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Nordkapp 2018
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Schützen viele Wohnmobilisten die Umwelt?

Sonntägliche Gedanken eines Wohnmobilisten.

nicht überall sieht es so aus

Durch eine Diskussion in einer Facebookgruppe studiere ich in die Zulunft, was passiert, wenn immer mehr Personen mit einem Wohnmobil unterwegs sind. Während ich im Notebook die Diskussion verfolge, läuft im TV eine Doku über die Verschmutzung der Meere. Diese Doku fesselt mich nach kurzer Zeit mehr als die manchmal stupiden Wortmeldungen im Netz. 

Ich mache mir Gedanken, ob ich auch zu denen Gehöre, die die Meere mit Plastikmüll zuschütten. Unsere letzten grossen Reisen führten uns nach Griechenland, durch Marokko und im Winter nach Skandinavien. Auf jeder Reise übernachteten wir mehrmals direkt am Meer. Aber das Meer zumüllen? In Griechenland lag zum Teil viel Müll rum, wir sammelten auf manchen Übernachtungsplätzen den Müll zusammen und entsorgten ihn richtig, in Marokko liessen wir auch nie etwas liegen und im weissen Schnee in Skandinavien achteten wir auch penibel darauf. In Gedanken gehe ich unser Verhalten durch: unterwegs kaufen wir wenn immer möglich einheimische Produkte, auch die Nahrungsmittel. Wir wollen ja die lokalen Speisen probieren. Ebenfalls beim Einkauf schauen wir, dass wir so wenig Verpackung mitkaufen, denn unser Mülleimer im Womo ist ja auch nicht gross. Dabei fällt mir auf, dass wir uns auf den Reisen also umweltbewusster verhalten, wie zu Hausen. Was habe ich gestern beim Räumen des Dachbodens alles in den Müll geworfen, was wir nicht mehr brauchten! Wahnsinn! Da hätte man beim Einkauf besser schauen sollen.

Überhaupt schonen wir auf unseren Reisen die Umwelt ja schon fast extrem: wir brauchen kein Strom, produzieren in selber. Weder in Griechenland noch Marokko zapften wir irgendwo Landstrom, nur in Skandinavien brauchten wir wenige Tage etwas davon, ob der in Atomkraftwerken produziert wurde oder mittels Wasserkraft, entzieht sich meinen Kenntnissen. Mit 120l Wasser kommen wir zwei Personen fünf Tage locker aus, macht 12l Wasser pro Tag und Person. In Marokko verbrauchten wir noch weniger, da wir im trockenen Land nicht noch verschwenden wollten. Wir brauchen nur wenig Gas aber doch ziemlich viel Diesel. Aber wenn ich bedenke, dass wir während unseren Reisen bestimmt viel Öl für die Heizung unseres Hauses zu Hause brauchten, wird der Dieselverbrauch relativiert. Der Verbrauch an Pet-Flaschen ist bei uns unterwegs grösser, allerdings entsorgen wir sie jeweils bestmöglichst. Und fast noch vergessen: die Lebensdauer eines Wohnmobiles ist um ein vielfaches länger wie die eines normalen Autos, also sind wir auch dort schonender als "Nichtwohnmobilisten"...

Wir verhalten uns auf Wohnmobilreisen viel Umweltbewusster wie zu Hause, brauchen dadurch weniger Ressourcen. Seit wir ein Wohnmobil haben, sassen wir nie mehr in einem Flieger und flogen zum Vergnügen durch die Welt. Wahrscheinlich sind wir nicht die einzigen, denen es so geht. 

Das würde heissen, je mehr Wohnmobilsten es gibt, desto weniger Ressourcen werden auf dieser Erde verbraucht. Je mehr mit dem Wohnmobil umherreisen, desto mehr wird die Umwelt geschont. Tönt paradox, aber ist es echt so?

Also, wenn wir wiedermal einen vollbesetzten Stellplatz anfahren, ist das zwar ärgerlich, aber wir könnten uns dann doch über die geschonte Umwelt freuen. Wie kurzfristig und egoistisch sind denn solche Diskussionen auf Facebook? Wo es nur darum geht, den schönsten Platz auf einem Stellplatz nahe am Wasser zu haben? Wo sich alle aufregen, dass es immer mehr Wohnmobilisten gibt und uns alten die Plätze wegnehmen? Freuen wir uns doch über möglichst viele Womos, unser Ur-Enkel bedanken sich dann vielleicht einmal… 

22.7.2018 - Ja. Exakt. So leben wir auch. Und als CO2-Ausgleich produzieren wir dann noch über 150.000 kWh Solarstrom p.a. auf dem Dach.

- Adolf Stoll


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