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Reisebericht

Wir starten! 31.5.2014

Und zwar um 5:23Uhr in Sevelen und fahren über Ulm - Nürnberg - Berlin nach Rostock, wo wir um 18:30 Uhr ankommen und nun dort auf den Verlad in die Fähre warten. Update!

unterwegs

Durch Ostdeutschland

Die gesamte Fahrt verläuft problemlos, wenig Verkehr, keine Pannen, super schöne Gegend. Wir sind beide erstaunt, auf den 900km durch Deutschland sehen wir weniger Häsuer, wie auf den 40km auf Schweizer Strassen. Wir fahren durch grosse Wälder, schöne Feldlandschaften und kaum Städte, na ja, von der Autobahn aus jedenfalls nicht zu sehen... Auch der Verkehr ist sehr klein, der Tempomat arbeitet gut heute. Ich dachte, dass heute die mühsamste Etappe der gesamten Reise anstehen würde, aber sie war entspannter und viel schöner wie ich je träumte.

Auf den heutigen 1002km brauchen wir durchschnittlich 11.15l Diesel pro 100km und sind meistens zwischen 104 und 107 km/h (nach GPS) unterwegs. 

Unterwegs sind wir noch gross Einkaufen und füllen in Rostock den Tank nochmals, schliesslich soll in Skandinavien der Diesel viel teurer sein.

Fähre nach Schweden

Um halb zehn können wir auf die Fähre fahren. So ein grosses Schiff macht schon Eindruck! 500 Fahrzeuge haben Platz. Bei unserer Überfahrt waren sehr viele Sattelschlepper  auf dem Schiff, wenige Wohnmobile und der Rest waren PKW´s. In der Fähre fuhren wir bis auf Deck sieben, wie in einem Parkhaus, einfach mehr Stahl runderherum. Bevor wir dann die reservierte Kabine in Beschlag nehmen, machen wir noch einen Schiffsrundgang. Zum Womo dürfen wir aber nicht mehr.

Wir fahren übrigens mit der Stena Line. Da wir aber erst 2 Tage vor der Abfahrt buchten, war hier noch eine 2-Personen-Kabine frei, bei der TT-Line nicht mehr. Bei unserem Fahrzeug wäre die TT-Line günstiger gewesen. Die Kabine und die Nachtüberfahrt haben sich aber gelohnt, wir würden es wieder so machen.

Die Kabine war einfach, zweckmässig und ziemlich sauber, sogar eine Dusche hatten wir. Die Fähre fuhr los, ohne dass wir etwas merkten, so ruhig ging das. Aber kurz nach der Abfahrt sanken wir (nicht die Fähre) um Mitternacht sehr zufrieden in den Schlaf.

Reisedaten

Etappe 1 - Sevelen - Rostock
1002 km
Fahrzeit: 10:43 Uhr
Sonnenaufgang: 5:32 Uhr
Sonnenuntergang: 21:30 Uhr
Wetter: 8 - 23 Grad, sonnig und leicht bewölkt
Mücken: keine

In Schweden 1.6.2014

Die Nacht auf der Fähre war sehr erholsam und jetzt in Schweden - wir kommen zum Staunen nicht mehr heraus.

Sonnenuntergang

Ankunft in Schweden

Um 5 Uhr werden wir mit einer Lautsprecherdurchsage geweckt. Ich habe geschlafen wir ein Herrgott und bin jung und frisch wie ein Rehlein. Sofort unter die Dusche und rauf aufs Deck, um ein paar Fotos zu machen. Danach wieder in die Kabine und runter zu unserem Knutschi. Alles paletti. Wir müssen dann 45 Minuten warten, bis wir an die Reihe kommen, das Schiff zu verlassen. Alles geht reibungslos.

Ein paar Kilometer nach Trelleborg halten wir kurz an und verladen unsere Räder wieder auf den Fahrradträger am Heck. Wir haben die Fahrräder in unserem Wohnmobil verstaut, da wir sonst länger wie 8m gewesen wären und das ist verdammt viel teurer.

Keine Hirsche

Wir können es kaum fassen, wir sind das erste Mal in Schweden und die Landschaft fasziniert uns beide. Die typisch roten Häuschen sehen wir massenhaft, wir fahren  auf der Autobahn mit sehr wenig Verkehr und kommen schnell voran. Vorbei an Seen und Wälder, etwas anders sehen wir praktisch nicht. Überall am Strassenrand gibt es Tafeln, dass man sich von einem Hirsch in acht nehmen soll. Aber wir sehen den einfach nicht. Wahrscheinlich gibt es in Schweden gar keine Hirsche...

