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Bergstrecke Richtung Beddgelert England 2016
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Reisebericht

Suchende Nomaden 22.11.2017

Wir fahren einfach los und übernachten irgendwo in der Steppe

Achtung Kurve!

Die Fähre ist ab Nador für Samstag-Nacht gebucht und bestätigt, wir haben also noch Zeit, bis wir dort ankommen müssen. Das ist gut, denn so können wir noch etwas Zickzack fahren. So wie die Wüstennomaden sagen: gehe nie geradeaus, abseits des Weges sind die schönsten Orte. Darum sind auf den Berberteppichen auch vielfach Zickzack-Muster (echt wahr).

Wir machen es heute den Nomaden gleich und fahren einfach drauflos. Von Buarfa Richtung Norden bis Tendara, dann nach Westen auf das Plateau du Rekkam. Hier oben ist einfach nix. Nein, besser gesagt, hier oben ist einfach alles flach und eine riesige Steppenlandschaft. Wir fahren 76km nach Matarka, dazwischen sind nur einige Häsuer an einer Kreuzung. In Matarka wollen wir noch unsere Vorräte füllen, aber da haben wir Pech. Wir finden ausser einen kleinen Süsigkeitenladen überhaupt kein Geschäft, auch die Einwohner können uns nicht helfen und zucken nur mit den Schultern. Französisch ist da ganz weit weg. Verhungern werden wir schon nicht, also fahren wir weiter. Weitere 68km später sind wir schon wieder an einer Kreuzung, ohne dass eine andere Ortschaft gekommen wäre. Wir beschliessen nach rechts zu fahren und uns einen Übernachtungsplatz in diesen Endlosen Weiten zu suchen.

Bei einer Furt fahren wir von der Strasse ab und etwa 100m über die Steppe zum ausgetrockneten Fluss und richten uns dort ein. Allerdings der Wind bläst ziemlich stark. Anita bereitet einen Brotteig vor, sie will selber ein Fladenbrot machen, da wir ja nicht einkaufen konnten.

der erste Zwischenhalt

Und ich merke in der Zwischenzeit, dass wir hier oben kein Internet haben. Grummelgrummel, so kann ich ja kein Womoblog schreiben. Was machen? Ganz sachte probiere ich Anita zu erklären, dass wir allenfals weiterfahren könnte, denn es windet so stark, dass wir nicht raussitzen können.

Sie ist sofort einverstanden aber merkt auch, dass ich das wegen dem fehlenden Webverbindung will und nicht wegen ihr. Aber nach insgesamt zwei Stunden Pause fahren wir frisch erholt weiter die einsame Hochebene entlang. Sie das Handy in der Hand, um zu schauen, wo wir Verbindung haben und ich einfach geradeaus. Wir sind wie Nomaden, die folgen den Tieren und wir der Internetverbindung. Schön bekloppt!

Aber es ist schon echt faszinierend, geradeaus so weit wie man sieht. Und kommt man dann an eine kleine Bergkuppe, sind wir extrem gespannt, was dahinter kommt. Und man staune: eine gerade Strasse bis zum Horizont.

so sah es vielfach aus

Plötzlich sagt Anita: „Du, hier haben wir Netz und erst noch 4G und sehr gut“. Und gleichzeitig kommt seit langem auch gerade eine Abzweigung, die asphaltiert ist. Also links und die nächst beste Gelegenheit runter von der Strasse. Und man staunt echt wir haben ein riesen Glück: Wir landen an einem Wasserloch mit Wasser, das sicher 100x 50m gross ist. Ein richtiger Weieher!

der vorgesehene Übernachtungsplatz, aber es kam dann ganz anders

Wir installieren uns, sehen in der Ferne ein paar Häuser und einen Schafhirten und sonst nichts. Es geht nicht lange und der Schafhirte kommt vorbei und erklärt uns auf spanisch, dass das sein Haus da hinten ist und wenn wir wollen, können wir dorthin fahren und dort schlafen. Wir danken ihm für das Angebot, einigen uns aber dann, dass wir hier bleiben. Ich will ihm noch etwas Schweizer Schokolade geben, er nimmt aber nur die Hälfte und sagt, das sei bei weitem genug.

Nun schauen wir dem Sonnenuntergang im fein nach frischem Brot riechenden Knutschi und sind am überlegen, ob wir heute das restliche Fondue essen sollen. Denn Frisch einkaufen konnten wir ja noch nicht.

Abendstimmung

Wir fühlen uns echt immer mehr wie die Nomaden und studieren, ob wir die Einladung von Abdou an das Nomadenfestival in Mhamid im März wirklich annehmen und schon wieder nach Marokko fahren sollen.

