und rechts noch mindestens 1.5m Kiessbankett, wo man jeweils ausweichen kann, wenn Gegenverkehr kommen würde (kommt aber sehr selten). Plötzlich mitten im Nichts ein riesiger Kreisel bei einer Kreuzung mit einer Polizeikontrolle. Ich frage den Polizisten, wie wir am besten nach Tata kommen. Ob wir über Igherm wollen oder direkt? Direkt! Ok, das sei kein Problem, in sieben Kilometern einfach rechts. Das sei der kürzeste Weg.

Das tönt ja schon mal super. Wir fahren die sieben Kilometer und dort geht auch tatsächlich eine Strasse rechts weg. Strasse ist aber übertrieben, eher ein Feldweg. Den können wir unmöglich fahren. Also fahren wir geradeaus und nach weiteren 3 km gibt es nochmals eine Abzweigung nach rechts, asphaltierte Strasse und so ein kleiner marokkanischer Tante Emma Laden (Supermarkt) an der Kreuzung. Wir halten, kaufen ein und fragen den Verkäufer, ob wir diese Strasse nach Tata nehmen können mit dem Womo. Er nickt und sagt, „pas de Problem, seulement 33km“. Der Polizist vorher meinte wahrscheinlich auch diese Kreuzung, denn mit den Kilometerangaben muss man ja hier immer etwas aufrunden.

Nach einer kurzen Besprechung mit meiner Holden Kunigunde beschliessen wir, diese Abkürzung zu probieren. Wir können ja immer noch drehen und zurück. Und wenn es nur 33km sein sollen, rechnen wir mal mit 50km.

nur zweimal sah es so aus

Es geht los, schmal, steil, zuerst zwischen Häuser, dann wird es einsam, aber immer asphaltiert. Nach jeder Kurve rechnen wir mit einer Piste oder mit etwas, wo wir umdrehen müssen. Aber sowas kommt einfach nicht, im Gegenteil: einsame Weltklasse! Es sind schlussendlich etwa 45km, wir sehen keine Menschenseele, kein einziges Auto und fast alles (bis auf ca. 60m wo der Fluss Kies auf die Strasse gespült hat) alles asphaltiert. Es geht über Berge und durch Täler, immer gelben Berge mit ihren Erdkrustenzeichnungen im Blickpunkt. Einfach super fantastisch. Egal, ob Allah oder Gott, hier ist ein Meisterwerk erschaffen worden. Wir hätten nie gedacht, dass Marokko landschaftlich so schön sein kann. Immer denken wir, in der Schweiz ist die Natur am schönsten, aber da haben wir uns geirrt. Oder wie der Marokkaner gestern sagte: In Schweiz Berge weiss, hier in Marokko Berge natur!

einer von vielen Fotostopps

Wir brauchen lange bis wir die Abkürzung hinter uns haben, aber einfach, weil wir so oft aussteigen und Fotos machen.

wieder auf der Hauptstrasse

Wir kommen dann um 17 Uhr wieder völlig von den Eindrücken erschlagen in Tata an und finden dort vor einem Hotel einen Womostellplatz. Nicht gerade der romantischte, aber was soll‘s, es ist hier um 18 Uhr stockdunkel. Dafür werden wir heute dann mal auswärts essen gehen.

Ankunft in Tata

Aber zuerst folgt noch das schwierigste vom ganzen Tag: wie wähle ich für den Blog die schönsten fünf Fotos aus?

Übernachtung

Tata - Relais des sables**
Stellplatz

nichts besonderes, aber zum Übernachten perfekt

Koordinaten: 29.739160,-7.974547
letzter Besuch: 11.2017

11.11.2017 - Hallo Rolf, Danke fuer Deine tollen Reiseberichte. Ich hatte Euch schon in "Griechenland" verfolgt. Aber diese Marokko Reise ist ja der absolute Knaller. Es macht riesig Spass zu Lesen, wie Ihr Euch freut und auf das Land einlasst. Gruesse, Harald

- Harald


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