Irgendwo fahren wir mal kurz ab der Autobahn ins nächste Dorf um ein paar Kronen zu wechseln, es ist einfacher beruhigender, etwas Bargeld in der Hosentasche zu haben wie nur die Kreditkarte.

Um zehn Uhr machen wir an der Autobahnausfahrt Skillingaryd an einem schönen Biotop eine Pause und vertreten uns bei einem Spaziergang die Beine. Mir ist nicht so wohl dabei, denn ich bin nicht sicher, ob man mit dem Womo überhaupt in diese Erholungsoase fahren darf. Auch beschliessen wir, für heute keine Autobahn mehr zu benutzen und fahren auf wundeschönen Überlandstrassen Richtung Eksjö, wo ich einen Stellplatz ins Auge gefasst habe. Unterwegs halten wir noch an zwei Seen, machen Fotos und schauen uns auch Campingplätze an. Aber keiner kann uns so richtig überzeugen, darum fahren wir einfach weiter. Bis zu unserem "Ziel", Stellplatz Lyckarp.

Hier gefällt es uns sofort und wir richten uns ein. Ganz alleine, schön eben, Sonne, Ent- und Versorgung. Was will man mehr? Wir sind schon um 13 Uhr da und benützen den Nachmittag, um uns zu erholen und unser Knutschi von den hunderten von klebenden Mücken zu befreien. Eine lebendige Mücke haben wir bis jetzt hier in Schweden noch nicht gesichtet.

Abends machen wir in der Feuerstelle des Stellplatzes ein Feuer und braten Pouletschenkel. Wir essen gleich neben dem Feuer und lassen es uns schmecken.

Reisedaten

Strecke: Trelleborg - Helsingborg - Eksjö
387km und 4:47 Std Fahrzeit
Sonnenaufgang: 4:35 Uhr
Sonnenuntergang: 21:42 Uhr
Wetter: 13 - 21 Grad, sonnig und leicht bewölkt
Mücken:keine

 

Übernachtung

Eksjö - Lyckarp****
Stellplatz

Ruhiger und schöner Stellplatz, Ver- und Entsorgung

Koordinaten: 57.635426,15.09834
letzter Besuch: 6.2014

Bei Michel und ein peinlicher Stellplatz 2.6.2014

Morgens besuchen wir mit unseren Fahrrädern Michel aus Lönneberga und Abends logieren wir an einem etwas peinlichen Stellplatz.

Das Haus von Michel

In der Vorbereitung unsere Reise hörten wir immer wieder: Anfangs keine Zeit verplämpern, sonst kommt ihr nie bis ans Nodkap! Wir haben dies als Räubergeschichten abgetan und nicht wirklich beachtet. Aber schon jetzt am dritten Tag wissen wir, dass all die Ratgeber recht hatten! Aber wenigsten einen Besuch bei Michel auf dem Katthulthof muss sein. Darum sind wir gestern von der Autobahn weg und heute als wir sie wieder erreichten, unser Fazit: Es ist unglaublich schön neben dieser Schnellstrasse und es gibt so viel zu sehen, aber die Zeit reicht leider nicht für alles.

Besuch bei Michel von Lönneberga

Nun der Reihe nach: Morgens sind wir die paar Kilometer nach Mariannelund gefahren, haben dort unsere Fahrräder gepackt und sind 10km durch die Wälder (meist bergauf) zum Katthulthof gefahren. Es war unglaublich schön und wir sind alle paar Ecken abgestiegen, um Fotos zu machen. Auch der Schopf und die geschnitzen Holzmännchen von Michel und die Fahnenstange von Idda waren da, sogar die Wolfsgrube haben wir gefunden. Das offizielle kleine Touristenzentrum öffnet zwar erst am 16. Juni, aber uns hats trotzdem sehr gut gefallen. Auf der Rückfahrt hielten wir noch an einem Badeplatz und in Mariannelund in der Karamellkokeri, wo sie von Hand noch Karamelplätzchen herstellen. Etwas nach dem Mittag verladen wir die Fahrräder wieder und machen uns weiter auf den Weg.

Bis wir die Autobahn wieder erreichen, halten wir an unzähligen Seen, machen Fotos von fast jedem und brauchen Zeit. Macht ja nichts, wir haben ja Urlaub.