Es kommt ganz anders wie geplant und die Ereignisse überschlagen sich nun. Der Hirte kommt und bietet uns einen geschossenen Vogel zum Nachtessen an und wir müssen unbedingt mit dem Wohnmobil zu seinem Haus fahren. Schlussendlich werden wir zu Couscous eingeladen und kommen erst spät zurück. Das aber im nächsten Eintrag…

Übernachtung

Jereda - See in der Pampa****
frei

sehr schönes Erlebnis mit einer Berberfamilie (Fatna, Abdel)

Koordinaten: 33.868765,-2.580814
letzter Besuch: 11.2017

Als Gast bei Berbern 22.11.2017

Eines unserer eindrücklichsten Erlebnisse in Marokko

es ist angerichtet

Gestern standen wir frei in der Steppe bei einem Wasserloch. Kaum kamen wir dort an, sahen wir von weitem zwei Gestalten auf uns zukommen. Wir waren echt gespannt, was die wollten und harrten etwas nervös den Dingen, die nun kommen würden.

Es war ein Mann ca. 50 und ein Jüngling. Ich trat aus dem Wohnmobil und machte ein paar Schritte auf sie zu. Sie nahmen sofort meine Hand und begrüssten mich. Der ältere Mann sprach etwas spanisch und so fragte ich ihn, ob wir wohl da übernachten dürften. Klar können wir das, aber sein Haus sei nur gerade 400m entfernt und wir sollen doch dort parken und schlafen, denn dort seien wir ungestört. Wir einigten uns aber, dass wir hier bleiben werden. Da ich vermutete, dass wir auf seinem Land stehen, bot ich ihnen als Gegenleistung Schweizer Schokolade an. Es sei viel zu viel und so nahmen sie dann nur die Hälfte und zogen ab.

Wir waren beruhigt, dass dieses Treffen so gut ausging und dass wir hier bleiben durften.

Eine halbe Stunde später marschieren die zwei wieder zu uns. Wir sehen sie von weitem kommen und waren wieder sehr gespannt darauf. Der Jüngere zeigte mit einen Papiersack mit einem toten Vogel darin. Sie hätten diesen Vogel grad vorhin geschossen und würden ihn mir gerne als Geschenkt für das Nachtessen da lassen. Mit Händen und Füssen erklärten wir, dass wir nicht mal wüssten, wie man dieses Vogel rupfen und vorbereiten muss, geschweige denn wie kochen und sie sollen ihn doch behalten.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie den Vogel gerne behalten haben, aber sie bestanden darauf, dass wir mit dem Wohnmobil zu ihrem Haus fuhren und dort übernachteten. Irgendwie konnten wir nun nicht mehr ablehnen und ich lud sie zu uns ins Womo ein und so fuhren wir alle über holprige Schotterpisten zu ihrem Haus. Etwa 30m vor ihrem Haus wies er mir einen Platz in der Steppe zu und erklärte mir, dass er für uns einen Tee zubereiten wird.

Aber schon eine Minute später kehrten die zwei Männer mit einem alten Mann mit Turban zu uns zurück. Der Alte war wahrscheinlich das Familienoberhaupt und begrüsste uns auch mit Händedruck. Und wir sollen doch mit unser Wohnmobil bis ganz vor das Haus fahren. Also wieder einsteigen, Sitze drehen und die 30m bis zum Haus fahren, wo sie uns einen Platz in ihrem Hof zuwiesen.

Das Haus bestand aus zwei Gebäuden und in eines wurden wir nun gebeten. Es war nur ein einziger Raum, mit ca. vier alten Matratzen, vielen Kissen und vielen Decken, und in der Mitte ein kleines niederes Tischchen (später vermuteten wir, dass dies das Schlafzimmer der gesamten Familie war). Wir mussten uns auf Kissen setzten und die Frau des ältesten servierte uns nun Tee. Der Jüngling (Ischna) und der Mittelalterliche (Abdel) verliessen den Raum wieder und werkelten an einem alten Auto vor dem Haus herum. Während dem wir mit dem Familienoberhaupt irgendwie auf arabisch kommunizieren versuchten. Die Frau verschwand jeweils sofort wieder.

Schlafzimmer

Dann kam Ischna wieder mit einer kaputten Autoelektriksicherung hinein und fragte, ob ich wisse, wie man das repariert. Ich ging mit ihm zu unserem Womo und suchte alle meine Ersatzsicherungen zusammen. Leider passte keine, unsere waren etwas zu gross. Trotzdem schenke ich Ischna und Abdel dann zwei Sicherungen jeder Stärke die ich hatte und machte ihnen klar, dass sie diese ja für eine richtige eintauschen könnten. Sie bedankten sich zehnmal dafür und hatten eine riesen Freude.

Inzwischen kam Fatna (die Frau) in das Schlafzimmer, nahm Anita an die Hand und führte sie in das andere Gebäude wieder mit nur einem Raum.

Aus Respekt haben wir diesen Raum nicht fotografiert, darum versuche ich ihn, zu beschreiben. Der Raum war etwa 4x6m gross, rechts eine Ablage über die ganze Breite, darüber nochmals ein Brett mit all den Töpfen und Kochutensilien und daneben ein alter Gasherd, links ein niedriger Tisch, viele Wolldecken und Kissen und in der Mitte ein laufender TV. Links neben der Tür einen Kühlschrank mit kleinem Gefrierabteil.

