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Krka Nationalpark Kroatien 2015
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Unser Knutschi leidet

Die Strassen in Lettland sind holprig, sehr holprig, also schauen wir, dass wir nach Litauen kommen.

wir überlegen uns eine Luftfederung

Lettland mag uns nicht so richtig begeistern, auch weil die Strassen holprig sind, sehr holprig. Lieber flicken wie neu asphaltieren. Das dürfen sie natürlich, die Letten, und wir als Ausländer sind die letzten, die da reklamieren können. Aber die Fahrrillen sind heute noch viel, viel schlimmer wie gestern. Und wenn dann noch das Verkehrsschild „Achtung Bodenunebenheit“ kommt, heisst es auf die Bremse stehen. Entweder kommt dann so ein richtiger Kamelbuckel oder die Strasse ist so holprig, dass wir statt den erlaubten 90km/h gerade mal 50km/h fahren können. Unser Knutschi ächzt und stöhnt und wir überlegen uns nun echt, 16-Zoll-Räder zu kaufen und Luftfederung zu montieren. 5km vor der Grenze zu Litauen geht die geflickte Asphalt-Strasse dann endgültig in Naturstrasse über und es holpert genau gleich weiter, jetzt ziehen wir zusätzlich einfach noch eine riesige Staubfahne hinter uns her.

Dann erscheint das Schild „Lietuvos Respublika“ und genau auf den Meter ab diesem Schild ist die Strasse wieder schön asphaltiert und picobello. Schon nach wenigen Kilometern Fahrt auf Litauischen Boden müssen wir einfach zum Schluss kommen, dass es Estland und Litauen viel besser geht wie Lettland. Warum ist das wohl so? Alle drei traten zum gleichen Zeitpunkt in die EU, erhalten von dort wahrscheinlich in etwa gleich viel Geld und haben historisch auch ähnliches durchlebt. Den Unterschied finden wir aber frappant.

Erster See in Litauen: wer hat den Stöpsel gezogen?

Egal, wir geniessen nun Litauen, tanken sehr günstigen Diesel (1.11€), bewundern die toll gemachten Rastplätze und sehen wieder sehr viele Storchennester mit Störchen bei den Bauernhöfen und am Strassenrand.

Irgendwann kommen wir in die Stadt Klaipeda, sie ist erstaunlich gross und wir müssen dort die Fährverbindung auf die Halbinsel der Kurischen Nehrung finden. Dank Navi geht es dann doch ziemlich einfach, wir bezahlen 30€ Fährpreis für die 200m Fährfahrt und sind danach auf dieser Halbinsel. Die gesamte Halbinsel ist schmal (wenige 100m) aber richtig lang, etwa 80km. In der Mitte kommt aber die russische Grenze und da wir kein Visum haben, bleiben uns 47km auf dieser Halbinsel. Die Halbinsel ist ein Naturreservat und mit dem Wohnmobil darf man ganz genau an einem einzigen Ort übernachten: auf dem einzigen Campingplatz der gesamten Halbinsel 2km vor der russischen Grenze.

Wir erreichen den Campingplatz problemlos, die Schranke ist aber geschlossen und niemand in Sicht. Also telefonieren wir der angegebenen Nummer und eine freundlicher Herr nimmt ab und erklärt uns alles telefonisch was wo ist. Er komme erst morgen vorbei und er schaue nun, dass jemand die Schranke öffnet. Keine 30 Sekunden später öffnet wie von Geisterhand diese Schranke und wir können auf den Platz fahren.

Zuerst krieche ich mal unter unser Knutschi, wir haben momentan eine ziemlich lange Liste von Verbesserungsvorschlägen und Optimierungen, die wir angehen wollen. Aber zuerst müssen wir mal herausfinden, warum das Wasser vom Küchentrog nicht abfliesst und wenn es abfliesst kommt es nicht im Grauwassertank an, sondern rinnt schon vorher in die Freiheit. Das Abwasserrohr ist nicht mehr mit dem Abwassertank verbunden und es sieht irgendwie aus, als ob es eingegangen oder geschmolzen wäre. Ich habe ja vor ein paar Jahren eine extra Duschablaufheizung installiert wegen dem eingefrieren des Duschablaufs. Ich glaube, ging irgend etwas schief und es wurde so warm, dass das Roh schmolz. Das würde auch unseren unerklärlichen Stromverlust vor ein paar Tagen erklären. Und das allerbeste, der beheizte Duschabluss ist in Wirklichkeit der Küchenabfluss. Ich Depp habe auch noch das falsche Rohr isoliert und beheizt!! Hoffentlich hat niemand meinen Blog als Vorlage für das Nachbauen benützt. Da komme ich nun schön flach raus! 

Aber wie weiter? Das Rohrwinkelstück und das Anschlussstück an den Grauwassertank muss neu gemacht werden. Aber selber kann ich es nicht, ich kann ja nicht unter dem Womo liegend dort alles ersetzen, ich muss also irgendwo eine Hebebühne haben. Oder weiss jemand in Polen eine gute Womowerkstatt? Dann könnten wir es dort beheben lassen. Aber wenn ich in so eine Werkstatt telefoniere und ihnen genau erkläre, was für ein Stück ich brauche, fehlt anderntags ein Carado-Wohnmobil in Deutschland, oder mindestens das gleiche Rohrstück…. (sorry, das musste jetzt sein, ist aber als Scherz zu verstehen)

Spaziergang am Strand

Auf dem Campingplatz ist noch ein anderes uralt-Womo oder Expeditionsfahrzeug eines Deutschen auf dem Platz, und sonst sind wir alleine. Selbstverständlich tauschen wir da noch Erfahrungen aus und wir werden gewarnt, dass die Nebenstrassen in Polen auch nicht besser seien. Er fahre morgen nach Russland weiter, denn heute müsse er noch warten, sein Visum sei erst ab morgen gültig. Mischt, warum haben wir kein Visum für Russland beantragt?

Etwas später findet Anita auf dem Campingplatz noch einen Grill, wir sammeln Holz zusammen, machen ein Feuer und braten noch unsere Pouletschenkel schön knusprig. Wir stinken zwar jetzt richtig nach Rauch, auch unser Knutschi, aber das stört ja niemand hier.

grillen


Übernachtung

Nidda - Nidos kempingaz**
Camping

die Bewertung bezieht sich auf ausserhalb der Saison

Koordinaten: 55.298566, 20.982428,55.298566, 20.982428
letzter Besuch: 4.2018

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