Ehrenrunde durch Stockholm

Dafür erreichen wir punkt fünf in der Rushour Stockkolm. Endlich wieder Zivilisation, stehende Autos, verstopfte Strassen, verpestete Luft. Obwohl wir auf der Autobahn Schritttempo fahren, Navi haben, GPS auch, Strassenkarte, gute Musik, schönes Wetter und Ferienstimmung, verpassen wir den Autobahnabzweiger und machen nochmals "stehend" eine Ehrenrunde in der Stadt. Aber dann, nach Uppsala sind wir irgendwie im Norden angekommen, Autobahnen mit 20m breitem Mittelstreifen, keine Autos, und wir fahren mit der grossen Freiheit bei Temperaturanzeige 22 Grad. Unsere Stimmung könnte nicht besser sein.

Und heute wollen wir am Meer frei stehen. Um acht finden wir den beschriebenen Parkplatz sofort und schlendern zum Meer. Nach nur 5 Minuten sind wir halb erfroren, die kurzen Hosen tuns bei diesem Wind und nur 13 Grad einfach nicht. Zurück im Womo (kein Meerblick), Satelliten sind im Wald natürlich auch keine zu finden, WLan erst recht nicht. Und bei meinem UMTS-Router habe ich, wie peinlich, mein Passwort vergessen. Wir beraten, was wir machen sollen. Das erste mal wechseln wir den Standort nur wegen der Internetverbindung. Und noch peinlicher, wir stehen nun neben Industriegeleisen in Gävla, rauchende Schornsteine im Hintergrund und abgewrakte Güterwagen ums Womo. Aber was solls, es ist schon halb zehn, noch taghell und mein Goldschatz beginnt das Abendessen zu kochen.

Reisedaten:

518km mit Womo und 22km mit dem Fahrrad
7:00 h Fahrzeit
Sonnenaufgang: 4:10 Uhr - Sonnenuntergang: 22:02 Uhr
12 - 23 Grad sonnig - Mücken: keine

Externe Links

Übernachtung

Skutskär - Industriegebiet**
frei

Industriegebiet neben Bahngeleisen, SAT-Internet

Koordinaten: 60.63575,17.402275
letzter Besuch: 6.2014

Wir Chaoscamper werden belohnt 3.6.2014

Zuerst haben wir hier ziemlich Chaos, das meiste selbsverschuldet, aber wir werden auf der ganzen Linie belohnt.

Rast unterwegs

Internet in Schweden

Vor der Abfahrt versuche ich, mein UMTS-Modem zum laufen zu bringen. Ich rechne nämlich nicht damit, dass wir heute Abend noch Internet via Satellit haben, da wir zu weit nördlich sind und die Verbindung die Kurve der Erdkrümmung zum Äquator nicht kriegt. Schlussendlich bin ich 55 Minuten mit vier verschiedenen Damen der Swisscom an der Helpline beschäftigt, und noch immer geht nichts. Erst die 5. Person ist ein wirklicher Techniker, der das Problem schlussendlich lösen kann. Als Wiedergutmachung kriege ich 200MB Datentransfer im Ausland gratis. Immerhin und eine schöne Belohnung. 

Alarmtöne

Kurz vor der Abfahrt merke ich dann, dass ich die Hubstützen hinten ja noch unten habe. Glück gehabt, schnell hinaufkurbeln und nichts passiert. Dann bei der Abfahrt ertönt ein schriller Alarmton. Mist, die Trittstufe noch draussen, also nochmals aufstehen und die Stufe einfahren. Zum Glück gibt es solche Alarme. 30 Sekunden später plötzlich die bange Frage: hast du die Satellitenschüssel eingefahren? Schon schiesst Panik in mir hoch, ohne diese Schüssel kann ich nicht überleben! Äh, sie ist eingefahren, wer hat das gemacht? Fährt sie automatisch ein, wenn ich den Motor einstelle? Also probieren wir es sofort aus, und tatsächlich, sie fährt automatisch ein, wenn der Motor gestartet wird. Hab ich bis jetzt nicht gewusst. Etwa zwei Stunden später am dritten Stopp sehe ich, dass unser Veloschloss nur über den Fahrradträger gelehnt ist, nicht mal zu, geschweige denn befestigt. Aber es ist immer noch da. Wir sind die Chaos-Camper, aber wieder nichts passiert. Ob wir immer solches Glück haben?