Der Raum hatte ein verglastes Fenster und eine Blechtüre, dessen Rahmen rund 10cm niedriger war, wie der gemauerte Türausbruch. Auch bei geschlossener Tür ist oben also immer ein 10cm grosser Luftspalt. Das war der gesamte Besitz dieser Familie. Jedes Mal wenn der Kühlschrank zu kühlen begann, flackerte das Licht.

Das Familienoberhaupt setzte sich dann auf den Boden, der kleinste Sohn, ca. 8 jährig kuschelte sich neben ihn und wir sassen am Boden hinter dem Tisch. Wir alle waren jeweils mit mindestens zwei Wolldecken warm umwickelt. Wir vier schauten eine arabische Serie und Fatna kochte Couscous, währendem Ischna und Abdel immer noch am Auto werkelten.

im Wohnzimmer

Fatna schaute häufig zu Anita hinüber und bewunderte ihre Ohrringe oder lächelte sie einfach ganz herzlich an. Und wir zwei schauten Fatna interessiert zu, wie sie mit den Händen das Couscous zubereite, wieder über dem Dampf erhitzte, am Boden mischte und wieder über den Dampf setzte.

Es war eine unglaublich herzliche Stimmung, auch wenn wir uns zwei irgendwie schämten für all den Luxus und Reichtum den wir besassen.

Zwischendurch rollte Fatna ihren Teppich aus und begann still vor sich hin zu beten. Mit aufstehen, verbeugen und was alles dazu gehört.

Als das Couscous in einer grossen Schüssel angerichtet und auf den Tisch gestellt wurde, kamen auch die andern beide hinein, kuschelten sich in eine Wolldecke und sassen sich zu uns auf den Boden an den Tisch. Jeder bekam einen Löffel und wir assen alles aus der gleichen Schüssel und ohne Teller. Das Fleisch über dem Couscous zerkleinerte Fatna dann mit den Händen und zupfte es auseinander, die guten Stücke setzte sie in unsere Richtung der Schüssel, die fettigen Teile zu sich und den Männern. Und immer wurden wir aufgefordert, das Fleisch zu essen.

Es war wirklich irgendwie beschämend, wie die, die nicht viel haben, ihre besten Stücke uns Reichen hinschoben.

Nach dem Essen tauschte ich mit den Männern unser Whatsapp-Nummern aus und auch Fatna wollte die Nummer von Anita.

Danach hätten sie uns ihr Schlafzimmer zur Verfügung gestellt, wir erklärten ihnen aber, dass wir in unserem Wohnmobil schlafen und dort auch alles hätten. Die Familie hätte uns doch wirklich alle Matratzen und Decken überlassen…

Morgen zum Frühstück mussten wir versprechen, dass wir den Tee mit ihnen einnehmen.

Jetzt sind wir wieder in unserem Wohnmobil und können bei dem Erlebten irgendwie gar nicht schlafen. Die Familie hat so wenig, wir haben in jedem einzelnen Schrank mehr, wie sie gemeinsam besitzen und sie würden dennoch alles mit uns Teilen.

Würden wir auch einfach Andersgläubige zu uns einladen, ihnen alles anbieten und uns dafür selber einschränken?

zur Verabschiedung

Abschied und ein Platz am See 23.11.2017

Wir stehen wieder frei an einem See und lassen uns von der Sonne verwöhnen.

unser heutiger Platz am Stausee

Vorgeschichte

Nach dem Aufstehen müssen wir natürlich ins Haus rüber, einen Tee trinken. Und es gibt nicht nur Tee, auch ein selbstgemachtes Fladenbrot und Ziegenbutter wird aufgetischt. Ischna und Abdel sind nicht hier, aber die andern sind alle anwesend. Wir holen einen Schreibblock und Filzstifte, damit wir uns besser verstehen können. Wir zeichnen unsere Familie, damit sie sehen, dass nicht nur die Marokkaner Kinder machen können… Als Anita ins Womo geht, um die Filzer zu holen sprintet Fatna gleich mit, sie will anscheinend unbedingt unser Wohnmobil bestaunen. Anita zeigt ihr vieles und lässt sie dann noch zwei Tücher auswählen, die wir in Marokko gekauft haben. Fatna hat riesen Freude daran und versteckt sie sogleich in ihren wenigen Habseligkeiten. Währenddessen schenke ich dem Familienoberhaupt ein Schweizer Taschenmesser als Dankeschön. Er spielt sofort damit herum und als ich ihm zeigen will, wie es funktioniert, gibt er es nicht mehr aus der Hand und gibt mir zu verstehen, dass er schon weiss, wie das funktioniert. Der kleinste in der Runde ist 5-jährig und wir geben ihm den Schreibblock und die Filzstifte. Danach ziehe ich unsere mitgenommene Stirnlampe an und schalte das Licht an. Das Familienoberhaupt und der kleine Bube müssen richtig lachen und als ich sie dann dem Buben anlege und ihm auch schenke, machen sie noch grössere Augen. Etwas später nimmt das Familienoberhaupt die Lampe aber an sich und lässt sie verschwinden.

