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Reisebericht

Nachlese zu unserem Einbruch in Prag 1.5.2018

Jetzt mit drei Tagen Abstand kann ich etwas sachlicher meine Gedanken dazu fassen und es ist erschütternd, wie einfach ein Wohnmobil schadensfrei geknackt werden kann

Vorgeschichte

Abends sassen wir vor dem Wohnmobil, ich schrieb den Blog und bearbeitete Fotos, Anita war ebenfalls an ihrem Laptop. Uns konnten nicht nur Mitcamper beobachten, sondern auch normale Spaziergänger, die dem Weg entlang der Campingplatzabzäunung spazierten. Interessierte sahen also, dass wir mindestens einen guten Fotoapparat mit grossem Objektiv und zwei Laptops nachts im Wohnmobil gelagert haben müssen.

Um 24 Uhr gingen wir schlafen, schlossen das Wohnmobil inklusive Aufbautüre ab. Im Wohnmobil nahmen wir Handys mit nach hinten, liessen die Tür zum Schlafgemach offen. Unser Fehler war, dass wir die Fotoapparate und die Laptops im vorderen Teil des Wohnmobils liessen. Sie waren aber von Aussen nicht mehr sichtbar, da wir alle Rollos geschlossen hatten. Das Portemonnaie war auf dem Kühlschrank neben der Eingangstüre.

Da wir unseres Erachtens auf einem überwachten und eingezäunten Campingplatz aufhielten, waren wir etwas nachlässig. Normalerweise nehme ich die Fotoapparate immer in den Schlafbereich, da sie mir einfach zu wichtig sind. Weder die Türen vorne noch die Aufbautüre hatten wir in dieser Nacht speziell gesichert, aber wie gesagt, mit Schlüssel abgesperrt.

Morgen nach dem Raub

Früh morgens wunderte ich mich, dass es innen so kalt war und mir es an die Füsse zog, war aber nicht beunruhigt. Als dann Anita etwas später auf die Toilette musste, sah sie, dass unsere Aufbautüre weit offen stand und sagte sofort, „wir wurden beklaut“.

Sofort überprüften wir alles und stellten fest, dass die Laptops und die zwei Fotoapparate weg sind. Dazu die kleine Festplatte, die neben den Laptops lag. Die Maus und ein günstiges Tablet war noch auf dem Tisch. Mein Portemonnaie noch an seinem Ort, aber alle Geldnoten waren weg, Kleingeld, Kreditkarten und Ausweise noch drin.

An der Aufbautüre war nichts defekt, das Schloss funktioniert, nur winzige Kratzspuren auf dem Schloss sind noch sichtbar. Allerdings können wir nicht mit Sicherheit sagen, ob die schon vorher dort waren oder nicht. Bei den Fahrerhaustüren sind keine Beschädigungen auszumachen, die waren auch noch mit der Zentralverriegelung geschlossen.

Wir informierten sofort den Platzchef, der für uns die Polizei rief. Als diese ankam, durfte ich im Polizeiauto über den ganzen Campingplatz bis zu meinem Womo mitfahren (immerhin, war aber ein komisches Gefühl durch all die Gaffer zu fahren, kam mir wie ein Schwerverbrecher vor). Die zwei Polizisten (einer sprach englisch, der andere konnte Deutsch) nahmen unsere Aussagen auf, was gestohlen wurde und machten ziemlich viele Fotos. Danach sollten wir uns zwei Stunden später auf dem Präsidium melden, um das Protokoll zu unterschreiben. Die Polizei war sehr freundlich und es kamen auch keine Vorwürfe oder schräge Blicke, auch vom Campingplatzwart nicht. Die Sichtung der Überwachungskamera im Eingangsbereich des Campingplatzes ergab nichts

Narkosegas

Wir glauben nicht, dass wir auf irgend eine Art betäubt oder ausser Gefecht gesetzt wurden, wir haben weder Kopfschmerzen noch fiel uns sonst etwas auf. Während wir auf die Polizei warteten, machten wir folgenden Test: Anita legte sich mit geschlossenen Augen ins Bett und ich stieg durch die offene Tür ins Womo hinein und trat bis neben das Bett. Anita hörte nichts und merkte auch kein Schwanken. Es ist also durchaus möglich, ein Womo unbemerkt auszuräumen.

Aufbautüre geknackt

Was für uns vorerst nicht ganz erklärlich war, wie die Aufbautüre ohne sichtliche Beschädigung aufgebrochen werden kann. Wenn man aber das Video unten anschaut, wundert man sich gar nicht mehr. Einfach nur Krass!!! (Auch HEOSafe Schlösser nützen nichts).


Nachtrag 26.5.2018: unsere Aufbautüre wurde ohne Schlüssel geknackt und wieder verschlossen, wie seht ihr in diesem Video

Verdacht

Wenn ich mir alles so durch den Kopf gehen lasse, dann hat unseren Raub eine Person gemacht, die auch auf dem Campingplatz übernachtet hat. Eine, die einen Masterschlüssel und andere Fertigkeiten besitzt. Friedlich campieren auf einem gut frequentierten Campingplatz und wenn man einen Mitcamper sieht, wo sich ein Diebstahl lohnt, hole ich dem die Wertsachen Nachts aus dem Wohnmobil oder Wohnwagen. Ich muss den Campingplatz nicht verlassen und bin auf keiner Videoüberwachung.

Da dieser Campingfreund selber viel umherreist und immer wieder auf anderen Campingplätzen ist, weiss er, dass dies mit den Ausweisen sehr mühsam ist und darum etwas Nachsicht walten lässt. Er fällt so auch nicht auf, immer sind wieder andere Polizeistationen zuständig und und die Mitcamper werden ja nie überprüft.

Wäre es ein richtiger Profi, hätte er die Kreditkarten auch mitgenommen, mit einem Gerät den Pin ausgelesen, am nächsten Bancomaten so viel Bargeld wie möglich abgehoben und dann das Ganze in die Moldau geworfen…

Was uns im Nachhinein auch stutzig macht: Natürlich sind viele Nachbarcamper nachdem das Polizeiauto weg war, zu uns gekommen und fragten, was passiert ist. Nur der Nachbar hinter uns hat das irgendwie nicht interessiert...

Das musste ich jetzt einfach mal loswerden.

Alarmanlage

ich bin mir nicht sicher, ob ich an jenem Tag die Alarmanlage eingeschaltet hätte, wenn wir eine gehabt hätten. Wir haben uns ja sicher gefühlt.

Abhilfe

nach längerem Überlegen und Abschätzen von Möglichkeiten haben wir jetzt eine neue Aufbautür...

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