Bis wir dann nach dem Tanken und dem Einkaufen endlich richtig Fahrt aufnehmen, ist es schon Mittag. Wir wollten doch früh abfahren, oder?

Checkpoints...

Die Strecke danach ist aber traumhaft, und obwohl es fast keine Autos auf der Strasse hat, kommen wir nicht vom Fleck. An fast jedem Parkplatz müssen wir raus und anhalten, Seen fotografieren, Brücken auch. Wir verlieren etwas Zeit, bei den Checkpoints kommen wir meistens zu spät durch, nur einmal sind wir zu früh dran und darum gibts als Belohnung auch mal ein Foto. Wann wird dies wohl geliefert?

Um fünf suchen wir uns dann einen Stellplatz am Meer, weil es einfach so schön ist. Diesmal ist er traumhaft, etwas anderes wäre auch nicht akzeptiert worden. Wenn wir morgen aufwachen, feiern wir unseren Hochzeitstag, und da darf die Aussicht schon grandios sein.

Ach ja, Internet via Schüssel haben wir doch noch, sie steht zwar senkrecht, aber es klappt ohne Probleme und wir sind ja schon auf dem 63 Breitengrad. Aber weiter rauf wird es nicht mehr reichen, denn die Schüssel müsste dann in den Boden zeigen, damit sie Sicht auf die Satelliten hat, die über dem Äquator kreisen.

Ein super schöner Tag und morgen gehts zum Weihnachtsmann.

Reisedaten

364km
5:00 h Fahrzeit
Sonnenaufgang: 3:33 Uhr
Sonnenuntergang: 22:30 Uhr
14 - 22 Grad sonnig
Mücken: kleben nur vorne am Auto

PS: für Schnellmerker, die Checkpoints sind Radarkästen

Übernachtung

Docksta - Höga Kusten Meer***
frei

Sicht aufs Meer, durch Nebenstrasse davon getrennt

Koordinaten: 63.0664,18.36598
letzter Besuch: 6.2014

Wenn zwei sich vertrauen und das Navi schuld ist 4.6.2014

Wieder ein unvergesslicher Tag, von dem wir in 10 Jahren noch sprechen werden.

Mittagsrast

Wir fahren um 9 Uhr morgens los und sind super gelaunt. Es steht eine ziemliche Wegstrecke an, wollen wir doch bis ins finnische Rovaniemi zum Santa Claus.

Es läuft gut, die Strassen perfekt, wieder kein Verkehr (Strasse) und wunderschöne Gegend. Auch kommen wir gut voran. So gut, dass wir plötzlich merken, dass unser Navi anzeigt, dass wir vor 7 km links abbiegen sollten. Also schnell kehrt bei einem der sehr vielen Vändeplats, zurück und Richtung Rovaniemi. Schon erreichen uns die ersten SMS von Freunden mit dem schadefrohen Lachen, dass wir wohl falsch gefahren sind, da wir umkehren. Internet vergisst nichts! Anita hat die Karte in den Händen, macht aber Fotos und ich habe das Navi programmiert...

Polarkreis

Die Strassen werden kleiner, der Verkehr weniger. Plötzlich sagt Anita: "Du, rechts oben hat es so ein Zeichen, wie wenn wir jetzt den Polarkreis überschreiten." "Kann nicht sein, den erreichen wir erst in Rovaniemi", antworte ich mir sicher. 

Eine halbe Stunde später finden wir einen traumhaften Platz direkt an einem See. Wir können nicht widerstehen und machen Rast. Wir essen sogar zu Nacht und überlegen uns, hier zu übernachten. Auch noch einen Blogzwischeneintrag mache ich, denn die gestrige Hilfe von Herrn Lüthi von der Swisscom wirkt Wunder. Mein Modem funktioniert jetzt auch hier in der Wildnis perfekt. Nach zwei Stunden geniessen, beschliessen wir, doch noch die 60km bis nach Rovaniemi zu fahren. Beim Abfahren werde ich ein bisschen stutzig, wohin uns das Navi führt und ich nehme zur Sicherheit doch noch die Strassenkarte hervor. 

Wo sind wir?