unser Geschenk um den Kopf

Anita und ich haben vorher nämlich lange diskutiert, was wir dieser Familie schenken könnten und was ihr auch helfen würde, ohne dass es herablassend wirkt. Nachts vor dem Haus ist es wirklich stockdunkel und sie haben nur eine grosse Taschenlampe, mit der sie sich bewegen können. Fatna trägt ein Kopftuch und das Familienoberhaupt ein Turban, also konnten wir die Stirnlampe nur dem Buben schenken…

Danach machen wir uns immer noch aufgewühlt auf die Weiterfahrt und müssen versprechen, dass wir bei der nächsten Reise wieder kommen werden. Wir sind von den Ereignissen so beeindruckt, dass wir erst 50km später merken, dass wir in die falsche Richtung abgefahren sind…

Macht nichts, nehmen wir einfach die nächste Abzweigung in die richtige Richtung. Weder die Kreuzung noch die Strasse ist auf irgend einer Karte eingezeichnet aber der Wegweiser gibt die richtige Stadt an.

Es geht berghoch und bergrunter, kurvig und das Tal wird immer grüner. Es ist krass, wie viele verschiedene Landschaften Marokko bietet und wir haben noch lange nicht alles gesehen.

im Thal von Sidi Lahsene

40km vor Taourirt steht eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern am Strassenrand und macht Autostopp. Selbstverständlich halten wir an und nehmen sie mit. Richtig reden können wir wieder nicht mit ihnen, aber wir glauben, dass sie zum Arzt in die Stadt müssen.

Dort laden wir sie im Zentrum aus, gehen noch schnell ein paar Getränke einkaufen, machen eine Ehrenrunde rund um die Stadt und finden dann die Abzweigung Richtung Nador und Mellila.

Bis zum Fährhafen sind es nur noch rund 100km. In dieser Gegend finden wir keine Campingplätze mehr, also müssen wir irgendwo frei stehen. Nur wo, ist die Frage. In Sichtweite einer Ortschaft oder der Strasse wollen wir nicht, denn dann kommen Kinder und Erwachsene vorbei die gucken, tratschen und wir haben dann das Gefühl, sie wollen etwas.

Auf der Google-Karte sehen wir einen Stausee, der verschiedene Zufahrten hat. Bei der ersten scheitern wir, unser Überhang ist zu gross und diese Bodenwelle durch das Flussbett schaffen wir nicht.

da geht es leider nicht weiter

Also zurück auf die Hauptstrasse und den nächsten Weg vier Kilometer später probieren. Es geht etwa zwei Kilometer über eine Schüttelpiste und dann sehen wir einen perfekten, wunderbaren Platz mit Aussicht auf das wenig verbliebene Wasser mit Fischreiher, Flamingos und anderem Federvieh. Sofort ist klar, dass wir hier bleiben. Auch morgen werden wir hier stehen bleiben, nicht dass wir zu früh auf der Fähre sind.

unsere Ankunft am Stausee

200m von uns weg fährt ein Bauer am anderen mit dem Traktor hin, füllen ihre Tankanhänger und brausen wieder davon. Aber jeder winkt uns freundlich zu! Es ist wirklich ein guter Platz, um zu bleiben und wir können endlich einmal unsere Reise ganz genüsslich im Kopf wiederholen…

Übernachtung

Barrage Mohamed V - Stausee****
frei

sehr schöner Platz am See, Zufahrt etwas rumpelig

Koordinaten: 34.669131,-2.975011
letzter Besuch: 11.2018

Alles geht bei uns zur Neige 24.11.2017

Nicht nur unser LPG-Gas, die Holzkohle und das Wasser, auch die Zeit in Marokko

Blog schreiben ist manchmal richtig hart!

Wir standen heute mit dem Womo den ganzen Tag am See. Nach dem Sonnenaufgang, den wir nur ganz kurz fotografierten, mussten wir noch eine Stunde in unseren schön warmen Betten warten, bis auch der Rest unseres Womos einigermassen warm wurde.

Sonnenaufgang

Uns ging nämlich nach vier Wochen das Gas aus und LPG findet man in Marokko nicht. Allerdings ist es ja auch nicht schlimm, denn wir sind nur noch eine Nacht hier, morgen um 22 Uhr geht es auf die Fähre zurück nach Europa.

Der Kühlschrank geht nicht mehr, ist aber halb so schlimm. Erstens haben wir fast nichts mehr drin und zweiten kann er die Kälte der Nacht gut über den Tag hinweg speichern. Tagsüber kriegten wir dann sogar richtig heiss, mussten die kurzen Hosen montieren und gingen in der Umgebung Holz suchen. Heute Abend war wieder Tajine angesagt, die braucht kein Gas beim Kochen und da uns auch die Holzkohle ausging, blieb uns nur Holz zu suchen.

Es ist hier echt krass die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Tagsüber richtig warm, heute ca. 27 Grad und nachts dann richtig kalt mit etwa 6 Grad.

