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Appenzell Schweiz 2014
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Stuðlagil Canyon

Wir können endlich weiter

Stuðlagil Canyon

Wir haben den Wecker auf 7 Uhr gestellt und hatten vor, um 8 Uhr nach zwei Tagen festsitzen endlich weiter zu fahren, falls die Strassen offen sind. Anita flüstert mir um 6:45 Uhr zu, dass die Strasse offen ist und weiter: «Sollen wir wirklich bis um 8 Uhr warten mit abfahren?» Natürlich nicht, wir sind hungrig wie zwei kleine Bären nach neuen Landschaften und unbekannten Gegenden.

Also stürmen wir los und geniessen das tolle Wetter und den abgeflauten Wind. Es ist einfach toll, unterwegs zu sein!

Zwischenstop an einem Fjord

Wir fahren die Ostfjorde ab, sind noch fast alleine unterwegs. Nach etwas über 100km wollen wir in Djúpivogur Diesel tanken. Es ist die erste Tankstelle, die seit dem Start heute Morgen auftaucht. Blöd nur, die Säule ist defekt, es fliesst kein Diesel. Zum Glück haben wir noch nicht ganz leer, denn bis zur nächsten Zapfsäule sind es nochmals über 60 weitere Kilometer. Nur gut, dass ich meine blöde Angewohnheit bis zum letzten Tropfen zu fahren, in Island über Bord werfen konnte. Wir wären aufgeschmissen…

es könnte nicht schöner sein

So fahren wir aber ohne Schweissperlen weiter und geniessen einfach. Die Berge in den Ostfjorden sind höher und markanter, wie im Resten der Insel. Auch hat es oben schon ziemlich geschneit und kälter ist es auch geworden. Heute zeigt das Thermometer selten mehr wie 6 Grad an. Als wir dann weg vom Meer etwas in die Berge kommen, sind wir ganz schnell in einer weissen Landschaft. Die Strasse ist aber trocken und problemlos zu befahren.

Danach passieren wir Egilsstadir im Schnellzugstempo, denn wir wollen noch den Stuðlagil Canyon besichtigen. Als wir vor vier Wochen auf Island ankamen, wussten wir von diesem Canyon noch nichts, darum müssen wir das nun noch nachholen. Aber es sind ja nur 70km Umweg und wir haben genug Diesel… Allerdings haben wir nicht wirklich viele Infos gefunden und wissen nicht so recht, wie die Zufahrt mit unserem Womo ist. Beim anvisierten Parkplatz für der Brücke stellen wir unser Knutschi ab und laufen ab da. Es ist der richtige Entscheid, zwar kommt 2km später der richtige Parkplatz, aber die Strasse bis dahin ist ziemlich schlecht. So laufen wir, während all die Touristen in den gemieteten Autos in die Löcher fahren und die Stossdämpfer strapazieren. Nach dem Parkplatz geht es nochmals etwa 400m bis zum Stuðlafoss, der nicht wie erwartet in den Canyon fällt, sondern ausser dem Namen gar nix mit dem Canyon zu tun hat. Der Wasserfall sieht aber heute spektakulär aus, da oben die Gischt an den 6-eckigen Felsen gefroren ist und weiss schimmert. 

Stuðlafoss

Danach sind es nochmals 4km bis zum Canyon, der wirklich top ist. Nur das Wasser fliesst braun durch, blau wäre natürlich viel schöner. Wir sind aber auf der Südseite des Flusses, was sich als die richtige Seite herausstellt. Wir können an zwei Stellen bis zum Canyon hinabsteigen, während die «Nordseitler» auf eine Aussichtsplattform beschränkt sind. Aber immerhin müssen jene Touristen nur 200m Treppen hinabsteigen und nicht 5km wandern wie wir. Aber gerecht ist gerecht.

Die Schlucht ist top und wir bereuen es auf keinen Fall, diesen Umweg in Kauf genommen zu haben.

Nach schlussendlich drei Stunden Wandern sind wir wieder beim Knutschi, wo wir uns zuerst etwas aufwärmen und etwas essen. Danach geht es zurück auf den Camping in Egilsstadir.

Jetzt sind wir ziemlich auf den stümpen, schliesslich waren wir heute wirklich den ganzen Tag unterwegs, aber es war ein fantastischer Tag mehr in Island.

28.9.2022 - Hallo zusammen. Wie sieht es eigentlich mit dem Gasvorrat aus? Reicht er für die ganze Zeit? Würde vielleicht die Leserschaft interessieren. Grüessli us de nasse Schwiiz...

Thoberman


28.9.2022 - Schöner Reisebericht. Stehen grade hinter euch in Seydisfjordur an der Fähre :) wenn wir Zuhause sind werde ich ihn mal ganz lesen.

- Matthes Boeke


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