Langsam steigt Panik in mir hoch, ich weiss überhaupt nicht wo wir sind, auf alle Fälle nicht auf der Hauptstrasse Richtung Rovaniemi. Das Navi fliegt in die Ecke und ich versuche mit einem App unsere Koordinaten zu bestimmen. Ich traue meinen Augen nicht, schon weit über dem Polarkreis irgendwo in der Pampa! Navi aus der Ecke geholt und Rovaniemi programmiert: 263km! Das kann nicht sein. Ok, ab jetzt fahren wir nach Karte: Es gibt aber ein paar kleinere Strassen, das heisst, keine Autobahn, nicht rot, nicht gelb, sondern weiss und nicht grad die mit den breitesten Strichen. Strasse ist Strasse und geschätzte 2:30h bis Rovaniemi.

Wir fahren los, alles läuft super, aber unsere Abkürzung ist 35km Schotterstrasse. Wir sparen uns so sicher 100km. Die Landschaft ist noch herrlicher, wir sehen Elche, Rentiere und Hasen. Einfach traumhaft. Nur der Geschwindigkeitsschnitt fällt in sich zusammen. Obwohl unser Navi uns zur Umkehr zwingen will, ziehen wir es durch und kommen sogar wieder auf Hauptstrassen. Auch der Grenzübertritt nach Finnland geht problemlos, da keiner mehr am Zoll steht und schliesslich treffen wir um 23 Uhr in Rovaniemi ein. Ortszeit Mitternacht, da es hier eine kleine Zeitverschiebung gibt.

Navigiert haben wir mit Navigon auf einem Tablet. Es hat heute mehrmals total versagt, auch auf Hauptstrassen, die in der Karte angezeigt waren, wollte es partout einen riesen Umweg fahren. Ich werde ab sofort immer die Karte im Cockpit haben!

Aber, wir sind an Orten vorbeigekommen, die wir nie gesehen hätten und haben mehrmals Rentiere und Elche gesichtet. Die Elche sind ware Monster von der Grösse her. Es war aber ein sensationeller Tag.

Reisedaten

777km
9:22 h Fahrzeit (so lang? ist mir viel kürzer vorgekommen)
Sonnenaufgang: 2:54 Uhr
Sonnenuntergang: 23:30 Uhr
14 - 27 Grad morgens stark bewölkt, ab Mittag sehr sonnig
Mücken: ein paar gesehen, waren aber nicht hungrig
Internet via W-Lan Antenne, das Santa Claus Netz angezapft.

Externe Links

Übernachtung

Rovaniemi - Santa Claus Village**
Parkplatz

Direkt beim Santa Claus Village, 

Koordinaten: 66.542244,25.842536
letzter Besuch: 4.2018

Wir sind nicht lichtdicht und fahren durch Lappland 5.6.2014

es ist 6 Uhr morgens in Rovanjemi und ich bin schon wieder wach.

mit dem Nikolaus

Sonnuntergang an unserem Standort im Santa Claus Village 23:30 Uhr, Sonnenaufgang heute um 0:52 Uhr. In diesen 82 Minuten dazwischen findet die Abend- und Morgendämmerung statt, es ist keinesfalls nur ansatzweise Nacht. Es war taghell und in unserem Knutschi dringt mehr Licht ein, als uns lieb ist. Ich habe nicht sonderlich gut geschlafen und darum bin ich schon wieder auf. Ich erledige jetzt noch die wichtigsten Arbeiten vom Geschäft, was soll ich schon anderes machen?

Anita schläft noch den Schlaf der Gerechten!

Beim echten Nikolaus

Nach einem kleinen Frühstück auf dem Parkplatz zotteln wir los, um den Weihnachsmann zu besuchen. Es ist alles auf Kommerz ausgerichtet und bei 28 Grad nicht gerade weihnächtelig. Nur die Berieselung durch die Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern gibt etwas Stimmung. Aber im Haus des Weihnachtsmannes gefällt es mir ganz gut. Es ist liebevoll gemacht und ich erfahre, dass der original Weihnachtsmann auch für die Drehgeschwindigkeit der Erde zuständig ist. Momentan lässt er es glaub langsamer drehen, denn ab heute werden wir für eine ganze Weile keinen Sonnenuntergang mehr erleben.

Nach ganz kurzer Wartezeit dürfen wir zu ihm. Er begrüsst uns persönlich und spricht sogar etwas deutsch, er kann ja alle Sprachen aller Kinder. Er ist wirklich nett und liebevoll. Natürlich werden vom Fotowichtel auch ein paar Fotos gemacht. Die kann man dann auch kaufen, der Fotowichtel ist auch ein guter Geschäftswichtel, denn die Fotos sind teuer. Zum Santa Claus selber durften wir aber gratis… Wir sparen uns aber die 7 € für den Postkartendienst, wo das Santa Claus Postamt die Karten dann auf Weihnachten versendet werden… Aber das Foto mit dem Schritt über den Polarkreis schiessen wir auch noch, obwohl wir ja gestern schon weit darüber waren.