Jetzt haben wir übrigens auch nur noch einen halben Liter Wasser, aber das reicht für die Nacht auch noch. Morgen fahren wir ja die restlichen 80 Kilometer nach Nador und wollen unterwegs noch Einkaufen. Wir müssen noch unsere Dirham verpulvern, denn Geld darf man meines Wissens nicht ausführen.

Schafherde beim tränken

Also müssen wir unbedingt noch eine zweite Tajine kaufen.

verschlammte Schildkröte

Den heutigen Tag verbrachten wir mit Flamingos beobachten und auch ziemlich viele Schildkröten haben wir gesichtet. War irgendwie ziemlich spannend. Abends machten wir dann mit dem gesuchten Holz ein Feuer, kochten die Tajine ziemlich scharf, dass sie so richtig einfeuert und warm gibt und jetzt, sobald ich den Blog geschrieben habe, geht es unter die warme Decke. Fast so, wie bei der Berberfamilie vor zwei Tagen. Wir passen uns also immer mehr dem hiesigen Volk an und werden auch immer etwas weniger anspruchsvoll.

Anita beim Kochen

Mal schauen, wie lange das hinhält. Wenn wir in Spanien wieder Gas haben, werden wir wahrscheinlich wieder so richtig einheizen… Jetzt ist kuscheln angesagt und einander schön warm geben.

Übernachtung

Barrage Mohamed V - Stausee****
frei

sehr schöner Platz am See, Zufahrt etwas rumpelig

Koordinaten: 34.669131,-2.975011
letzter Besuch: 11.2018

Wir stehen am Zoll 25.11.2017

Bis jetzt lief alles einigermassen gut, auch wenn wir ein paar Kanten umschiffen mussten

Nach einem schönen erwachen und frischen Flaschen-Omlettes zum Frühstück, putzen wir noch die Solarpanels, packen wir zusammen und fahren Richtung Nador und Melilla.

Flaschenomlette

ein wunder, dass die noch Leistung brachten

Und wieder scheint die sonne als wir wegfahren und wir geniessen zum letzten Mal die gelben Hügel und die karge Landschaft.

Beim Tankstopp zwischendurch sind nochmals 900 Dirham weg, noch ein letztes Mal mit günstigem Diesel füllen.

letztesmal günstigen Diesel

Jetzt haben wir noch immer 800Dh, wie sollen wir die nur ausgeben? Das Problem löst sich dann schnell, als wir das Zentrum von Selouane durchfahren. Ein riesiger Markt ist gerade im Gange. Schnell ist ein Parkplatz gefunden und wir sind im Markt unterwegs. Ein letztes Mal ein riesiges Gewusel, Marktschreier, Geschwätz und einfach alles, was man sich wünscht. Von der Schreibmaschine bis zum Röhrenbildschim, von lebendigen Schafen bis zu frischem Hühnerfleisch. Frischer geht es einfach nicht. Will man ein Poulet kaufen, greifen die Hände ein lebendiges Huhn, Kopf wird abgeschnitten, gerupft und irgendwie eingeölt oder was auch immer und schon kann man es mitnehmen, mit allen Innereien. Wir kaufen auch dieses Mal keines und bleiben dann aber bei einem Stand stehen, der Tajines verkauft. Wir kaufen noch zwei auf Reserve, dazu noch eine grosse, schöne Couscous-Schüssel und schon sind wir wieder 110Dh (11€) los. Danach kaufen wir noch vier Kilos allerbeste Orangen, 1 Kilo Mandarinen und 1.5gk Bananen und schon bleiben wieder 65Dh in Marokko.

unsere Schnäppchen

Auch Getränke kaufen wir noch und ein paar Süssigkeiten und dann sind wir viel zu früh am Fährhafen. Immerhin muss ich nicht stressen, da der Schalterbeamte mit meiner Reservationsnummer nichts anfangen kann, aber er findet meine Buchung im Computer trotzdem und wir halten die Tickets in der Hand.

Jetzt ist warten angesagt. Zuerst fahren wir zurück irgendwo ans Meer, finden aber keinen wirklich guten Platz. Also essen wir einen Teil unsere gekauften Dinge und fahren dann wieder zum Fährhafen. Irgendwie bin ich nervös vom Papierkram der jetzt dann kommt und wir keine Ahnung haben, wie es funktioniert.

Jetzt sind wir als erstes Auto an der richtigen Stelle im Bereich der Polizei. Irgendwann wird ein Beamter auftauchen und die ersten Papiere ausfüllen. Danach sollen wir zum Zoll, diese dort mit dem Pass abstempeln lassen und wieder zurück zum Auto. Soviel haben wir schon herausgefunden.

Also, morgen früh sind wir in Almeria, wenn alles gut geht und wir melden uns von dort wieder.

Handeln und kaufen in Marokko 26.11.2017

Und wie das Marrakesch-Syndrom vieles erschwert

Etwas kaufen in den arabischen Ländern mit dem Wissen, auch über den Preis zu verhandeln ist für uns Schweizer wohl etwas vom Schwierigsten und ein wichtiger Grund, warum viele Leute nicht in solche Länder reisen. Aber eines vorweg, es ist gar nicht so schlimm, wie man es sich vorstellt und bei weitem nicht über alles muss verhandelt werden.

