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Hoehlen von Postojna Slowenien 2015
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Suchende Nomaden

Wir fahren einfach los und übernachten irgendwo in der Steppe

Achtung Kurve!

Die Fähre ist ab Nador für Samstag-Nacht gebucht und bestätigt, wir haben also noch Zeit, bis wir dort ankommen müssen. Das ist gut, denn so können wir noch etwas Zickzack fahren. So wie die Wüstennomaden sagen: gehe nie geradeaus, abseits des Weges sind die schönsten Orte. Darum sind auf den Berberteppichen auch vielfach Zickzack-Muster (echt wahr).

Wir machen es heute den Nomaden gleich und fahren einfach drauflos. Von Buarfa Richtung Norden bis Tendara, dann nach Westen auf das Plateau du Rekkam. Hier oben ist einfach nix. Nein, besser gesagt, hier oben ist einfach alles flach und eine riesige Steppenlandschaft. Wir fahren 76km nach Matarka, dazwischen sind nur einige Häsuer an einer Kreuzung. In Matarka wollen wir noch unsere Vorräte füllen, aber da haben wir Pech. Wir finden ausser einen kleinen Süsigkeitenladen überhaupt kein Geschäft, auch die Einwohner können uns nicht helfen und zucken nur mit den Schultern. Französisch ist da ganz weit weg. Verhungern werden wir schon nicht, also fahren wir weiter. Weitere 68km später sind wir schon wieder an einer Kreuzung, ohne dass eine andere Ortschaft gekommen wäre. Wir beschliessen nach rechts zu fahren und uns einen Übernachtungsplatz in diesen Endlosen Weiten zu suchen.

Bei einer Furt fahren wir von der Strasse ab und etwa 100m über die Steppe zum ausgetrockneten Fluss und richten uns dort ein. Allerdings der Wind bläst ziemlich stark. Anita bereitet einen Brotteig vor, sie will selber ein Fladenbrot machen, da wir ja nicht einkaufen konnten.

der erste Zwischenhalt

Und ich merke in der Zwischenzeit, dass wir hier oben kein Internet haben. Grummelgrummel, so kann ich ja kein Womoblog schreiben. Was machen? Ganz sachte probiere ich Anita zu erklären, dass wir allenfals weiterfahren könnte, denn es windet so stark, dass wir nicht raussitzen können.

Sie ist sofort einverstanden aber merkt auch, dass ich das wegen dem fehlenden Webverbindung will und nicht wegen ihr. Aber nach insgesamt zwei Stunden Pause fahren wir frisch erholt weiter die einsame Hochebene entlang. Sie das Handy in der Hand, um zu schauen, wo wir Verbindung haben und ich einfach geradeaus. Wir sind wie Nomaden, die folgen den Tieren und wir der Internetverbindung. Schön bekloppt!

Aber es ist schon echt faszinierend, geradeaus so weit wie man sieht. Und kommt man dann an eine kleine Bergkuppe, sind wir extrem gespannt, was dahinter kommt. Und man staune: eine gerade Strasse bis zum Horizont.

so sah es vielfach aus

Plötzlich sagt Anita: „Du, hier haben wir Netz und erst noch 4G und sehr gut“. Und gleichzeitig kommt seit langem auch gerade eine Abzweigung, die asphaltiert ist. Also links und die nächst beste Gelegenheit runter von der Strasse. Und man staunt echt wir haben ein riesen Glück: Wir landen an einem Wasserloch mit Wasser, das sicher 100x 50m gross ist. Ein richtiger Weieher!

der vorgesehene Übernachtungsplatz, aber es kam dann ganz anders

Wir installieren uns, sehen in der Ferne ein paar Häuser und einen Schafhirten und sonst nichts. Es geht nicht lange und der Schafhirte kommt vorbei und erklärt uns auf spanisch, dass das sein Haus da hinten ist und wenn wir wollen, können wir dorthin fahren und dort schlafen. Wir danken ihm für das Angebot, einigen uns aber dann, dass wir hier bleiben. Ich will ihm noch etwas Schweizer Schokolade geben, er nimmt aber nur die Hälfte und sagt, das sei bei weitem genug.

Nun schauen wir dem Sonnenuntergang im fein nach frischem Brot riechenden Knutschi und sind am überlegen, ob wir heute das restliche Fondue essen sollen. Denn Frisch einkaufen konnten wir ja noch nicht.

Abendstimmung

Wir fühlen uns echt immer mehr wie die Nomaden und studieren, ob wir die Einladung von Abdou an das Nomadenfestival in Mhamid im März wirklich annehmen und schon wieder nach Marokko fahren sollen.

Es kommt ganz anders wie geplant und die Ereignisse überschlagen sich nun. Der Hirte kommt und bietet uns einen geschossenen Vogel zum Nachtessen an und wir müssen unbedingt mit dem Wohnmobil zu seinem Haus fahren. Schlussendlich werden wir zu Couscous eingeladen und kommen erst spät zurück. Das aber im nächsten Eintrag…

Übernachtung

Jereda - See in der Pampa****
frei

sehr schönes Erlebnis mit einer Berberfamilie (Fatna, Abdel)

Koordinaten: 33.868765,-2.580814
letzter Besuch: 11.2017

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