Durch Lappland

Nach dem Mittag fahren wir noch nach Rovaniemi, um einzukaufen. Wir müssen via Augen und Bilder einkaufen, denn wir verstehen keine einzige Silbe finnisch, aber wir finden alles und unsere Vorräte werden verstaut. Anfangs Nachmittag ziehen wir dann endgültig weiter Richtung Norden.

An der ersten Tankstelle tanken wir auf, füllen auch frisches Wasser nach und ziehen weiter durch die schöne waldige Gegend. Wir halten oft, machen Fotos, sogar Schnee sehen wir. Das Wetter ist wechselhaft, ein paar wenige Tropfen regen, meistens aber blauer Himmel mit Wolken durchzogen und es wird immer sonniger, wie bis jetzt jeden Tag gegen Abend.

Wir kommen gut voran und in Inari fahren wir die 971 hoch, eine Nebenstrasse und nicht den direktesten Weg zum Nordkap. Das leisten wir uns, kommt doch ein See am anderen und wir sehen mehr Rentiere, wie Autos (echt wahr, wir haben gezählt, 14 Autos und 16 Rentiere auf 62km).

Schliesslich finden wir einen traumhaften Platz für unser Knutschi in einer Waldlichtung bei einem See. Besser könnte es nicht sein.

Reisedaten:

Km 433km
Fahrzeit: 6 Std.
Wetter: bewölkt, sonnig bei 15 – 28 Grad
Sonnenaufgang: 0:52 Uhr
Sonnenuntergang: keiner

Übernachtung

Supru - im Wald*****
frei

absoluter Traumplatz in einsamer Waldlichtung am See

Koordinaten: 69.3341,28.19311
letzter Besuch: 6.2014

Norge, wir kommen 6.6.2014

Wir passieren die Grenze mit einer Zollkontrolle und sind ein weiteres Mal von der Landschaft beeindruckt

die Landschaft wird rauer

Traumhaft

Es war ein traumhaftes erwachen heute. Idyllisch am See, Sonne und nur Vögel die zwitschern. Einen schöneren Übernachtungsplatz hatte ich noch nie. Wir bekommen nicht genug davon und machen es uns gemütlich. Dann hole ich mit unserem Kessel etwa 10x Wasser aus dem See und befreie unser Knutschi vom Staub. Die lange Schotterpiste vorgestern hat ihre Spuren hinterlassen. Eine halbe Stunde später glänzt unser Gefährt mit finnischem Seewasser in vollem Glanz.

Zur Belohnung gönne ich mir noch ein Bad im See. Allerdings ist das Wasser dann doch etwas kälter, wie ich zu Beginn gemeint habe.

Da die ganze Nacht die Sonne am Himmel stand, ist es am Morgen schon 27 Grad. Etwas nach zehn fahren wir dann aber schweren Herzens doch los. An unzähligen Seen vorbei Richtung Norwegen.

Zollübergang

Am Zollhäuschen stehen drei gelangweilte Zöllner, die uns aber sehr freundlich winken. Wir halten bei ihnen und sie beginnen mit uns zu schwatzen. Verstehen tun wir nichts, aber wir merken, dass es grosse Womofans sind und gerne unser Knutschi besichtigen wollten. Natürlich dürfen sie dass und sie interessieren sich für unsere Möbel und unsere Schränkchen. Sogar jedes Staufach wollen sie anschauen, ich glaube, sie waren beeindruckt. Danach begutachten sie auch unsere Garage, Kühlschrank und Eisfach und sprechen etwas von Kartoffeln. Leider können wir ihnen die nicht bieten, stattdessen bieten wir ihnen Chips an, doch die wollen sie nicht. Danach fragen sie uns wegen Euros und anderem Bargeld. Wollten sie ein Trinkgeld? Genommen haben sie dann aber nichts und ich glaube, ihnen hat unser Wohnmobil super gefallen, denn sie Nicken mit dem Kopf und weisen uns nach Norwegen. Allerdings der Dicke war etwas eitel, denn er wollte nicht, dass wir sie fotografieren. Das haben wir natürlich respektiert.