In Europa verbreitet sich das Verhandeln und die Preise vorwiegend von der Königsstadt Marrakesch. Dorthin reisen am meisten europäische Touristen und jeder Einwohner, Händler, Gaukler etc. weiss ganz genau, dass alle Touristen reich sind, also wird versucht, diese Abzuzocken. Wir Touristen sind dort gezwungen zu verhandlen, denn sonst werden wir über den Tisch gezogen. Und weil jeder dort irgendwann zu viel Zahlt und etwas kauft, dass man gar nicht will, geht man den anderen Händlern im Resten von Marokkos irgendwie aus dem Weg. Und glaubt mir, alle anderen Händler, die nicht in Marrakesch verkaufen, hassen dieses Marrakesch-Syndrom und sind absolut nicht glücklich. Viele Süd-Marokkaner haben uns bestätigt, dass sie in Marrakesch ebenso überfordert sind, wie wir Touristen und darum diese Stadt meiden.

Marrakesch Index (MI)

Um nicht alles x-mal zu erklären habe ich den Marrakesch-Index ins Leben gerufen.

MI3:   Achtung Abzocke, penetrante Händler, keine Preisangaben, Gegenangebot etwa 20% des Händlerpreises

MI2: Aufsässige Händler, die etwas verkaufen wollen, Verhandlungsspielraum eher gering, aber möglich.

MI1: trotz keiner angeschriebener Preise für alle den gleichen Preis, keine Verhandlungen nötig

Es gibt ganz unterschiedliche Regionen, sogar in einer Stadt für unterschiedliche Ware kann der Index total verschieden sein.

Marrakesch und Agadir sind wohl die „schlimmsten“ Städte. Agadir kennen wir aber nur vom Hörensagen. Marrakesch auf dem Markt mit Kleidern (MI3), Dienstleistungen (MI3), Essensständen (MI3), Esseneinkauf (keine Erfahrung), Taxis (MI2), Fotos von Schlangenbeschwörern (MI3), Hennamalerinnen etc (MI3).

Wir haben für uns den Fehler gemacht, dass wir gleich zu Beginn unsere Reise nach Marrakesch fuhren und uns gnadenlos abzocken liessen. Viel besser wäre es gewesen, am Schluss der Reise Marrakesch zu besuchen.

Tafraoute für Berberteppiche (MI3). Lederwaren (MI2) und der gesamte Rest ganz easy mit MI1.

M’hamid und Merzouga mit Kameltouren (MI3), Wüstenausflügen (MI3) und der gesamte Rest wieder easy MI1.

Zagora mit Berberwaren (Schmuck, Teppiche, Wüstenausflügen) zwischen MI2 und MI3, der gesamte Rest wieder MI1.

Tiznit: alles MI1, bei Kleidern vielleicht ein knappes MI2

Bei Kleidern und Stoffen im gesamten Land wenn nicht anders erwähnt ungefähr MI2, bei Esswaren überall MI1 ebenfalls bei Camping- und Stellplätzen MI1. Gemüse und Brot z.B. war auf jedem Markt im gesamten Land ungefähr gleich teuer und nicht verhandelbar. 1kg Gemüse 10 Dh (1€) und ein Fladenbrot 1Dh (10Cent).

Als Faustregel gilt: je weniger Touristen und je weniger ein Gebiet auf etwas spezialisiert ist, desto tiefer ist der Marrakesch-Index.

Wir hoffen, mit diesen Angaben Neu-Marokkanern das Leben zu erleichtern und von erfahrenen Touristen wären wir eventuell um Ergänzungen froh.

Es gibt übrigens noch einen sehr guten Blogartikel über die Methoden, Betrügereien und Fallen in Marokko. Vor der Reise lesen und im Hinterkopf behalten.

Externe Links

Zurück in Europa und Mühe 26.11.2017

Wir sind wieder zurück auf dem alten Kontinent und haben plötzlich Mühe mit der Mentalität

Ankunftshafen Almeria

Es ist einfach krass, wenn man das nicht selber erlebt hat, kann man dies irgendwie gar nicht vorstellen.

Hafen von Nador: wir waren die einzigen Wohnmobilisten auf der Fähre und die einzigen nicht Marokkaner, Franzosen oder Spanier. Dies sah man uns im Hafengelände schon von weitem an. Aber jede Person vom Personal, ob Putzfrau oder Zöllner, zeigt uns immer, wohin wir müssen. Wir mussten kein einziges Mal irgendjemanden fragen. Immer bekommen wir unaufgefordert und sehr freundlich Hilfe. Klar, man hätte die ganze Zollabfertigung wahrscheinlich effizienter organisieren können und die Registratur in einem grossen Buch weiss ich auch nicht, ob das zielfördernd ist. Aber das müssen die Marokkaner selber wissen und es generiert schliesslich auch Arbeitsplätze.

Aber jeder Zöllner hat uns gefragt, wie der Urlaub in ihrem Land war und strahlte über das ganze Gesicht, wenn wir geschwärmt haben. Alle waren bei der gesamten Zollabfertigung sehr freundlich und entschuldigten sich fast, als wir auf den Scanner mussten.

