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Marokko 2017
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Strand der Kathedralen

Wie geil ist dass denn!

Als wir morgens aufstehen, wissen wir noch nicht, was für ein toller Tag uns erwartet. Zuerst klingelt das Telefon, als wir noch unter der Bettdecke stecken und dann ist zuerst einmal Arbeiten angesagt. Ich muss noch die wichtigsten Arbeiten erledigen und Anita macht im Knutschi den Haushalt.

Wir haben es noch nicht eilig, denn wir wollen 20km weiter der Strand der Kathedralen anschauen (Danke Mariann für den Tipp, der war Gold wert!!) und das geht nur bei Ebbe. Heute also von ca. 15 bis 19 Uhr.

Also fahren wir dann doch gegen Mittag los 7 km nach Ribadeo. Dort gibt es einen Beeb-Shop (es sollen die kompetentesten sein betreffend Internet und Pre-Paid) um doch noch eine spanische Mobile Datenkarte für unsere Internetverbindung zu kaufen. In der Nähe hat es einen grossen Parkplatz und nach zwei Minuten stehen wir im Shop und erklären dem Spanier, was wir wollen. Dann geht es ratzfatz, keine 10 Minuten später haben wir eine Datenkarte von simyo für 25GB und 9€ gekauft, der nette Herr hat es uns gleich eingerichtet und nach einem Neustart läuft alles schon perfekt auf dem Handy von Anita. Wenn wir gewusst hätten, wie schnell, einfach und günstig das geht, hätten wir das schon längst gemacht. Jetzt hat also Anita auch Daten und muss nicht über meinen Hotspot ins Internet.

Weil das alles so schnell geht, fahren wir natürlich viel zu früh auf den Parkplatz der Playa de les Catedrales. Wir staunen, dass es doch einige Besucher hat und etwa 10 Womos hier stehen, das sind wir uns gar nicht mehr gewohnt. Aber dieser Strand ist wohl der Berühmteste von ganz Spanien, im Sommer gibt es Zutrittsbeschränkungen und nur mit Vorreservation darf man den Strand betreten. Jetzt im November ist das alles ausser Kraft gesetzt und jeder darf ans Wasser.

Playa de les Catedrales

Es ist eine gewaltige Kulisse, die uns hier erwartet. Felstürme, Felstore und brandendes Meer. Da wir noch etwas zu früh dran sind und die Ebbe noch nicht den tiefsten Stand erreicht hat, sind wir beim zweiten Felsenvorsprung blockiert. Die Ebbe will aber noch nicht so recht eintreffen und zwischen zwei grossen Wellen setzen wir zum Sprint an und retten uns auf einen Felsen. Dieser Felsen dient andern Touristen auch als sicherer Hafen, aber es schaffen nicht alle ganz trocken bis dahin. Immer wieder hört man einzelne Schreie, als wieder jemand von einer Welle überrascht wird und bis zum Knöchel Nass ist.

Ab hier wird es dann etwas Tricky, wir warten etwa 5 Minuten, bis wir uns weiter wagen und unser Weg halbwegs trocken ist. In der nächsten Bucht sind wir dann nur noch ca, 10 Leute, die es bis hierhin schafften. Jetzt versperrt uns aber ein ca. 50cm tiefer Wassergraben das Weiterkommen.

Anita und ich betreten eine der Felshöhlen, um einige Fotos zu machen, sehen aber ca. 20m im Fels innen einen Sonnenstrahl. Die Höhle muss also irgendwo einen Ausgang haben. Wir müssen wieder etwas warten, bis das Wasser darin abgeflossen ist, bis wir uns dann etwas weiter vorwagen und tatsächlich einen Ausgang sehen. Jetzt darf einfach keine hohe Wellen kommen…

rein in die Höhle

Wir schaffen es so durch den Fels tatsächlich in die dritte Bucht, wo vorerst aber Endstation ist. Wir beobachten 10 Minuten lang diese kleine Bucht und wissen, ganz trocken schaffen wir es nicht zum nächsten Felsen. Ein Fotograf mit Fischerstiefeln bis zur Brust ist bei diesen Felsen aber schon die längste Zeit am Knipsen. Ist dort der Ort mit den Bögen der Kathedrale?

Einzige Lösung: jetzt müssen die Turnschuhe und Socken weg, Hosen bis übers Knie hinaufgerädelt und einen guten Moment wartend. Dann sprinte ich los und rette mich auf einen kleinen Felsen, auf einem Stein. Neben mir steht nur noch Uwe, der einzige, der es ausser mir auch noch bis hierhin geschafft hatte. Anita blieb zurück, ihr ist das Wasser barfuss zu kalt.

Uwe und ich müssen sicher 5 Minuten warten, bis wir wieder etwas weiter können und dann tatsächlich vor diesen Kathedralen-Bögen stehen. Ich höre Uwe immer wieder sagen «Wie geil ist das denn!!» Auch dann, als eine grössere Welle kommt und den kleineren Stein von Uwe bis zu den Knien überspült und er nun auch Nass ist. Zum Glück war mein Stein etwas höher.

Es ist ein unglaublicher Ort, auch weil er nicht ganz einfach zu erreichen ist bei diesem hohen Wellengang von heute.

Uwe und ich werden für kurze Zeit Freunde, finden es einfach toll. Wir sind mit dem einheimischen Fotografen nur zu dritt, die es bis hierhin geschaffen haben. Auf dem Rückweg sammle ich Anita und meine Schuhe wieder ein, zeige Uwe die sichere Abkürzung durch die Höhle und wir kommen dann wieder in der ersten Bucht an, wo alle anderen Touristen stecken geblieben sind.

Anita war übrigens die einzige, die die Schuhe nicht ausgezogen hat und ganz trocken blieb. Auch die Welle, die uns kurz vor Schluss überrascht hat und eine ganzen Haufen Touristen platschnass machte, konnte sie intelligent umlaufen.

Zwei Touristen waren übrigens bis zu den Schultern nass und 90% der andern hatten nasse Schuhe.

Wieder bei unserem Womo schauen wir uns gegenseitig an und sagen «Wie geil war das denn!!»

am nördlichsten Punkt Spaniens

Dann fahren wir 63km weiter zum nördlichsten Punkt Spaniens, dem Leuchtturm Faro da Estaca de Bares. Als wir 100m vor dem Leuchtturm hoch über dem Meer unser Knutschi parken, weit und breit keine Menschenseele sehen, einen Wahnsinns Ausblick auf die untergehende Sonne haben, gibt es nur eines: Wie geil ist das denn!

Wie geil war das denn!

Übernachtung

Bares - Faro da Estaca de Bares*****
frei

toller Blick aufs Meer und Leuchtturm

Koordinaten: 43.78480,-7.684569
letzter Besuch: 11.2021

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- Doreen


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