Kurz nach der Grenze ändert sich die Landschaft total, rauer, wilder, bergiger. Auch die Strassen rumpeln ein wenig mehr. Wir können uns wieder einmal nicht sattsehen und fahren langsamer, wie wir dürften. Die Strasse 98 führt uns hoch in die weissen Berge und oben bei der Baustelle fahren wir wieder 5 km Schotterpiste, alles reinigen von heute Morgen ist im Eimer…

Danach, nach Ilfjord finden wir wieder einen schönen Stellplatz mit Aussicht auf das Eismeer, das jetzt eislos ist. Aber wenn wir Glück haben und das Wetter so schön bleibt, mit genialem Blick auf die Mitternachtssonne (theoretisch).

Reisedaten:

Km 281 km
Fahrzeit: 4 ¾  Std.
Wetter: bewölkt, sonnig bei 16 – 27 Grad
Sonnenaufgang: -
Sonnenuntergang: -

Übernachtung

Landarsfjorden - Pampa****
frei

sehr ruhig, Sicht aufs Meer und Mitternachtssonne

Koordinaten: 70.41618,26.73249
letzter Besuch: 6.2014

Trödeltag 7.6.2014

Wir werden heute einen Trödeltag einschalten und umherlungern. Der norwegische Wetterbericht hat heute Nebel am Nordkapp und morgen Nachmittag schönes Wetter. Also werden wir erst morgen dort ankommen, so einfach ist das.

das Wetter ist durchzogen

Mit der Mitternachtssonne ist gestern nichts geworden. Gegen Abend sind dann Wolken und Nebel aufgezogen und die Temperatur wurde dem Breitengrad entsprechend angepasst – 8 Grad. Die Abendstimmung war aber trotzdem überwältigend, Nordmeer und Nebel. Nach dem Studium des Wetterberichts entschieden wir noch gestern Abend, heute einen „Servicetag“ einzulegen, einkaufen, Auto waschen, Wäsche waschen etc und erst am Sonntag ans Kapp zu fahren.

Wir fahren dem Meer entlang bis zum Nordkapp-Campingplatz 20km vor dem eigentlichen Nordkapp. Unterwegs sehen wir noch einen Wegweiser zum Silfar Canyon. Schnell angehalten und einen Spaziergang von 5 Minuten und schon sind wir im Silber Canyon. Wir kannten ihn nicht, finden ihn auch nicht sensationell aber wir waren hier.

Um 16 Uhr kommen wir im Nordkapp Camping an. Es ist mehr ein Stellplatz auf Asphalt, aber wir können hier unseren Knutschi waschen, es wiedermal an den Strom hängen, alles Entsorgen und wieder füllen. Und das wichtigste: meine holde Kunigunde darf endlich wiedermal ihre Haare föhnen und glätten. Obwohl sie auch ohne gemachte Haare die Schönste ist, glaubt sie es mir dies jeweils nicht. Frauen soll man aber machen lassen, wenn es um Schönheit geht, wir Männer sagen ja doch nur jeweils das Falsche.

Aber zurück zu unserer Reise: Das Wetter war bedeckt, 8 – 9 Grad und richtig nordisch. Die Fotos hatten dadurch etwas weniger Farbe, unsere Eindrücke sind aber dennoch überwältigend. Aber ehrlich gesagt, gestern war‘s dennoch etwas besser von der Landschaft her.

Hier in Norwegen sind die Strassen etwas rauher und holpriger, dadurch die Geschwindigkeit und auch der Benzinverbrauch etwas niedriger.

Ach ja, meine Kunigunde wurde im Tunnel unter dem Meer ganz ruhig und bleich. Aber kaum wieder über dem Meeresspiegel, knippste sie weiter drauflos….

Reisedaten

Km 275 km
Fahrzeit: 4 Std.
Wetter: stark bewölkt 7 – 9 Grad
Sonnenaufgang: -
Sonnenuntergang: -

Übernachtung

Honningsvag - Nordkapp Camping***
Stellplatz

ebener Stellplatz mit Autowaschmöglichkeit

Koordinaten: 71.02731,25.89032
letzter Besuch: 6.2014

Wir sind am Ziel !! 8.6.2014

Nach insgesamt 9 Tagen, 4071km, 52:38 Std. Fahrt sind wir am Nordkapp angekommen! Wir hätten etwas grandioses verpasst, hätten wir diese Fahrt nicht gemacht.