Danach die Fährüberfahrt mit der Maroc Ferry war dann halt auch nicht ganz europäischen Standard, aber es war ja nur eine Nacht und kein Problem.

Komfortkabine, die teuerste auf der Fähre

Die Zollabfertigung in Spanien war dann auch nochmals gründlich, effizient und anonym. 450km weiter bei der Ankunft auf dem kurzfristig ausgewählten Stellplatz dann irgendwie ein Schock. Wir fahren auf den Platz, schauen uns um, ent- / versorgen und lesen uns dann einen Stellplatz aus. Keiner, aber gar keiner der anderen Wohnmobilisten fragte oder sagte irgendetwas. Nur auf unser freundliches Grüssen nickten zwei Paare zurück. Die restlichen drei Paare schauten weg oder sahen uns nicht. Ok, es kann sein, dass dies alle „Überwinterer“ hier sind und wir nicht zu diesen gehören. Und die Schweizer und Deutschen haben jetzt Glück: es waren nur Italiener, Spanier, Franzosen und Holländer. Die Deutschen waren zu weit weg und sind in einer anderen Ecke platziert.

Wir sind zurück am europäschen Mittelmeer

Und als ich mich an der Rezeption anmelden ging, keine einzige Frage, woher wir kommen, was wir so machen oder irgendetwas. Der einzige Hinweis kam, dass wir morgen vor Mittag den Platz geräumt haben müssen. Sowas sind wir echt nicht mehr gewohnt, einfach so anonym und schnell abgefertigt zu werden.

Wir sind ja normalerweise auch nicht die grossen Schwätzer und gehen überall quatschen, aber der Unterschied zu Marokko ist enorm.

Wir müssen uns nun aber selber an der Nase nehmen und nicht alles sofort wieder vergessen. Auch das auf dem Stellplatz verdirbt unsere Laune nicht, wir bemühen uns, weiterhin auch hier offen und sehr freundlich zu sein. Mal schauen, ob wir uns wirklich verändern oder ob wir in ein paar Wochen wieder ganz die alten sind und so griesgrämig, kleinkariert und neidisch wie die Europäer eben ;-)

Anita klaut ihr erstes Mandarinli ab Baum

PS: es soll sich nun nicht jeder angegriffen fühlen, erträgt es mit einem Achselzucken und einem freundlichen Lächeln…

PS: es ist unsere allererste Übernachtung mit dem Knutschi in Spanien! Wer hätte das gedacht bei insgesamt über 300 Übernachtungen…

Übernachtung

Taverne - La Finca***
Stellplatz

keine Meersicht aber Meeresrauschen

Koordinaten: 39.081145, -0.213240,39.081145, -0.213240
letzter Besuch: 11.2017

Kürzeste Mautstrecke Europas 27.11.2017

Heute haben wir sie innerhalb einer Minute absolviert, Ticket nehmen und 550m weiter vorne bezahlen

Gestern Abend waren wir noch in einer Pizzeria essen, darum sind wir heute dann verschlafen. Wir kommen erst um halb zehn vom Stellplatz in Südspanien weg und wollen eigentlich noch bis nach Frankreich.

Es läuft ganz gut, wir fahren alles Autobahn und kommen dadurch ziemlich gut vorwärts. Aus verschiedenen Gründen (entweder zu viel Verkehr, oder nirgends ein Einkaufszentrum, oder keinen Hunger, oder kein LPG an der Tankstelle oder oder) gehen wir die allerletzte Ausfahrt in Spanien Jonquera endlich von der Autobahn.

Wir haben uns fest vorgenommen, in Spanien einzukaufen und endlich LPG zu tanken. Denn gestern hatten wir es total vergessen und Abends als wir wieder begannen zu frieren, war es zu spät. Also musste heute unbedingt Gas her.

Im Einkaufszentrum decken wir uns mit Nahrungsmittel ein und bei einer Tankstelle in der Nähe fanden wir dann sogar LPG und konnten endlich wieder füllen. Heute Abend gibt es eine kuschelige Nacht und wir können morgen sogar warm duschen!

Als wir auf die Autobahn fahren, staunen wir nicht schlecht. Es ist die letzte Auffahrt Richtung Frankreich und wir müssen noch so ein Ticket lösen. Aber bevor wir noch auf die Autobahn fahren können, kommt schon die letzte Zahlstelle vor Frankreich! Und dort müssen wir das noch warme Automatentiket schon wieder in den nächsten Automaten einstecken und mit Kreditkarte die 85 Cent bezahlen. 550m durften wir fahren und davon keinen Meter auf der richtigen Autobahn. Das ist bestimmt die allerkürzeste Mautstrecke einer Autobahn in Europa! Oder wer kennt noch eine kürzere Mautstrecke?