Nordkap

Die restlichen 21km bis zum Nordkapp starten wir um etwa 10 Uhr. Das Wetter ist bewölkt und neblig, aber der Wetterbericht hat ja ab ca. 11 Uhr auch Sonnenschein am Kapp. Die Strasse führt nun vielfach berghoch und plötzlich die ersten blauen Flecken am Himmel. Unser strahlen in den Gesichtern wird grösser und grösser und 10 km vor dem Ziel sind wir in einer riesigen Euphorie: wir sehen das Meer blau blitzen und glauben nun tatsächlich, dass wir nicht ein nebliges Nordkapp besichtigen müssen.

Nordkap

Nach der Zahlstation suchen wir uns auf dem grossen Schotterparkplatz ein schöner Platz mit Meersicht und es hält uns nichts mehr in unserem Knutschi. Jacke anziehen und raus. Die Tür schlägt es mir fast aus der Hand, und die Finger frieren am Griff fast fest. Ups, schnell wieder rein, nochmals eine Jacke anziehen, Mütze holen und zweiter Versuch. 6 Grad, stürmischer Wind, aber: Sonne!

Wir stürmen zur Weltkugel, machen ein paar Fotos solange der Himmel blau ist und besichtigen dann zum Aufwärmen die Nordkapphallen. Und wieder raus, Fotos machen, hinein, aufwärmen, raus, hinein, raus und so weiter. Zwischen durch ein erstes Mal um 12 Uhr, ein zweites Mal um 13:15 und um 14:00 Uhr draussen vor der Webcam posieren, damit uns die ganze Welt sehen kann. Es ist einfach nur fantastisch.

Shopping am Nordkap

Mit der Zeit beruhigen wir uns wieder und gehen mal Shoppen mit den Touristen… Diesmal bin ich  es, der unbedingt etwas will: ich sehe so eine rote Norwegerfliesjacke, mit Norwegerwappen und Nordkapp Schriftzug. Ist ja ein Schnäppchen! Sicher eine original Norweger Markenware, die jedem Wetter widersteht. Und das für nur 545 norwegische Kronen, ca 70 €. In der Schweiz kostet die mindestens 600 Franken, ach was, 800 oder mehr… Die muss ich einfach haben, schliesslich gehe ich in der Schweiz auch oft in die Berge und dort sind dann ja norwegische Wetterbedingungen. Meiner Frau schwätze ich noch ein ähnlich günstiges Topangebot auf und danach verlassen wir zufrieden den Shop

Nun mal geht’s ans Kartenschreiben an die Lieben zu Hause und wir bewundern natürlich die Bilder der Webcam, wo wir drauf sind.

Langsam glaube ich echt daran, dass wir heute die Mitternachtssonne am Nordkapp bewundern können. Das wär ja was! Oder wenn wir 24 Std hier sind, wir die Sonne von jeder Seite um uns herum scheinen sehen. Einzigartig…

Inzwischen sind Anita und ich auch noch Mitglied im Royal North Cape Club geworden. Für schlappe 125 Kronen pro Person, jetzt können wir unser Leben lang gratis auf das Nordkapp-Gelände, gut investiertes Geld, denn wir sind nicht zum letzten Mal hier!

Reisedaten

Km 25 km
Fahrzeit: 25 Minuten.
Wetter: windig, sonnig, bewölkt, 5 – 7 Grad
Sonnenaufgang: -
Sonnenuntergang: -
Eintritt Nordkapp: 48 Std 2 Personen und Wohnmobil: 490 Kronen

Externe Links

Übernachtung

Nordkapp - Nordkapp***
Parkplatz

keine Ent- und Versorgungsmöglichkeit

Koordinaten: 71.1687,25.7819
letzter Besuch: 6.2014

Mitternachtssonne 9.6.2014

wir haben noch nie ein so eindrückliches Naturschauspiel miterleben dürfen und sind dem lieben Gott unendlich dankbar, Mitternachtssonne am Nordkap!

die Weltkugel in der Mitternachtssonne

Das wir so etwas bei diesem Wetter erleben durften, ist einmalig. Sogar Norweger waren hier und haben gestaunt und mit Helikopter Filmaufnamen und Fotos gemacht. Es ist nicht alltäglich, dass am Nordkapp dieses perfekte Wetter herrscht, wenn die Mitternachtssonne scheint.

Ach ja, der Eindruck der Fotos täuscht, es ist taghell um Mitternacht und die Sonne scheint, wie wenn es Mittag wäre. Nur, sie scheint exakt von Norden!

Einen Tag, den wir nie vergessen werden.

Externe Links

Reisestrecken

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