Egal, wir kommen gut in Frankreich an und wollen zum Stellplatz bei Narbonne Plage, wo wir schon vor zwei Jahren direkt am langen Strand stehen konnten. Es ist stockdunkel, als wir endlich ankommen und die Enttäuschung riesig! Riesige Steinbrocken versperren den Weg, der Stellplatz ist zu. Ich enerviere mich ziemlich stark, bin müde und genervt, und jetzt noch das. Meine marokkanische Gelassenheit ist schon wieder weg. Aber Anita beruhigt mich und findet einen Stellplatz 6km weiter.

Eine Viertelstunde Später sind wir dort installiert. Jetzt könnten wir mit Gas kochen oder sogar mit Holzkohle die Tajine anfeuern, aber wir sind beide zu müde und lassen nach dem Mittagessen auch das Abendessen aus.

Morgen geht es weiter Richtung nach Hause in den Schnee. Mal schauen, wie weit wir kommen.

Übernachtung

Fleury - Fleury dAude****
Stellplatz

alles elektronisch, gut zum Übernachten und Natur

Koordinaten: 43.190960,3.197145
letzter Besuch: 11.2017

Brrr, ist das kalt 28.11.2017

Wir verbringen nun die letzte Nacht in unserem Knutschi bevor es morgen definitiv wieder nach Hause geht.

Uferpromenade in Aix-les-Bains

Wir durchfahren ganz Südfrankreich und es wird von Kilometer zu Kilometer etwas kälter. Wir wechseln uns während dem Fahren ab und gehen dann Mittags endlich nach über vier Wochen wieder mal Schweinefleisch essen. Meinen wir wenigstens am Anfang, denn wir steuern direkt einen Mc Donalds an und vertilgen wiedermal einen Hamburger mit Pommes. Erst als wir fertig sind, merken wir, dass die Hamburger ja doch nicht aus Schweinefleisch sind. Wir müssen beide lachen und verschieben den Verzehr dieses „unreinen“ Fleisches auf den Moment, wo wir dann zu Hause ankommen.

Wir fahren bis nach Aix-les-Bains, kurz vor der Schweizer Grenze und fahren dort auf einen Stellplatz in der Ortschaft und nahe am See. Beim anschliessenden Spaziergang sind wir wohl die braungebranntesten aller Spaziergänger, aber auch jene, die am meisten frieren. Wir hätten in Marokko doch Handschuhe und Wollmützen kaufen sollen… Wir sind absolut noch nicht an die Kälte gewöhnt und die momentan vier Grad machen uns grad ein wenig zu schaffen. Aber zum Glück haben wir es nun in unserem Knutschi so schön kuschelig warm, dass gar nix mehr passieren kann.

Anita beginnt drinnen zu kochen, für eine Tajine draussen ist es uns einfach zu kalt.

Und jetzt freuen uns wir auch auf morgen, auf unsere Heimkehr und das Wiedersehen mit unseren Lieben zu Hause.

Übernachtung

Aix-les-Bains - Air Campingcars***
Stellplatz

etwas komplizierter Anmeldevorgang, aber ziemlich nahe am See

Koordinaten: 45.696652,5.888947
letzter Besuch: 11.2017

Mit Verlusten muss man rechnen 29.11.2017

Wir sind gut zu Hause angekommen, aber nicht mit allem Hab und Gut

Die letzten Kilometer unserer 7324km langen Reise waren dann wieder etwas Stress vom Autoverkehr her. Die Schweiz hat eben schon sehr viele Autos auf den Autobahnen.

Aber leider mussten wir auch einen Verlust melden. Die Handtasche von Anita mit ihrer Geldbörse, iPad, Bankkarten und einer Kreditkarte ist weg. Die muss uns irgendwo an der Grenze zu Frankreich oder in Frankreich selber zur Beifahrertüre unseres Womos entwendet worden sein. Nach intensivem Nachdenken und Studieren kommen genau drei Orte in Frage: Stellplatz, Einkaufszentrum oder eine Tankstelle. An diesen drei Orten wir unser Womo ganz kurz ohne Aufsicht und wir können nicht 100% sicher sein, dass wir es auch abgeschlossen hatten. In Marokko wurden wir halt etwas unvorsichtig, weil dort nie die Gefahr bestand, dass irgendetwas geklaut wurde. Aber hier in Europa wurden wir sehr, sehr schnell eines Besseren belehrt. Wir haben also sehr schnell bemerkt, dass wir wieder zu Hause sind. Übrigens auch beim Wetter, Schneeregen auf der Heimfahrt.

Ok, wir haben auch andere Verluste zu beklagen. Eine leicht kaputte Sonnenbrille liegt von uns irgendwo in den Sanddünen der Wüste. Selber schuld. Und was mich am meisten Nervt, ich habe irgendwo meinen Fotoknopf, wo man den Fotoapparat auf das Stativ befestigt, verloren, darum kamen in der zweiten Hälfte keine Top-Fotos mit Sternen, Langzeitbelichtung und so… Das nervt mich am meisten, alles andere kann man wieder ersetzen.

Also, wir sind gut zu Hause angekommen, haben viel Wäsche und müssen unser Knutschi noch von den letzten Sandresten befreien.

Aber zuerst geht es nun wieder ans Geld verdienen….

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